Mehr Schein als Sein.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die meisten Menschen, die dort arbeiten, haben das Herz am rechten Fleck. Tolle, aufgeschlossene und freundliche Kolleg:innen, mit denen es Spaß macht an den Produktionen zu arbeiten. Man lacht viel.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die Unternehmensleitung. Wirtschaftliche Schwierigkeiten hin oder her: teilweise ist man mit Sicht ins Verderben gerannt und die Mitarbeiter müssen es ausbaden. Sie es durch viel Mehrarbeit oder den Verlust des Jobs. Jahrelang hieß es immer wieder man sei auf einem guten Weg, nur um dann eine riesige Kündigungswelle loszutreten.
Verbesserungsvorschläge
1. Entweder Transparenz wirklich leben oder nicht so tun, als wäre man transparent.
2. Faire(!) Gehaltsstrukturen schaffen, die nachvollziehbar und transparent sind.
3. Mitarbeiter sind das höchste Gut. Das muss die Firmenleitung mal verstehen. Es werden die Menschen leider einfach durch zu viel Arbeit bei schlechter, unfairer Bezahlung verheizt.
Arbeitsatmosphäre
Die Laune ist auf Grund der schlechten wirtschaftlichen Lage des Unternehmens eher mäßig gut. Es wird in allen Bereichen an Arbeitskräften gespart, außer im Social Media Bereich. Während dort 3-4 Personen für einen Kanal arbeiten, haben produktionsrelevante Abteilungen (bspw. Producing) effektiv gerade mal zwei Leute.
Das sehr gute Kolleg:innen teilweise über Monate mit psychischen Erkrankungen (Burnout, Depression) krank gemeldet sind ist leider kein Einzelfall..
Image
Bei Kunden und Presse bestimmt gut. In der Zielgruppe und den Communities wird es immer schlechter auf Grund unpassender und sehr aufdringlicher Werbedeals und auch schlechter gewordenem Content.
Work-Life-Balance
Die Medienbranche ist nichts zum Chillen. Produktionen am Wochenende und am Abend bringt die Branche einfach mit sich. Darüber hinaus nehmen sich viele aber trotzdem raus Kolleg:innen im Urlaub, am Wochenende oder im Feierabend anzurufen. Das ist für mich ein Punkt, der grenzüberscheitend ist.
Karriere/Weiterbildung
Nicht vorhanden. Weder gibt es intern ein Angebot, noch eine finanzielle Unterstützung oder so.
Gehalt/Benefits
Das ist der mit Abstand schlimmste Aspekt bei RBTV. Etliche Leute steigen dort mit 2.000,- EUR brutto(!) ein. Trotz Studium! Selbst wenn es regelmäßige Gehaltsverhandlungen geben würde, wäre das nichts, da selbst eine 40%-ige Erhöhung immer noch bedeuten würde, dass man richtig schlecht verdient. Und wir reden über einen Job in Hamburg.
Als wäre das nicht genug, gibt es dann auch noch unfassbar große Gehaltsunterschiede innerhalb der Firma. Während manche Leute 30k im Jahr verdienen, bekommen andere 65 - 70k. Dabei rede ich nicht von dem Unterschied zwischen einem gerade Ausgelernten und einem Boardmitglied oder einem Manager und einem Handwerker. Diese Unterschiede existieren auf vergleichbaren Ebenen.
Die Härte ist aber: Mir wurde sogar in der Vorbereitung auf Gehaltsgespräche von einem guten(!) Kollegen gesagt, er solle nicht mehr über sein Gehalt reden, als ich mir Orientierung verschaffen wollte. Die Leute werden also mundtot gemacht, wenn man diese Ungleichbehandlung bekämpfen möchte.
Kollegenzusammenhalt
Man kann sich definitiv seine Freunde dort suchen. Das Team besteht aus vielen sympathischen und tollen Personen.
Umgang mit älteren Kollegen
Gleicher Umgang wie mit allen anderen Mitarbeitern. Sowohl im positiven als auch im negativen Sinne. Auch langjährige Mitarbeiter:innen wurden einfach gekündigt.
Vorgesetztenverhalten
Es wird zwar eine gewisse "Freiheit", Vertrauensarbeitszeit und ein "per du" "Freundschaftsverhältnis" etc. vorgelebt, aber das muss alles 5-fach zurück gezahlt werden. Anrufe im Urlaub, am WE, zum Feierabend, "Du musst da und hier einspringen" sind Normalität. Auch um jeden Cent Gehalt muss man kämpfen.
Arbeitsbedingungen
Man spart am Arbeitsmaterial. Viele haben veraltete Laptops, es gibt keine ergonomischen Stühle, Tische oder ähnliches fürs Home Office, obwohl der Laden ständig Kooperationen mit eben solchen Herstellern macht. Es gibt auch kein Arbeitshandy etc.
Kommunikation
Über für Mitarbeiter relevante Informationen wird immer nur im Elfenbeinturm diskutiert. Beispielsweise wurde die Kurzarbeit in Folgen der Coronakrise einfach angekündigt, ohne zu informieren, dass wir wirtschaftlich so schlecht stehen oder, dass das überhaupt gerade besprochen wird.
Die Härte war aber die große Kündigungswelle im letzten Jahr: etliche Kolleg:innen haben aus dem Nichts eine Einladung für ein Personalgespräch bekommen, wodurch natürlich riesige Fragezeichen und Sorgen entstanden sind. Diese wurden jedoch alle mit einem "das besprechen wir dann" vertröstet. Im Gespräch selbst wurden dann die Kündigungen ausgesprochen - aus dem Nichts heraus!!
Das wäre in vielen Konzernen sicher normal aber RBTVs Chefetage schreibt sich immer auf die Fahne, so offen zu kommunizieren.
Gleichberechtigung
RBTV bewegt sich politisch sehr progressiv. Es bietet hervorragenden Raum für Minderheiten jeglicher Art.
Interessante Aufgaben
Medienbranche, Videospiele, prominente Menschen. Wer etwas damit anfangen kann, wird in dem Umfeld Freude finden.