Guter erster Eindruck, katastrophale Erfahrung danach
Gut am Arbeitgeber finde ich
Ich war am Anfang beeindruckt von den (schon fast verdächtig) guten Bewertungen hier und auf Google. Ich habe mich direkt beworben und wurde freundlich empfangen und aufgrund meiner Vorkenntnisse direkt zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen. Das verpflichtende Seminar war interessant, und der Eignungstest war machbar. Die allermeisten Mitarbeiter im Büro sind sympathisch, und mir haben auch meine Mitarbeiter zum großen Teil gefallen sowohl von Bellcaptain als auch im mir zugewiesenen Hotel. Bellcaptain wollte mich unbedingt haben, und so bin ich dabei geblieben, auch wenn ich pendeln musste (was mir nicht so viel ausmachte, auch wenn die Deutsche Bahn die Deutsche Bahn ist).
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Leider kam direkt nach meiner Einstellung Enttäuschung nach Enttäuschung. Ich kam mir so vor wie in einem Labor, wo untersucht wird, wie viel Unerhörtes jemand ertragen kann, bevor er kündigt.
Aufgrund der Natur des Jobs hatte ich die Einarbeitung bei vielen verschiedenen Leuten, die alle nicht wussten, dass ich kam. Die Einarbeitung verlief insgesamt chaotisch.
Ich musste aufgrund Umständen außerhalb Bellcaptains Kontrolle die Arbeit von drei Mitarbeitern übernehmen: zwei an der Rezi, und Barkeeper. Das war natürlich unmöglich, und ich möchte mir nicht vorstellen, wie das für Neulinge sein muss, die nicht schon über ein Jahr Erfahrung in der Nachtschicht haben. Positiv anmerken kann ich hier, dass Bellcaptain an einigen Tagen doch Unterstützung für die Bar geschickt hat.
Zwei Vorgesetzte waren unprofessionell und unfreundlich mir gegenüber. Ich habe selber nicht alles richtig gemacht und wurde aus verständlichen Gründen gekündigt. Mir wurde allerdings (von einem der unsympathischen Vorgesetzten) vorgeworfen, ich würde lügen und hätte u.A. meine Arbeitserfahrung vorgetäuscht. Als extrem ehrlicher Mensch sind solche Vorwürfe für mich recht verletzend und unnötig. Und noch schlimmer: Ich habe nach einem Gespräch einen der tollen Mitarbeiter gelobt. Daraufhin wurde mir vorgeworfen, ich hätte ihn schlimm beleidigt (in meiner Muttersprache, mit einem Wort, das ich noch nie benutzt habe). Als ich das natürlich abgestritten habe, wurde mir mit einem Gerichtsverfahren gedroht.
Diese ganze Geschichte kommt mir bis heute surreal vor. Überhaupt hatte ich leider die Erfahrung, dass alles Mögliche was ich sagte, ins Negative interpretiert wurde und gegen mich verwendet wurde.
Insgesamt kann ich das Unternehmen leider nicht empfehlen. Sicherlich haben andere Mitarbeiter bessere Erfahrungen gemacht als ich. Doch in diesem Hotel war's nichts für mich. Trotzdem bin ich froh, diese Erfahrung gemacht zu haben und weiß in Zukunft, dass ich nicht mehr für Personaldienstleiter arbeiten möchte. Einerseits finde ich das Outsourcing cool, sowie das Punktesystem und das Tablet, wo die Aufgaben größtenteils korrekt aufgelistet sind. Die Gold-on-Duty (erfahrere Mitarbeiter) sind relativ gut erreichbar, wenn man Fragen hat.
Andererseits ist der Dresscode recht strikt, und man fühlt sich doch recht kontrolliert und überwacht (da Infos immer direkt nach oben weitergegeben werden, inklusive aller Fragen, die man den GOD stellt). Direkte Beziehungen zu Hotelmitarbeitern sind nicht erwünscht. Mir wurde so ein ganzer WhatsApp Chat gelöscht.
Arbeitsatmosphäre
Man arbeitet halt alleine. Ist recht chillig
Work-Life-Balance
Man muss halt durch die Nacht arbeiten
Karriere/Weiterbildung
Man kann nicht nach oben oder unten steigen
Gehalt/Benefits
Man verdient nicht schlecht. Allerdings sind die 3000€ netto, mit denen gerne geworben wird, nur schlecht erreichbar (nur mit Vollzeit, vollen Wochenenden, viel Einspringen, massiven Extrapunkten usw.)
Kollegenzusammenhalt
die Kollegen fand ich größtenteils sympathisch
Vorgesetztenverhalten
größtenteils sympathisch, zwei waren katastrophal. Dazu unten mehr
Kommunikation
Recht schnell und über WhatsApp relativ gut erreichbar
Interessante Aufgaben
Geht so. Viele sich wiederholende Aufgaben, was für die Nachtschicht typisch ist

