War mal ein toller Arbeitgeber – Mittlerweile erstickt an Micromanagement und Bürokratie
Gut am Arbeitgeber finde ich
Der starke und verlässliche Kollegenzusammenhalt unter den direkten Mitarbeitern auf Augenhöhe.
Dass man in der Freizeit wirklich seine Ruhe hat und nicht ständig erreichbar sein muss.
Die guten Zusatzleistungen wie Edenred-Sachkarte, Hansefit und JobRad sowie die weitgehende Papierlosigkeit in den Prozessen.
Dass der eigentliche Kern des Jobs grundsätzlich Spaß macht, wenn man ihn denn frei von Überbürokratie ausüben könnte.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Das extreme und erdrückende Micromanagement sowie die fehlende Eigenverantwortung für die Techniker.
Die mangelnde Kommunikation, fehlende Unterstützung und das schlichte Ignorieren von Anfragen und Nachrichten seitens der Vorgesetzten/Chefetage.
Die schlechten Arbeitsbedingungen im Servicefahrzeug (hoher Lärmpegel, unbequemer Sitz) und die fehleranfällige App-Landschaft.
Der hohe Termindruck durch strikte SLAs bei gleichzeitig stark überplanender Disposition und Bezahlung eher am unteren Branchenrand.
Verbesserungsvorschläge
Mehr Vertrauen statt Kontrollwahn: Das Micromanagement abbauen, den Technikern wieder Eigenverantwortung zurückgeben und weg von unnötiger Mehrfachdokumentation in zu vielen Apps hin zu schlanken Prozessen.
Kommunikation und Wertschätzung verbessern: Transparenter informieren, Entscheidungen nachvollziehbar machen und konstruktives Feedback sowie Lob statt reiner Kritik etablieren.
Arbeitsbedingungen im Außendienst ernst nehmen: In komfortablere, ergonomischere und leisere Servicefahrzeuge investieren und eine stabile, fehlerfreie Technik zur Verfügung stellen.
Disposition und Belastung anpassen: Die Einsatzplanung realistischer gestalten, um den Dauerdruck durch überzogene Überplanung und SLAs abzufangen.
Arbeitsatmosphäre
Der Druck im Alltag ist durch vorgegebene Service Level Agreements (SLAs) und eine oft überplanende Disposition extrem hoch. Man wird häufig mit zu vielen Aufträgen am Tag zugeschüttet, sodass man kaum hinterherkommt und sich selbst zusätzlicher Belastung aussetzt. Momentan herrscht ein erdrückendes Micromanagement mit ständig neuen, unnachvollziehbaren Regularien und Einschränkungen. Früher war die Atmosphäre deutlich besser, mittlerweile überwiegt im Alltag stark die Frustration.
Image
Das Image leidet intern spürbar unter der aktuellen Entwicklung, da immer mehr Bürokratie aufgebaut wird, während Energie lieber in Kontrolle statt in Freiräume für Techniker gesteckt wird. Reaktionen auf frühere Kununu-Bewertungen wirken nach außen zwar oft konstruktiv, in der Praxis merkt man davon im Arbeitsalltag allerdings so gut wie keine spürbaren Verbesserungen.
Work-Life-Balance
Überstunden gehören aufgrund der hohen Auftragslage fest dazu und werden fest erwartet. Dadurch ist es kaum möglich, private Termine nach Feierabend verlässlich zu planen, da man nie genau weiß, wann der Arbeitstag endet. Positiv ist immerhin, dass man in der Freizeit wirklich seine Ruhe hat und nicht erreichbar sein muss. Bei den Arbeitszeiten ist man mit dem engen Startfenster morgens und der Abhängigkeit von den Aufträgen recht unflexibel.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Aufgrund der hohen monatlichen Kilometerlaufleistung (ca. 3.000 km im Monat) mit den genutzten Diesel-Fahrzeugen ist die Umweltbilanz im Außendienst natürlich entsprechend hoch. Positiv ist hingegen, dass das Unternehmen intern weitgehend papierlos arbeitet.
Karriere/Weiterbildung
Echte Perspektiven für Karriere oder gezielte Weiterbildungen werden im Alltag kaum gefördert oder transparent kommuniziert. Der Fokus liegt primär auf der Bewältigung des täglichen Servicegeschäfts unter strikter Kontrolle, statt den Mitarbeitern Entwicklungsmöglichkeiten aufzuzeigen.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt unter den direkten Mitarbeitern auf Augenhöhe ist wirklich gut. Man versteht sich im Team (unterteilt in Nord- und Süd-Kollegen) und kann sich aufeinander verlassen. Dieser positive Zusammenhalt beschränkt sich allerdings strikt auf die Ebene der Kollegen – zu Vorgesetzten oder zur Chefetage besteht hingegen eine spürbare Distanz.
Vorgesetztenverhalten
Von Vorgesetzten gibt es im Alltag praktisch keine Unterstützung, zudem herrscht große Unklarheit über Zuständigkeiten. Anfragen und Nachrichten von Mitarbeitern werden häufig einfach nicht beantwortet oder ausgesessen. Lob ist seit sehr langer Zeit nicht mehr zu hören, stattdessen hagelt es regelmäßig Kritik. Entscheidungen werden nicht begründet, und Fairness wird gefühlt stark nach Sympathie zum Innendienst gemessen, anstatt objektiv zu agieren.
Arbeitsbedingungen
Die technische Grundausstattung ist im Mittelfeld (okay, aber nicht High-End). Das Servicefahrzeug ist allerdings eine echte Belastung: Es ist ergonomisch unkomfortabel und während der Fahrt extrem laut, was professionelles Telefonieren mit Kollegen fast unmöglich macht. Die Software- und App-Landschaft im Außendienst ist zudem fehleranfällig und stürzt oft ab.
Kommunikation
Kommunikation ist im Arbeitsalltag eine absolute Fehlanzeige. Wichtige Entscheidungen werden intransparent getroffen oder nur an ausgewählte Personen weitergegeben, obwohl sie alle betreffen. Es fehlt an klaren und offenen Informationswegen zwischen den Ebenen, wodurch Entscheidungen oft völlig nicht nachvollziehbar bleiben.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt bewegt sich eher am unteren Rahmen der Branche. Es gibt diverse Zusatzleistungen wie Corporate Benefits, eine Edenred-Sachkarte, Hansefit und JobRad. Diese Benefits sind eine nette Ergänzung, können die grundlegenden Kritikpunkte aber nicht gänzlich aufwiegen.
Interessante Aufgaben
Der Job an sich macht grundsätzlich Spaß, wird aber durch eine erdrückende Bürokratie und fehlende Eigenverantwortung massiv erstickt. Man muss gefühlt in unzähligen Apps alles doppelt und dreifach dokumentieren, statt sich auf die eigentliche Arbeit konzentrieren zu können. Die Aufgaben selbst sind zudem recht eintönig, da man überwiegend immer dieselbe Hardware und dieselben Kunden betreut.

