Mehr Schein als Sein - Finger weg
Gut am Arbeitgeber finde ich
Einstellungsverfahren lief problemlos und organisiert. Pünktliches Gehalt, wobei das selbstverständlich sein sollte.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Keine Firmenhandys. Grottenschlechts Umsatzmodell bei Krankheiten und Urlaub. Kommunikation zwischen Angestellten und Vorgesetzten. Umgang mit Ex-Kollegen. An Verlaufseinsätzen Anreise Sonntags ohne Ausgleichstag. Überstunden die weder abgefeiert noch bezahlt werden. Keine Arbeitszeiterfassung. Fahrzeugflotte für die Benutzung definitiv falsch gewählt. Produkte zu teuer.
Verbesserungsvorschläge
Den Umgang mit allen Mitarbeitern auf eine Spur bringen. Das Provisionsmodell bzw. Den Part bei Krankheit und Urlaub überarbeiten. Firmenhandys zur Verfügung stellen. Die Arbeitnehmer - Trotz 1%-Regelung - nicht mehr zu unterstellen man würde privat zu viel Fahren und einhergehend damit Drohungen zu Gehaltseinbehaltung für Spritkosten androhen. Diese wurden letztes Jahr an einige Kollegen - glücklicherweise nicht an mich - per Mail versendet mit teils horrenden Summen jenseits von 2000€ geschickt.
Arbeitsatmosphäre
Arbeitsatmosphäre ist vorhanden. Besonders gut ist sie jedoch nicht. Lob von Führungskräften wird regelmäßig ausgesprochen - für fleißige die keinen Wert auf unbezahlte Überstunden legen und 10 Stunden am Tag unterwegs sind. Hier gilt das Motto, je mehr Freizeit du in deinen Beruf investierst desto höher ist dein Ansehen.
Image
Hier kann ich lediglich das Feedback meiner Kunden aussprechen, da ich Berendsohn vor meiner Beschäftigung nicht kannte. Leider viel zu viele Kunden die die Firmen negativ in Erinnerung haben. Einige davon von früher, leider auch einige aus der aktuellen Zeit.
Work-Life-Balance
Work-Work-Balance trifft es ganz gut. Regelmäßig wird dazu aufgerufen die berühmte "Extrameile" zu gehen. Sind macht das allemal, um erfolgreich zu werden. Man kann Termine bei Kunden abends um 20 Uhr wahrnehmen, den Kunden gewinnen aber von Überstundenausgleich möchte keiner etwas wissen.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildungen gab es bislang keine richtige. Wenn überhaupt gibt es intern ein Teams wo einer der stärkeren Verkäufer erzählt wie er einen Termin vorbereitet und gestaltet.
Gehalt/Benefits
Fixum ist nicht sehr hoch, was vollkommen in Ordnung ist wenn die Provisionsregelung in Ordnung ist. Surprise: Sie ist es nicht. Man muss monatlich Betrag X erwirtschaften, erst ab dann fällt man in die Provisionierung. Diese wird mit einem fixen Prozentsatz angegeben, wobei das nicht für alle Artikel zählt. Manche Artikel werden weniger Provisioniert als andere. Hat man im Vormonat sein Soll nicht erreicht wird die Differenz auf den Sockelbetrag der zu erfüllen ist addiert. Selbiges gilt bei Krankheit. Sollte man, aus welchen Gründen auch immer, länger ausfallen kann man die kommenden Monate den Umsatz nachholen um Monate später wieder von Provision zu träumen. Heißt Krankschreibung ist doppelte Bestrafung: Krankheit und danach den Umsatz aufholen dürfen. Selbiges gilt übrigens für Urlaub. In der Urlaubszeit läuft dein Monatssoll weiter und wird nicht den Arbeitswochen angepasst. Heißt also mach entspanntem Urlaub muss man die Wochen wieder ausarbeiten. Also 1 Monat nach Urlaub ist man gefühlt wieder Urlaubsreif.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Extra Produktreihe mit recycelten Artikeln bestehend aus Müll aus den Ozeanen. Es wird zusätzlich nur Bio-Plastik verwendet.
Kollegenzusammenhalt
Man lernt tolle Leute kennen. Einige meiner Kollegen sind mittlerweile Freunde. Zusammenhalt existiert - meiner Meinung nach - lediglich solange wie man auf dem Blatt Papier dieselbe Anstellung teilt.
Umgang mit älteren Kollegen
Alle älteren Kollegen mit denen ich zu tun hatte war durch die Bank weg positiv. Dieser kam leider nicht oft vor. In meiner Zeit wurde mir relativ schnell klar dass es sich um eine 2-Klassen-Gesellschaft handelt. Die neuen Mitarbeiter werden als "Sales-Agents" eingestellt, die Kollegen die länger dort sind werden als "Stamm-Mitarbeiter" geführt. 1:1 derselbe Job, dieselben täglichen Tätigkeiten, verschiedene Bezeichnungen und eine klare Trennung. In meiner Zeit habe ich in meinem Team ebenfalls Stamm-Mitarbeiter gehabt, die man lediglich vom Namen her kannte. Sämtliche Teams oder die sogenannten TET's (Telefon Tage), gelten für die Stamm mitarbeiter nicht als verpflichtend. Schade eigentlich, jeder kann von jedem lernen, ob jung oder alt.
Vorgesetztenverhalten
Es gibt Führungskräfte die Ihren Job sehr gut machen. Leider sind einige dieser nicht meine Vorgesetzten gewesen. Mein/e Vorgesetze/r ist nicht zuverlässig. Um Anliegen wird sich nicht gekümmert. Außentermine, welche wochenlang Bestand haben und zusammen angefahren werden sollten, werden regelmäßig von der Führungskraft kurz vorher abgesagt. Im Nachgang lässt es sich dann immer einfach bemängeln weshalb man den Kunden nicht gewinnen konnte.
Die Bewertung tut mir sehr Leid für alle Führungskräfte die ihren Job richtig gut erledigen, aber bewertet hier wird meine Führungskraft, welche meiner Meinung nach falsch installiert ist.
Arbeitsbedingungen
Arbeitsbedingung lässt sich mit einem Stern noch zu gut sehen. Arbeitsbedingung ist folgende: Man steigt morgens in ein viel zu kleines Auto (VW Taigo) - man sollte alle Artikel die bemustert sind mit sich führen - und fährt - wenn man keine Termine hat - ins Gebiet zur Kaltakquise. Gerne gesehen wird 5-10-5, 5 besuche kalt, 10 Telefonate aus dem Auto heraus und so weiter... Telefonieren gehört zum Job dazu, ein Firmentelefon allerdings nicht. Man bekommt Visitenkarten mit seiner privaten Nummer, sofern man sich nicht eine 2. Rufnummer auf eigene Kosten zulegt. Seit mehreren Jahren wird gesagt dass Firmenhandys kommen sollen. Manche Kollegen haben bereits eine Bezuschussung zum Handy Ertrag beantragt, da der private selbstfinanzierte Vertrag zur Hälfte dienstlich benutzt wird. Eine Bezuschussung hierfür gab es bislang nie. Nachdem man den Tag ohne Termine mit Akquise verbracht hat und man zuhause angekommen ist, ist es keine Seltenheit dann noch Telefonate oder Teams-Termine wahrnehmen zu müssen. Komischerweise ist das uns zur Verfügung gestellte iPad aus Datenschutzgründen für App-Store etc gesperrt. Die privaten Handys benutzen zu lassen scheint aber in Ordnung zu sein.
Kommunikation
Es gibt monatliche Rundmails zu allgemeinen Änderungen, Anpassungen etc. Diese sind sehr übersichtlich und helfen bei der Organisation. Zwischenmenschliche Kommunikation mit direkten Vorgesetzten ist meist leider nicht mehr als ein kurzes Telefonat ohne Zielführung.
Gleichberechtigung
Gleichberechtigung ist hier leider fehl am Platz. Ist man ein High-Performer hat man sämtliche Freiheiten, läuft ein Monat mal nicht wie gewohnt wird mit kontrollierenden Maßnahmen gearbeitet. Wären diese, Tage an denen man Unterstützung bekommt, sieht man den Willen der Führungskraft seiner Belegschaft zu helfen. Lauten diese allerdings "Fülle eine Tabelle aus und dokumentieren Minutengetreu wann du wen angerufen und wen kalt besucht hast" fehlt die Aussicht auf Besserung. Hierbei hilft Kontrolle und Überwachung leider nur bedingt. Ein weiterer Punkt, der nicht für Gleichberechtigung spricht, wurde mir zu meiner dortigen Zeit von mehreren Beschäftigten, die außerhalb meines Arbeitskreises operierten, mitgeteilt. Mitarbeiter, die zu den Menschen gehören die sich blendend mit ihrem vorgesetzten verstehen, bekommen Termine samt Umsatz von der Führungskraft geschenkt.
Interessante Aufgaben
Wie im Vertrieb üblich ist jeder Tag anders. Man lernt tolle Leute kennen, man sitzt gerne bei seinen Kunden und jeder Tag bringt eine neue Herausforderung mit sich.
Die interessanteste Aufgabe ist allerdings, das regelmäßig mehrfach die Woche mit Kleingruppen ein Teams-Meeting stattfindet (den ganzen Tag über) indem Telefonakquise stattfindet. Soweit nichts ungewöhnliches. Interessant ist allerdings, dass die Telefonate vor der Gruppe auf Lautsprecher geführt werden ohne den Kunden zu informieren. Dies habe sich - anhand Aussagen noch aktueller Beschäftigter - geändert, nun wird in Gruppen telefoniert und der Lautsprecher ist ausgeschaltet.