Großer Name- was steckt (noch) drin?
Gut am Arbeitgeber finde ich
- Das Einarbeitungskonzept ist wirklich herausragend: durchdacht, fordernd & fördernd und schafft ein Bonding zum Unternehmen.
- die lösungsorientierte und menschennahe Art des direkten Vorgesetzten
- der kollegiale Zusammenhalt
- das (Abend-) Programm auf Tagungen
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
- endlose Vorgesetztenkette
- je höher in der Hierarchie umso mehr nimmt das Leadership ab und es sind "Boss-Charaktere" (starkes Bedürfnis nach Machtdemonstration, sehr gut zu beobachten, wenn Mitarbeiter mit Haltung und Würde auf Klarheit bestehen)
- teilweise überaltete Methoden (Papier statt digital oder digital PLUS Papier)
- "WIR sind Berlin-Chemie" gilt als Instrument, den Mitarbeiter zu motivieren- da hat man den Zeitgeist verschlafen, dass auch ein Mitarbeiter mehr Motivation
erwarten darf als pünktliche Gehaltszahlungen und ein schickes Auto
Verbesserungsvorschläge
Weniger Machtspielchen mit fake Lächeln, mehr "WIR" wirklich vorleben, "Wertschätzung" nicht nur als hohle Floskel gebrauchen, es braucht mehr echte Führungspersönlichkeit als "Bosse" - und bitte den Mut, Tradition mit Moderne verbinden (Und damit meine ich nicht, dass wir jetzt gendern)
Arbeitsatmosphäre
Es gibt Kollegen, die wirklich engagiert arbeiten. Andere sind einfach nur workaholics. Das Gesamtklima wirkt eher nüchtern- außer bei Tagungen. Dort dröhnt "WIR sind Berlin-Chemie" als Dauerbeschallung durch die Lautsprecher. Beim genaueren Hinsehen scheint die Motivation, die der Mitarbeiter für das Unternehmen aufbringen soll, wichtiger zu sein als die Motivation des Unternehmens, den Mitarbeiter zufriedenzustellen.
Image
Berlin-Chemie trägt noch immer einen großen Namen nach Außen und würde vermutlich auch gern noch für die konservativen Werte stehen. Nach Innen verliert man sich im Klein-Klein, einer aufgeblähten und trägen Bürokratie und hat dabei verpasst, die eigene Tradition an das Zeitgeschehen anzupassen.
Work-Life-Balance
Es gibt Möglichkeiten der eigenen Zeitgestaltung, aber begrenzt (bedingt durch die Sprechstunden). Teilzeitmodelle werden angeboten, jedoch mit starren Bedingungen. Hier ist Nachholbedarf für eine zeitgemäße Work-Life-Balance
Karriere/Weiterbildung
Wer mag, kann aus einem 8-Stunden Arbeitstag einen 10-Stunden Arbeitstag machen indem er/sie aufsteigt. Die Möglichkeiten der persönlichen Ressourcenentwicklung sind begrenzt und finden fast ausschließlich als online- Durchklick- Kurs statt.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Nur, wenn es als Verkaufsargument genutzt werden kann. Materialien werden im Überfluss gedruckt und verschickt.
Kollegenzusammenhalt
Es gibt ihn überall- diesen bekannten "einen faulen Apfel in der Kiste"
Umgang mit älteren Kollegen
Mit älteren Kollegen- super respektvoll
Bewerber sollten sich lieber fragen, wie mit jungen Kollegen umgegangen wird. Das Durchschnittsalter der Belegschaft liegt bei 50 Jahren und ich hatte den Eindruck, das war kein Versehen sondern soll auch genauso bleiben.
Vorgesetztenverhalten
Lob wird ausgesprochen und Kritikpunkte werden sachlich und in Ruhe benannt. Jedoch ist die Vorgesetztenkette schier endlos und je höher die Position umso alltagsfremder werden die Entscheidungen. "Ober sticht Unter" ist Tagespolitik und bereits getroffene Beschlüsse werden revidiert.
Kommunikation
Informationsflüsse funktionieren grundsätzlich. Allerdings sind die Meetings, in denen der Vorstand berichtet stark elfenbeinturmartig- top-down, wenig echtest Gespräch auf Augenhöhe. Höhere Führungskräfte sind zwar rhetorisch stark, zeigen aber oft ein deutliches Bedürfnis nach Machtdemonstration. Wirklich souveräne Kommunikation findet nur im Kollegenkreis statt (und selbst dort ist es nicht 100%ig) oder meist mit dem direkten Vorgesetzten.
Interessante Aufgaben
Das daily Business bleibt im Groben- Abwechslung bringen andere Besprechungsprodukte oder Veranstaltungen.

