Prüft aber alles und das Gute behaltet. Meidet das Böse in jeder Gestalt.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Betreuende Kräfte, die ihre Arbeit gern und mit mitfühlendem Herz erbringen, gibt es noch.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Leitungskräfte sind auch Menschen. Aber in der Zusammenarbeit mit diesen, ist man sich nicht so sicher, wie diese darüber denken.
Mutige Herzen und Menschen mit Verstand, die sich fragen, was das Theater soll, werden hier eher aussortiert oder gar bloß gestellt.
Verbesserungsvorschläge
Rat an Bewerbende:
Wer einfach nur seinen Job erledigen will, weil er privat ausreichend belastet ist, ist bei Bethel gut aufgehoben. Hier muss man nichts neuerfinden. Unvorhergesehene Belastungen kann man abweisen. Alle haben ein Verständnis dafür.
Wer aber Lust auf persönliches Engagement und eine Stelle sucht, bei der man was bewegen kann, der sollte sich lieber einen anderen Arbeitgeber suchen, wohlwissend dass dabei auch oft unterstützende Strukturen fehlen.
Mein Weg war der letztere. Auch die Kommunikation durch die Leitungsebene hat mich mehrfach konsterniert zurückgelassen.
Bitte schreibt nicht, dass Ihr Euch um Besserung bemüht oder dies Bedauern auslöst. Es vergingen wahrlich genug Monde, um dies ernst zunehmen.
Arbeitsatmosphäre
Durchschnittlich: wie es in den Wald hineinschallt, ...
Ich hatte grundsätzlich positive Erfahrungen mit Erziehern, Heilerziehungspflegern, Pflegefachkräften, Ergotherapeuten und Sozialarbeitern, die auf Augenhöhe für und mit dem Klientel zusammengearbeitet haben. Mir war immer wichtig, mich mit meiner Person und meiner Begeisterung einzubringen.
Beim Führungspersonal kann ich nur bedingt Aussage treffen, da sich diese funktional aber auch in ihrem konkreten Tagesablauf eher selten gemeinsame Arbeitsatmosphäre mit den betreuenden Kräften teilen. Begeisterung und Engagement für Menschen strahlen diese jedensfalls nicht aus. Je nach Typ, eher formalistisch bis abwehrend, oder entscheidungsfroh aber auch unüberlegt. Jüngere Leitungskräfte wollten die Partizipation stärken. Sobald sich Probleme auf ihrem Schreibtisch häuften, wurde eher restriktive Entscheidungen gefällt. "Ein starkes Wir", wie im Leitbild fomuliert, habe ich trotz hoher Motivation nur mit betreuenden Kräften empfinden können. Die Leitungsebene reduziert sich gern auf ihren Bereich.
Work-Life-Balance
Überstunden sind unerwünscht. Urlaub wird mit Team abgesprochen.
Arbeitsverdichtung ist eher gering im Vergleich zu anderen sozialen Trägern. Ein Ort, an dem man es aushalten kann.
Für mich war die Arbeitszeit erholsam bis anstrengend. Überforderung am Arbeitsplatz und ungenügend Erholungszeit trat nicht bis kaum auf.
Karriere/Weiterbildung
Durch die gute wirtschaftliche Konstitution der Stiftung, kann man relativ gute Fortbildungen abgreifen. Ich habe gute Fortbildungen absolvieren können.
Tatsächlich wird im Vorstellungsgespräch mit Fortbildungen geworben, die seit 2024 auf das nötige Mindestmaß, bspw. Erste Hilfe, Deeskalationsmanagement, reduziert werden. Diese Anpassung erfolgte im Laufe meiner Beschäftigung.
Kollegenzusammenhalt
Es gibt immer Mal Streitigkeiten oder auch größere Dispute in Teams. Trotzdem können die Kollegen zusammearbeiten.
Ich bin fast jeden Tag gern zu Arbeit gegangen, und konnte dort auf Kollegen treffen, die in mir dies wiederum genährt haben.
Ich habe meine Themen mit Engagement und Begeisterung platzieren können, habe mich aber auch gern angepasst, wenn andere Kollegen ihre Projekte umsetzen wollten.
Hier herrscht aber auch keine engere Verbindung als in anderen Teams anderer Arbeitgeber.
Vorgesetztenverhalten
Junge Leitungskräfte, die mitarbeiter- und klientenorientiert starten, erleben Druck durch ausbleibende wirtschaftlichen Erfolg und zeigen später gegenteiliges Verhalten. In einem Fall bestand nach Umzug von Klientel in eine angemietete Wohnung Gefahr einer psychischen Krise durch Hinterlassenschaften des verstorbenen Vormierters. Verantwortlich war Vermieter oder gesetzliche Betreuung. - Egal. Ich melde den Fall. Sinngemäßer Kommentar der zuständigen Leitungskraft: "Ihre Darstellung ist nicht zutreffend. Was sie beschreiben haben, entspricht nicht der Realität." Wochen später erhalte ich eine Rückmeldung, dass ein Irrtum vorlag.
Anderer Fall: Mir wird auf einer Regionalkonferenz ohne vorherige Ankündigung mitgeteilt, dass aus wirtschaftlichen Gründen meine Stelle gestrichen wird. Ich lade mir die Regionalleitung zur Nachbesprechung ein, da ich mit der Kommunikation nicht einverstanden bin: Man versteht meine Situation und entschuldigt sich für den Vorfall.
Ich bewerbe mich auf weitere Stellen im Unternehmen. Später erfahre ich von meiner Leitungskraft, dass die Regionalleitung an meiner Loyalität zweifelt und ich keine weitere Stelle erhalten werde.
Arbeitsbedingungen
Sauberkeit, Sicherheit und Strukturen (Arbeitszeiten, Räume, Fahrzeuge, IT-Infrastruktur, Vorlagen für sämtliche Fälle X, die einmal im Jahr vorkommen) konnte bisher kein Arbeitgeber derartig gut erfüllen. Hier gibt es eine starke Mitarbeitervertretung, die mehrfach anruft, wenn man Wehwehchen hat.
Kommunikation
Es gibt ein Magazin, das schön designt und inhaltlich eher zur Belustigung dienen. "Hast Du gesehen? So und So ist im Ring." Anstatt hier Fachthemen zu platzieren, wird das Papier zur Selbstdarstellung à la "Was nehme ich mit auf eine einsame Insel" von v. a. D. Leitungskräften genutzt.
Kommunikation über arbeitsrelevante Entscheidungen wird eher dogmatisch getroffen. Mehrfach wurde auch erst kommuniziert, und dann überlegt, wie man es umsetzt. Auf Regionalkonferenzen und Fachteams sind Entscheidungen formuliert worden, ohne das klar war, was diese für den restlichen Tag, die nächsten 4 Wochen oder die nächsten 4 Monate bedeuten. Derartige Treffen wurden beendet, ohne eine operative Umsetzung zu besprechen. Das lässt Schlüsse zu, in welcher Lebenswirklichkeit man sich befindet.
Erst durch späteres Nachfragen bei der Führungsebene ist Handlungsklarheit möglich geworden.
In bekannten Fällen sind arbeitsvertragliche Veränderungen nicht vorangig mit den Betreffenden besprochen worden, sondern wurden vor versammelter Gruppe verkündet, oder in Abwesenheit von betreffenden Mitarbeitenden. Einseitige Kommunikation wird als Sanktionsmittel benutzt.
Gehalt/Benefits
Durchschnittliches Gehalt. Die Wahrheit ist, im AVR steigt man höher ein und endet niedriger als in anderen TVs. Die Selbstdarstellung: "überdurchschnittliche Vergütung" ist nicht korrekt.
Auch sind andere Betriebsrenten, bspw. VBL, ergiebiger.
Interessante Aufgaben
Hast Du Lust das Unternehmen zu ändern? - Vergiss es: Alle sozialen Träger leiden in Folge steigernder Lohnkosten und gleichbleibender Entgeltvereinbarungen. Bethel ist vergleichsweise wirtschaftlich gut aufgestellt. Daran wird es nur bedingt liegen. Dass es ein träger Haufen ist, liegt an strukturellen Zwängen, die andere bestimmt detaillierter darstellen können.
Partizipation endet auf der Ebene zwischen Betreuungs- und Leitungskraft. Ja, sie bemühen sich dies zu ändern, und wissen vermutlich, um ihre Schwäche. Sie versuchen dies mit der Bildung von "think tanks" zu lösen, die Bethel untypisch realtiv unstrukturiert sind. Es gibt keine klaren Problemstellungen und demzufolge auch keine Ergebnisse.
Adorno würde an der Richtigkeit meiner Bemühungen zweifeln. Ich glaube, dass in der Beziehung zum Klientel der Wunsch, einen Beitrag zu leisten, umgesetzt werden konnte.
Mach Dir deine Aufgaben selbst interessant. Verwirkliche deine Hobbies mit dem Klientel. Lass Sie teilhaben an einem Leben, welches Ihr wünschenswert findet. Verbringe Zeit unter Gleichen.

