1 Bewertung von Mitarbeiter:innenkununu Prüfprozess
kununu Prüfprozess
Ihr Unternehmen?
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Es gibt leider keine Punkte, die man hier herausheben könnte und sich ggf. von anderen Agenturen unterscheidet.
Vieles hatte ich bereits zu den einzelnen Bewertungen erläutert. Man könnte sagen "es ist die Gesamtsituation" aus den einzelnen Aspekten und ich befürchte, dass es keinerlei Verbesserung gibt und die Agentur bis zum Ende eine One-Man-Show bleibt.
Aus alten Strukturen herausbrechen und im Umgang mit Personal und Auftraggebern mit der Zeit gehen. Heutzutage sitzt man nicht mehr im feinen Anzug dem GF einer Firma gegenüber, der ggf. noch im gleichen Alter und auf dem Gebiet Design ein Laie ist. Man wird von der Abteilung für PR & Marketing des Unternehmens angefragt und dort sitzen teils halb so alte Mitarbeiter/innen mit Designstudium, Mediengestalterausbildung oder Agenturerfahrung. Das sollte man respektieren und als gleichgestellt ansehen. So springen weniger Interessenten ab.
Obwohl die Arbeit gleichberechtigt ist gilt ein deutliches von oben herab. Eine Aussage wie "Ich bin Chef!", um nicht mal kurz helfen zu müssen, wird als Argument genommen. 90% meiner Zeit in der Firma waren nur Chef + ich, zwei Kolleginnen wurden in der Zeit regelrecht psychisch verschlissen und hatten Angst, wenn ich mal im Urlaub war. Meine Vorgängerin ging wohl mit einem lautem Wortgefecht auf dem Flur. Es herrschte eine deutliche "Problematik" gegenüber selbstbewussten Frauen.
Ich kenne keine Ex-Mitarbeiter, die gut über die Firma respektive die Chefetage reden. Bei einigen Kunden herrscht ein mentales Hausverbot und bei anderen Agenturen ist der Name "bekannt". Langjährige Bestandskunden sichern zumindest das Image. Potentielle Neukunden orientieren sich gerne nach dem ersten Gespräch mit dem GF um und verstehen die Welt nicht mehr. Ich habe selber Kunden gewonnen, die vorher dort waren.
Urlaub war fast immer möglich sofern es keine Überschneidungen gab. Bei Kind-krank war Homeoffice auch kein Problem. Die seltsame Art direkt bei einer Krankmeldung zu fragen "Was haste denn?" und sich dann bei anderen Leuten während der Abwesenheit darüber "lustig" zu machen und die Krankheit kleinzureden ist sehr fragwürdig.
Keine Weiterbildungen für die entscheidenden Arbeitsbereiche - nur learning by doing. Eine mögliche Nachfolge oder anteilige Gleichstellung war leider nur heiße Luft.
Gehalt ist zum Einstieg immer eine Verhandlungssache aber sollte entsprechend gewürdigt werden, wenn die Arbeit über Jahre gut läuft und man die Agentur effektiv zu zweit führt. Aber bei einem Gespräch über Gehalt mit schlechter Wirtschaftslage zu argumentieren und null Spielraum zu lassen (obwohl gute Zahlen da waren) und sich dann selber das GF Gehalt zu erhöhen ist schon fragwürdig.
Es gab keine Arbeitsanweisungen oder Vorgehensweisen, die den Umweltaspekt speziell berücksichtigen. In der Werbebranche wird viel Papier, Folie, Platten- und Bannermaterial produziert und das teilweise auch für kurzweilige Zwecke. Nachhaltig ist das nicht und Abfälle werden als Gewerbemüll entsorgt. Es gibt hier und dort die Möglichkeit klimaneutral oder mit Co2-Ausgleich Druckprodukte herzustellen, aber das wurde aus Sparmaßnahmen nicht gemacht.
Und den Kollegen/Kolleginnen (sofern welche da waren) und mit den externen Monteuren war der Umgang und Zusammenhalt bestens. Das galt aber nicht für den Umgang von oben.
In meiner Zeit gab es keine älteren Kollegen, nur externe Helfer die älter waren. Hierbei schien der Umgang fast auf Augenhöhe, es sei denn, irgendwas passte nicht so ganz. Ein Interesse Mitarbeiter lange zu halten wird nicht proaktiv gelebt. Eine meiner Vorgängerinnen und mir selbst wurden Perspektiven zum 2. GF oder in Aussicht gestellt aber das wurde "aus Gründen" dann ausgesetzt. Von daher sah ich selber keine Zukunft dort.
Konfliktfälle waren immer problematisch und es musste jegliches "wie, warum, weshalb" bis ins Kleinste ausdiskutiert werden obwohl manchmal die Zeit rannte und man eine Lösung für den Kunden hatte. Man kann leider nicht vernünftig gegenüber cholerische Fragen oder Aussagen argumentieren. Runterputzen und Schuld zuweisen musste einfach erstmal sein. Und hatte man ein passendes Gegenargument oder konnte die Situation mit Argumenten zum Verlauf des Ganzen erklären hieß es nur "Du musst immer das letzte Wort haben?" Kommunikationsseminare für GF sind wichtiger denn je!
Technisch war man "ganz okay" aufgestellt aber für Grafikbearbeitung etwas unterpowert, was schon etwas umständlich im Arbeitsalltag. Es galt allgemein ein Sparprinzip was Arbeits- und Montagematerial angeht mit dem Ziel der Gewinnmaximierung. Ich sage nur abgezählte Schrauben für die Bauschildmontage.
Kommunikation in Form von Austausch zum Projektverlauf wurde täglich morgens gemacht und später auch immer zum Feierabend. In den seltsamsten Situationen kamen aber sinnfreie Nachfragen auf die es keine Antwort gab. Nach über einem Jahr wurden dann die "Feierabendmeetings" noch während der Arbeitszeit gemacht und nicht nach dem Feierabend und wo man schon auf dem Weg zur Tür war. Das als "Überstunde" anzurechnen sei ja wohl Unmöglichkeit. Die versprochene Weihnachtsprämie oder Extrabonus wenn ein großes Projekt erfolgreich abgeschlossen wurde, waren leider nur heiße Luft.
Es herrschte ein deutliches Herabsehen auf weibliche Mitarbeiter oder weibliche Auftraggeber, die eine eigene Meinung hatten. Man stellte sich als Dienstleister oftmals über den Auftraggeber und redete bei Meetings die Ideen schlecht. Und die Kommentare über eine Kollegin, die "in ihrem Alter noch ein Kind bekommt" und man sich "so etwas doch mal überlegen sollte" ließen selbst mich erblassen.
Die Arbeit in einer Werbeagentur ist immer nur so interessant, wie der Auftrag selbst - es bedeutet aber auf festgelegte Zeit kreativ sein zu müssen auch wenn das Angebot ohne Meinung des Mitarbeiters ausgearbeitet wurde um z.B. den Zeitaufwand richtig einzuschätzen.