Gehalt ist okay - Aber menschlich ist die Firma miserabel
Gut am Arbeitgeber finde ich
Zusatzleistungen wie Urlaubsgeld und Schichtzulagen. Urlaub wird einem in der Regel nicht verweigert bei der Planung.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Fehlende Karrierechancen für Werker, Herabwürdigung der Werker, Interner Wettbewerb der einzelnen Schichten, Leistung wird nicht anerkannt; nur wenn diese fehlt ist es ein streitiges Thema.
Handynutzung ist eingeschränkt.
Verbesserungsvorschläge
Leistung belohnen, die Werker mehr als Menschen betrachten, Führungskräfte und Büroleute sollten verpflichtend mal einige Wochen in der Produktion arbeiten.
Arbeitsatmosphäre
Oberflächlich unter den Werkern ist diese meist kollegial und angenehm. Aber wenn dann mal jemand eine oder zwei Entgeldgruppen höher ist, verändert sich die Dynamik mitunter ins negative.
Kommunikation
Ein Deaster. Flurfunk ist gelebte Praxis und man erfährt vieles erst durch fünf Ecken - anstatt das man es ins Gesicht gesagt bekommt. Mitunter gibt es viel Gelästere und Getuschel - auch unter den Werkern.
Kollegenzusammenhalt
Innerhalb der Gruppe meist gut. Aber auch da gibt es immer internen Wettkampf. Schichtübergreifend ist der Zusammenhalt wackelig. Es fühlt sich wie ein Wettbewerb an, wer mehr glänzt.
Work-Life-Balance
Die feste Arbeitszeit von 7,5 Stunden tut einem im Alltag sehr gut. Überstunden werden so und auch durch Schichtübergabe verhindert. Bemängeln tue ich, dass hier Nötigung zur Samstagsarbeit herrscht. Auch das System mit dem Gleitzeitkonto kommt einem oft sehr gelegen. Nützlich wenn man mal einen Arzttermin etc. hat.
Vorgesetztenverhalten
Auf dem ersten Blick respektvoll. Aber da beginnt auch die miserable Kommunikation. Man ist mehr Drohne statt ein Mensch mit all seiner Würde. Wertschätzung von Vorgesetzten ist bestenfalls selten vorhanden; i.d.R. gibt es das nicht. Man ist nie gut genug, und wenn jemand kann, wird es als gegeben gesehen.
Interessante Aufgaben
Repetitiv; und doch ist man das Mädchen für alles. Man muss produzieren wie ein Wahnsinniger, man muss Putzen wie eine "Reinigungskraft" und dann noch Buchhaltung wie ein Sekretär betreiben.
Wenn man den Führungskräften Honig ums Maul schmiert, kann man sich eventuell mal für ein interessantes Projekt bewerben.
Gleichberechtigung
Von Männern und Frauen wird das gleiche erwartet. Beide haben die Möglichkeit auf Elternzeit.
Umgang mit älteren Kollegen
Auf Ebene der Blaumänner gut, aber von den älteren wird von den Führungskräften exakt dasselbe abverlangt wie von einem fitten 20-Jährigen. Das zeigt, dass die Leute in den Büros keine Ahnung auf operativer Ebene haben.
Arbeitsbedingungen
Wegen personeller Fluktuation mitunter stressig. Man muss oft Arbeit für zwei oder drei Leute parallel machen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Wird beworben. Viel wird noch immer ausgedruckt.
Mülltrennung funktioniert hier ausreichend.
Gehalt/Benefits
Brutto/Netto wird hier das mindeste geleistet. An sich das Gehalt ist okay, aber auch nur dank Tarifverträge dank der IG Metall
Image
Leute außerhalb fragen einen wann die Firma dicht macht. Das sagt alles über das Image.
Karriere/Weiterbildung
Als Werker hat man da wenig Luft nach oben. BWLern, Industriekaufleute und Werkstudenten wird der rote Teppich ausgerollt; doch sind es gerade die die keine Ahnung auf operativer Ebene haben.