Wer stur führt, verliert sein Team und nichts infrage stellt, passt hier rein.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Technisch interessante Aufgaben, besonders im Prototypenbereich. Die Ausstattung war modern, und die Sozialleistungen lagen im soliden Bereich. Einzelne Kolleginnen und Kollegen im Team waren engagiert und hilfsbereit – trotz der schwierigen Rahmenbedingungen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Führungsstil und Umgang mit Mitarbeitenden:
Der Führungsstil war stark autoritär – Mitarbeitende hatten kaum Mitspracherecht, Kritik war unerwünscht und wurde oft ignoriert. Entscheidungen wurden meist ohne Einbindung getroffen. Abmahnungen wurden aus meiner Sicht gezielt und willkürlich als Druckmittel eingesetzt; teilweise mehrfach innerhalb kurzer Zeit. Betroffen waren nicht nur einzelne Mitarbeitende, sondern auch Personen in leitenden Positionen. Die daraus entstehende Unsicherheit und Vertrauensverluste wurden offenbar nicht wahrgenommen oder bewusst in Kauf genommen.
Personalfluktuation und fehlende Konsequenzen:
In einer bestimmten Abteilung setzte eine auffällige Fluktuation erst mit der Einführung eines neuen Teamleiters ein. Zuvor war die Lage unter dem Logistikleiter zwar nicht perfekt, aber stabiler. Nach dem Führungswechsel verließen fast alle Mitarbeitenden nach und nach das Unternehmen. Manche Stellen wurden ersetzt, andere blieben unbesetzt. Auch neue Kolleginnen und Kollegen blieben häufig nur kurze Zeit – viele wirkten schnell überfordert oder frustriert. Trotz dieser Entwicklung wurde intern nichts hinterfragt – es wurde einfach weitergemacht, als wäre alles in Ordnung.
Arbeitsklima und Atmosphäre:
Mit der Zeit veränderte sich die Stimmung deutlich. Wo früher noch gelegentlich kurze Gespräche oder Smalltalk möglich waren, herrschte zunehmend angespannte Stille – insbesondere in Anwesenheit des Teamleiters. Der Druck von oben war spürbar und beeinflusste das Miteinander im Team negativ.
Führung auf Bereichsebene:
Eine Aussage eines Meisters blieb mir besonders im Gedächtnis: Es habe keinen Sinn, bei diesem technischen Leiter irgendetwas infrage zu stellen – er ziehe stur seine Linie durch und merke nicht einmal, was er damit auslöst. Der Umgang mit ihm wurde intern häufig als sehr schwierig wahrgenommen. Dazu kam der Eindruck, dass Entscheidungen auf Bereichsleitungsebene kaum hinterfragt wurden – auch dann nicht, wenn offensichtlich war, dass es an praktischem Verständnis für die Abläufe fehlte.
Fehlende Entwicklung und mangelnde Wertschätzung
Feedback oder Verbesserungsvorschläge wurden selten ernst genommen, Verantwortung oft weitergeschoben. Klare Strukturen fehlten ebenso wie echte Förderung oder Entwicklungsmöglichkeiten. Wertschätzung war kaum spürbar. Insgesamt entstand ein Arbeitsumfeld, in dem Frust und Rückzug fast unvermeidlich waren.
Verbesserungsvorschläge
Führungskräfte sollten gezielt geschult werden – insbesondere im Umgang mit Mitarbeitenden, Kommunikation, Feedbackkultur und Konfliktlösung. Kritik und Vorschläge ernst zu nehmen, wäre ein erster Schritt. Außerdem braucht es mehr Transparenz bei Entscheidungen, faire Entwicklungschancen und eine offene Fehlerkultur. Ohne diese Veränderungen wird sich an der hohen Fluktuation und Unzufriedenheit wenig ändern.
Arbeitsatmosphäre
Die Stimmung war oft angespannt und geprägt von Unsicherheit. Untereinander war der Umgang meist respektvoll, aber durch den Führungsstil entstand ein Klima, in dem sich viele zurückhielten und lieber schwiegen.
Kommunikation
viele Missverständnisse, Feedback wird ignoriert oder negativ ausgelegt
Kollegenzusammenhalt
Eine Person, die sich lange wie eine Führungskraft verhielt, wurde offiziell zur Teamleitung – die ursprünglichen Teammitglieder verließen nach und nach das Unternehmen. Das sagt vieles aus.
Sogar ein neuer Mitarbeiter hat sich damit nicht identifizieren können – und hat für sich Konsequenzen gezogen.
Work-Life-Balance
Gleitzeit nur auf dem Papier: 8 Stunden Anwesenheit waren Pflicht. Früher gehen nur mit Zustimmung des Teamleiters – selbst bei 5 Minuten. Kurzfristiger Urlaub oder Überstundenabbau? Kaum möglich. Flexibilität war nicht vorgesehen.
Vorgesetztenverhalten
Führung fand überwiegend autoritär und kontrollierend statt. Kritik oder Vorschläge waren unerwünscht und wurden schnell als Störung wahrgenommen. Entscheidungen wirkten oft willkürlich, und echte Unterstützung oder Anerkennung durch Vorgesetzte war selten.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben waren technisch anspruchsvoll und abwechslungsreich, besonders im Prototypenbereich. Es gab viele spannende Themen – allerdings fehlte oft die nötige Struktur oder Unterstützung, um das Potenzial wirklich auszuschöpfen.
Arbeitsbedingungen
Die technische Ausstattung war modern, aber die Rahmenbedingungen waren belastend: hoher Zeitdruck, viele Zusatzaufgaben, wenig Planungssicherheit. Unterstützung bei Überlastung gab es kaum.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt war etwas über den durchschnitt – im Vergleich zu anderen im Unternehmen, die deutlich mehr verdienten, aber nicht zwangsläufig mehr leisteten, wirkte die Bezahlung oft ungerecht. Die Sozialleistungen waren in Ordnung, aber eher Standard.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildung war kaum vorgesehen – in meiner Zeit gab es genau eine Maßnahme, die sich auf Lean Management beschränkte. Entwicklungsmöglichkeiten waren praktisch nicht vorhanden. Wer aufsteigen wollte, brauchte eher Beziehungen als Leistung.

