Großer Handlungsbedarf im Unternehmen nötig
Arbeitsatmosphäre
Während meiner Zeit im Unternehmen war die Geschäftsführung sowie andere leitende Positionen nur selten vor Ort. Lob und Anerkennung werden zwar hin und wieder ausgesprochen, und es kommt auch vor, dass einem rückgemeldet wird, dass das Umfeld die eigene Arbeit schätzt. Allerdings ist das kein fester Bestandteil der Unternehmenskultur. Insgesamt kann die Atmosphäre – insbesondere seitens der Vorgesetzten – teilweise etwas distanziert und kühl wirken. Eine regelmäßigere Präsenz der Führungskräfte und mehr Wertschätzung im Alltag würden das Arbeitsklima deutlich verbessern.
Image
Das Image des Unternehmens ist sowohl intern als auch extern schwierig. Viele Mitarbeitende stehen nicht zu 100 % hinter der Firma, da es immer wieder Kritik an Führungskräften, Arbeitsbedingungen und internen Abläufen gibt. Auch nach außen ist der Ruf des Unternehmens bereits durch entsprechende Gespräche und Erfahrungen geprägt, insbesondere was das Verhalten mancher Vorgesetzter betrifft. Eine offene Fehlerkultur und ehrliche Kommunikation würden hier viel dazu beitragen, das Vertrauen der Mitarbeitenden wiederzugewinnen und das Image langfristig zu verbessern.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance ist im Unternehmen insgesamt sehr gut. Besonders positiv ist, dass nach einem Gleitzeitmodell gearbeitet wird – man kann also auch mal später anfangen oder früher gehen, wenn es die Arbeit erlaubt. Überstunden können flexibel abgefeiert oder ab einem bestimmten Kontingent sogar ausgezahlt werden. Auch bei privaten Problemen steht die Firma hinter einem und zeigt Verständnis, was sehr geschätzt wird. Urlaub kann in der Regel auch kurzfristig genommen werden, und Brückentage werden bereits bei der Urlaubsplanung berücksichtigt. Insgesamt bietet das Unternehmen in diesem Bereich ein faires und mitarbeiterfreundliches Arbeitsumfeld.
Karriere/Weiterbildung
Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten sind grundsätzlich vorhanden, allerdings muss man sich aktiv und konsequent selbst darum kümmern. Wer sich stark engagiert, hinter der Firma steht, eigene Ideen einbringt und sich für reibungslose Abläufe einsetzt, hat grundsätzlich die Chance, sich beruflich weiterzuentwickeln und eine bessere Position zu erreichen. Allerdings wird das Thema Weiterbildung kaum von den Vorgesetzten oder der Firma selbst angestoßen. Es gilt hier klar das Prinzip: „Man ist in der Holschuld, nicht in der Bringschuld.“ Mitarbeitende müssen also selbst immer wieder nachfragen, welche Schulungen oder Fortbildungen möglich sind und ob diese überhaupt sinnvoll oder relevant für den jeweiligen Bereich sind. Eine proaktivere Kommunikation und klarere Förderung seitens des Unternehmens wären hier sehr wünschenswert.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt wird grundsätzlich pünktlich gezahlt, allerdings immer erst zum 1. des Monats und nicht bereits am 30. oder 31. – was bei Wochenenden oder Feiertagen dazu führen kann, dass das Geld erst am 3. oder 4. auf dem Konto ist. Zudem gibt es immer wieder Unklarheiten bei Gehaltserhöhungen und Leistungsanpassungen. Häufig werden Gehaltserhöhungen zunächst zugesagt, später aber lediglich als Leistungszuschuss umgesetzt. Auf internen Plattformen wie Spond werden entsprechende Einträge teilweise nachträglich korrigiert oder gelöscht, ohne dass offen zugegeben wird, dass hier ein Fehler gemacht wurde. Auch im Bereich der Provisionen gibt es Unstimmigkeiten: Es wird von zusätzlichen Vergütungen gesprochen, die dann aber nicht ausgezahlt werden. Gleichzeitig wird den Mitarbeitenden teilweise vorgeworfen, zu wenig zu erwirtschaften – obwohl tatsächlich hohe Umsätze erzielt wurden. Hier wäre mehr Transparenz, Verlässlichkeit und Fairness wünschenswert.
Vorgesetztenverhalten
Das Vorgesetztenverhalten ist je nach Bereich sehr unterschiedlich. Besonders im Hinblick auf die Geschäftsführung fällt auf, dass nach außen ein anderes Bild vermittelt wird, als es intern tatsächlich gelebt wird. Nach außen stellt sich die Geschäftsführerin als Mentorin dar, die zeigt, wie moderne Unternehmensführung funktioniert – viele dieser Aussagen werden intern jedoch nicht konsequent umgesetzt.
Unangemessen ist auch, dass über eigentlich anonyme interne Bewertungen öffentlich gesprochen wird. Dabei wird erwähnt, dass nur ein Teil der Mitarbeitenden teilgenommen habe und die übrigen geschwiegen hätten – was das Vertrauen in die Anonymität solcher Umfragen beeinträchtigt und die Stimmung im Team negativ beeinflussen kann.
Viele Inhalte, die auf öffentlichen Plattformen von der Geschäftsführerin geteilt werden, zeichnen ein sehr positives Bild, das jedoch nicht immer der Realität im eigenen Unternehmen entspricht. Es wäre wünschenswert, wenn die dort beschriebenen Werte und Führungsprinzipien auch intern stärker gelebt würden. Insgesamt besteht hier deutliches Verbesserungspotenzial – vor allem durch mehr Präsenz, Authentizität und ein offeneres, wertschätzendes Miteinander
Arbeitsbedingungen
Insgesamt sind die Arbeitsbedingungen in Ordnung, allerdings wäre ein technisches Update in vielen Bereichen sinnvoll. Arbeitsmittel und Equipment sollten dort modernisiert werden, wo es wirklich notwendig und angebracht ist. Gleichzeitig sollte besser darauf geachtet werden, dass Investitionen sinnvoll eingesetzt werden – es macht wenig Sinn, Geld für Anschaffungen auszugeben, die nur ein- oder zweimal im Monat genutzt werden. Eine gezieltere und bedarfsgerechtere Ausstattung würde die Arbeitsbedingungen deutlich verbessern.
Kommunikation
Nach außen wird im Unternehmen viel Wert auf Kommunikation gelegt – in der Praxis wird dieser Anspruch jedoch nur selten umgesetzt. Sowohl unter den Mitarbeitenden als auch seitens der Vorgesetzten und der Geschäftsführung fehlt es oft an offener und konsequenter Kommunikation. Viele Abläufe könnten deutlich reibungsloser funktionieren, wenn die Abteilungen besser miteinander sprechen und Informationen rechtzeitig weitergegeben würden. Häufig kommt es zu Missverständnissen oder Fehlern, weil der eine nicht weiß, was der andere macht – selbst bei gemeinsamen Kundenterminen ist die Abstimmung teilweise unzureichend. Eine offene, regelmäßige und transparente Kommunikation würde die Arbeitsstruktur und Zusammenarbeit im Unternehmen erheblich verbessern.