Unprofessionelles Management und fehlende Planung
Gut am Arbeitgeber finde ich
Kaum etwas. Andere, modernere Unternehmen bieten mittlerweile vergleichbare Möglichkeiten zur Arbeitsstrukturierung und Work-Life-Balance, hier gibt es dafür keine echten Vorteile. Ex-Mitarbeiter bereuen den Austritt in der Regel nicht.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Es fehlt an klaren Strukturen und effizienten Prozessen, wodurch die Arbeit häufig unkoordiniert und chaotisch abläuft. Moderne Software oder Tools, die in erfolgreichen Unternehmen üblich sind, werden kaum eingesetzt. Außerdem mangelt es an ausreichend kompetenten Mitarbeitenden und an fachlich versierter Führung. Auch Sauberkeit und Ordnung in den Arbeitsräumen lassen zu wünschen übrig.
Verbesserungsvorschläge
Es wäre sinnvoll, einen grundlegenden Perspektivwechsel im Umgang mit Mitarbeitern vorzunehmen und die Arbeitsmethodik sowie Herangehensweise grundsätzlich zu überdenken. Dem Management fehlt es an methodischer und fachlicher Kompetenz, sodass viele Prozesse praktisch „von vorne“ begonnen werden müssten. Eine stärkere Investition in Führungskompetenzen und strukturierte Prozesse könnte die Situation erheblich verbessern.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre war insgesamt belastend. Der Chef ist häufig stark gestresst, was sich in emotionalen Ausbrüchen und einem angespannten Umgangston äußert. Dadurch entstand ein Umfeld, das von Unsicherheit und Druck geprägt war.
Unter den Mitarbeitenden herrschte stellenweise ein toxischer Umgang miteinander. Klare Strukturen, Zuständigkeiten oder abgegrenzte Abteilungen waren kaum vorhanden, was zusätzlich zu Chaos und Unruhe im Arbeitsalltag beitrug.
Die Räumlichkeiten befanden sich im Souterrain, wodurch es oft dunkel ist. Zudem machte das Arbeitsumfeld insgesamt einen ungepflegten Eindruck: Es war häufig unaufgeräumt, unstrukturiert und die Sauberkeit ließ zu wünschen übrig.
Positiv hervorzuheben ist, dass einzelne Kolleginnen und Kollegen bemüht und menschlich in Ordnung waren. Insgesamt überwogen jedoch die negativen Aspekte deutlich.
Image
Das Unternehmensimage ist quasi nicht vorhanden. Es wird kaum in die Außendarstellung oder Medienpräsenz investiert, abgesehen von Produktwerbung. Ein Beispiel: Auf Kununu fehlt sogar ein Profilbild.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance war grundsätzlich gegeben.
Karriere/Weiterbildung
Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es praktisch nicht. Die Hierarchie ist sehr flach, Aufstiegschancen existieren kaum. Weiterbildung muss man komplett privat angehen, die Firma beteiligt sich nicht daran.
Gehalt/Benefits
Die Gehälter sind vergleichsweise niedrig und werden teilweise durch Sozialleistungen ausgeglichen. Für berufserfahrene Mitarbeiter bleiben sie jedoch deutlich weniger attraktiv als in anderen Unternehmen. Ein größeres Problem waren wiederholt verspätete Gehaltszahlungen, gegen Ende lagen sie teilweise bis zu drei Monate im Verzug.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Es wird auf Papier geachtet, und ein Kartonschredder ermöglicht es, Verpackungsmaterial wiederzuverwenden. Allerdings ist es als E‑Commerce-Händler schwierig, Müll konsequent zu vermeiden, da täglich sehr viel Verpackungsmaterial und Schrott anfällt. Die Bemühungen sind lobenswert, stoßen aber in der Praxis an ihre Grenzen.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt unter den Kolleginnen und Kollegen war größtenteils vorhanden. In vielen Situationen unterstützte man sich gegenseitig und war sich in grundlegenden Punkten einig. Gleichzeitig kam es jedoch regelmäßig zu Rivalitäten und unnötigem Drama, was den Arbeitsalltag belastete und teilweise zur Normalität wurde.
Ein wiederkehrendes Thema unter Mitarbeitenden war die Unzufriedenheit mit der fachlichen und organisatorischen Führung. Diese gemeinsame Wahrnehmung führte zwar zu einem gewissen Zusammenhalt, ersetzte jedoch keine konstruktive Zusammenarbeit oder klare Führung von oben.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten der Führungskraft war problematisch und stark belastend. Häufig kam der Vorgesetzte gestresst zur Arbeit, was sich in emotionalen Ausbrüchen widerspiegelte. Die Kommunikation war oft unklar, und Entscheidungen wurden nicht nachvollziehbar vermittelt. Teilweise wurden private Themen in den Arbeitskontext gezogen oder unangebrachte Kommentare gemacht, die den Arbeitsalltag zusätzlich erschwerten.
Es gab keine klaren Pläne, keinen organisierten Aufbau der Abteilungen und keine nachvollziehbare Kontrolle von Entscheidungen. Dies führte zu Unklarheiten, ineffizienten Abläufen und zusätzlichem Stress im Arbeitsalltag.
Arbeitsbedingungen
Die grundlegende Technik und Ausstattung war vorhanden, sodass die Arbeit grundsätzlich möglich war. Allerdings schwankten Lärmpegel, Beleuchtung, Belüftung und Temperatur je nach Raum stark. Teilweise war das Arbeitsumfeld unangenehm, dunkel oder schlecht belüftet, was die Arbeitsqualität und das Wohlbefinden beeinträchtigte.
Kommunikation
Die interne Kommunikation war überwiegend unstrukturiert und wenig zielführend. Meetings wirkten häufig unvorbereitet, Inhalte wurden nicht klar definiert und es kam regelmäßig zu Abschweifungen, ohne zu konkreten Ergebnissen zu kommen.
Die E-Mail-Kommunikation mit der Führung war schwierig, da Informationen oft unklar formuliert waren und Interpretationsspielraum ließen. Wichtige Entscheidungen wurden zudem regelmäßig über die Köpfe der eigentlich Verantwortlichen hinweg getroffen. Neue Aufgabenbereiche oder Zuständigkeiten wurden kurzfristig und ohne nachvollziehbare Abstimmung vergeben.
Informationen zur aktuellen Lage des Unternehmens sowie zur strategischen Planung wurden mit einem Großteil der Mitarbeitenden nicht offen kommuniziert. Statt klarer Ansagen entstand häufig ein Informationsdefizit, das durch Gerüchte gefüllt wurde.
Gleichberechtigung
Die Gleichberechtigung im Unternehmen war eingeschränkt. Es gab Unterschiede in der Behandlung von Mitarbeitenden, und nicht alle wurden gleichwertig in Entscheidungen oder Aufgaben einbezogen. Teilweise schien der Zugang zu Ressourcen oder Informationen von persönlichen Präferenzen abhängig zu sein.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben waren insgesamt wenig abwechslungsreich und boten nur begrenzte Entwicklungsmöglichkeiten. Moderne, in erfolgreichen Unternehmen übliche Tools oder Software wurden kaum eingesetzt; abgesehen von Standardanwendungen wie Microsoft Office kam wenig Neues oder Nützliches zum Einsatz.