Rette sich wer kann! (und bitte ersparen Sie mir die scheinbar übliche HR-Replik auf diesen Beitrag)
Gut am Arbeitgeber finde ich
Interessante, spannende Aufgabenbereiche, viele sehr nette KollegInnen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Leitungsbedingt eine eher unangenehme Atmosphäre, die regelmäßig für innere Verspannungen und Unzufriedenheit sorgt. Der Umgang mit MitarbeiterInnen ist wirklich schlecht.
Verbesserungsvorschläge
Bei der letzten Mitarbeiterbefragung wurde die Leitung dieses Bereiches sehr schlecht, man könnte auch sagen katastrophal bewertet. Das hatte leider keinerlei Folgen, außer der Androhung, dass jeder einzeln nach vorne vor die Leitung treten soll um zu sagen was ihm nicht passt, da sich keiner auf Nachfrage äußern wollte (wurde dann doch nicht wahr gemacht, puh). Auch die vor kurzem erfolgte aktuelle Mitarbeiterbefragung wird wohl einen gewissen Handlungsbedarf hervorbringen, da es eine gewisse Unzufriedenheit gibt. Empfehle hier mal tatsächliches Handeln statt leerer Ankündigungen.
Arbeitsatmosphäre
Stell dir einfach einmal bildlich vor, du bist ein Mülleimer, in dem alle ihre Bedürfnisse ungesteuert rein kippen. Dann kommt die Leitung und tritt bei Bedarf nach, weil - na ja, ohne Leitung und planvolle Steuerung funktioniert es halt nicht immer so ganz. Das Nachtreten erfolgt immer in dem Bestreben, inhaltlich und thematisch selber nicht einzusteigen, um jegliche Verantwortung von sich weisen zu können. Wenn es dann knallt, was schon vorkommen soll, schreit die Leitung entsetzt auf, wie konnte das passieren? Warum hast du nicht vorher dies und das geprüft, getestet etc., wie, es gibt keinen schriftlich festgehaltenen Ablaufprozess etc. etc. (alles Dinge die stets offen einsehbar sind für jeden der es sehen möchte und die man auch steuern könnte).
Image
Kann ich nicht wirklich neutral bewerten.
Work-Life-Balance
Geht so. Als Mülleimer trägt man viele Probleme mit nach Hause und kann nicht gut loslassen, wiederkehrend unangenehme Erfahrungen wirken nachhaltig belastend. Das Stress-Level ist allgemein durchgehend sehr hoch, das Arbeitspensum ist in keinster Weise zu schaffen, trotzdem steht man ständig unter Rechtfertigungs-Druck, da das einfach ignoriert wird und es keine Steuerung in dieser Richtung gibt.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildungsmöglichkeiten sind in Ordnung, man kann jedes Jahr mindestens eine qualitativ hochwertige Fortbildung machen.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt ist nicht schlecht bis gut, soweit beurteilbar in etwa marktüblich, auch wenn es die letzten Jahre etwas stagniert.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Wohlfeile Worte, aber im Kern spielt es keine Rolle.
Kollegenzusammenhalt
Viele Kollegen sind sehr sympatisch, kollegial und beeindruckend klug!
Umgang mit älteren Kollegen
Konnte in dieser Richtung nie etwas Negatives beobachten.
Vorgesetztenverhalten
Im Kern ist die Bereichsleitung (und darüber) das zentrale Problem in diesem Bereich. Die Gruppenleiter folgen der Bereichsleitung zu 100%, auch wenn manche (nicht alle) auch mal nicht so zufrieden damit sind, passiere was da wolle, es war bislang kein Limit in dieser Richtung feststellbar.
Inhaltliche Kompetenz und stringentes Handeln und Entscheiden der Leitung? Beispiel gefällig? Heute so: “In diesem Medium wird nur immer Hallo und Tschüss gesagt, nichts Anderes!” Morgen (und damit meine ich wirklich den nächsten Tag) dann so: Ellenlange, nicht endende Nachfragen und Kommentare, die sich über den ganzen Tag ziehen in genau dem gleichen Medium von genau der gleichen Person, die man natürlich immer pronto beanworten muss, egal wo man gerade inhaltlich ist.
Old school und top-down? Ja, definitiv, man könnte auch sagen die Leitung ist autoritär und möchte eher keinen Widerspruch oder Eigeninitiativen, außer sie entsprechen so insgesamt der eigenen Meinung.
Auf den Punkt gebracht: Mitarbeiter werden nicht geschätzt und nicht ernst genommen, es ist eher so eine übergriffige Big-Daddy-Show, mit der sich alle abgefunden haben.
Arbeitsbedingungen
Ein wirklich sehr interessanter Arbeitsplatz für alle die auf ihrer Karriereleiter weiter kommen wollen und dafür auch immer mal wieder eine Kröte herunter schlucken können. Für geborene Gruppenleiter-Bullies könnte hier ein Traum wahr werden. Allen anderen würde ich hier jedoch abraten, das ist schlicht nicht auf Dauer auszuhalten.
Kommunikation
“Kommunikation” eher so etwas was man nicht braucht. Die gibt es oft gar nicht und sonst eher so in Mini-Häppchen für die Nicht-Leitenden. Kommunikation wird dann auch oft mit Verkündigen missverstanden. Absprachen gelten so lange bis sie einseitig nicht mehr gültig sind, das muss man dann auch nicht mitteilen, das erfährt man ja auch wenn man Glück hat so.
Wie schon einmal hier an anderer Stelle erwähnt, ist die Arbeit meist ein inselbasierter Einzelkampf, Teamarbeit ist nicht wirklich vorgesehen, auch wenn es sie dann doch einmal hier und da punktuell gibt (viele tolle KollegegInnen), aber im Alltagsgeschehen macht jeder so seine Sache für sich und das soll so sein.
Gleichberechtigung
Es gibt fas ausschließlich Männer in diesem Bereich. Aber ich gehe davon aus, dass man wenn man ergeben und loyal ist, auch als Frau aufsteigen kann.
Interessante Aufgaben
Es gibt ein breites Spektrum an interessanten und komplexen Themen, an denen man wirklich wachsen kann, und eine komplexe Systemlandschaft. Die eingesetzte Software ist vielfältig und entspricht dem Stand der Zeit. Man kann definitiv sehr viel lernen!


