Die Behörde bietet zwar Sicherheit und theoretisch gute Rahmenbedingungen, scheitert aber an veraltete Strukturen
Gut am Arbeitgeber finde ich
Gehalt kommt pünktlich.
Homeoffice und in der Theorie Gleitzeit.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
S. Oben
Verbesserungsvorschläge
S. Oben, sehr wichtig wäre eine serviceorientierte Dienstleistung und eine verständnis- sowie respektvolle Umgangsweise innerhalb der Kollegen/in und Führungskräfte
Arbeitsatmosphäre
Die Atmosphäre ist leider stark von Frustration geprägt. Das liegt zum einen an der unzuverlässigen Technik und den langsamen Systemen, die den Arbeitsfluss ständig unterbrechen. Zum anderen herrscht eine spürbare Trägheit: Neue Ansätze oder konstruktive Kritik werden oft blockiert oder mit Abwehr reagiert. Man hat selten das Gefühl, gemeinsam an einem Strang zu ziehen, da viele Referate nur auf ihre eigenen Zuständigkeiten beharren und die Bearbeitung dort extrem lange dauert.
Image
Darüber sprechen wie lieber nicht.
Work-Life-Balance
Die beworbene Flexibilität (Homeoffice/Gleitzeit) existiert leider oft nur auf dem Papier. In der Realität schränken starre Servicezeiten und eine hohe Termindichte den Spielraum massiv ein. Zudem führt das Fehlen von wirksamen Kontrollmechanismen dazu, dass eine spürbare Diskrepanz in der Arbeitsleistung innerhalb der Teams entsteht. Während einige die Freiheiten verantwortungsvoll nutzen, wird die fehlende Leistung anderer durch das Engagement der motivierten Kollegen aufgefangen, was die Arbeitsbelastung unfair verteilt.
Karriere/Weiterbildung
Ohne echte Karrieremöglichkeiten wird die Arbeit schnell zur bloßen "Dienst nach Vorschrift"-Tätigkeit. Während die Verbeamtung früher das "Goldstandard"-Ziel war, zeigt Ihre Erfahrung die Kehrseite: In bestimmten Entgeltgruppen (besonders im Vergleich zu aktuellen Tarifabschlüssen und der freien Wirtschaft) ist der Nettovorteil geringer bei gleichzeitig höherer Unflexibilität. Ob die Pension in 40 Jahren noch gibt, ist fraglich.
Kollegenzusammenhalt
Stark abhängig vom Team. Problematisch ist die mangelnde Arbeitsmoral einzelner Kollegen, die ohne Konsequenzen bleibt.
Die Zusammenarbeit mit anderen Referaten ist mühsam und langwierig, da diese oft chronisch überfordert sind oder nur ein Referatsdenken haben. Das BVA als ganzes gibt es nicht.
Besonders im Beamtenbereich herrscht eine große Starrheit. Kritik oder moderne Ansätze werden unbegründet abgelehnt.
In vielen Referaten geben externe Dienstleister den Takt vor. Als interner Mitarbeiter hat man kaum Befugnisse – oft mit der Begründung „Das war schon immer so“ oder wegen unklarer Zuständigkeiten zwischen den Referaten.
Umgang mit älteren Kollegen
Mit ältern keine Ahnung. Mit jüngeren nicht. Da man als Grünschnabel gilt und ständig zu nicht dienstbezogenen Themen belehrt wird.
Vorgesetztenverhalten
Direkte Vorgesetzte gut. Von dem anderen halte ich mich fern, leider sind sie schwierig.
Arbeitsbedingungen
Stabile Systeme und schnellere Notebooks sind für modernes Arbeiten unerlässlich. Leider ist beides nicht gegeben. Das erste zum Glück alle 2 Monate, das zweite täglich.
Langsame und abstürzende Anwendungen gehören zur Tagesordnung. Während der Arbeitszeiten werden Updates der Programme durchgeführt, wodurch man plötzlich keinen Browser mehr hat. Wenn man Termine über BDBOS / WebEx hat, ist es sehr unschön da die Kundenbehörden immer verwundert sind warum man plötzlich weg ist.
Weiterhin sind die Monitore hell (trotz letzter Stufe) und man hat keine Möglichkeit einen anderen zu bekommen. Die Augen schmerzen dann nach ca. 8h. Einen Blaufilter kann man nicht aktivieren.
Aufgrund von Desk Sharing sind die Arbeitsplätze nicht sauber. Auf dem Tisch liegen Krümel, Kaffeeflecken und auf den Stühlen irgendwelche Flecken. Leider gibt es auch keine seperate Ausstattung (Tastatur/Maus). Schlimm ist es, weil manche Kollegen sich nach dem Toilettengang ihre Hände nicht waschen und die Ausstattung dann verwenden. Im Sommer gibt es keine Klimatisierung.
Kommunikation
Die Serviceorientierung der Personalabteilung / Führungskräfte ist ausbaufähig. Die Kommunikation ist wenig wertschätzend und ist charakterlich 'von oben herab' . Anfragen werden häufig nur sehr oberflächlich und unvollständig beantwortet. Zudem scheint es ein deutliches Gefälle in der Kommunikation zu geben, wobei der Umgang mit Beamten oft noch schwieriger und distanzierter wirkt als mit Tarifbeschäftigten.
Gehalt/Benefits
Ist halt gesetzl. vorgegeben.
Für Referatsausflüge, Weihnachtsfeiern oder Brauchtumstage (z. B. Karneval) gibt es faire Zeitgutschriften.
Interessante Aufgaben
Es ist paradox: Die Behörde gibt Millionen für Berater/Dienstleister aus, die den Takt vorgeben, während das eigene Personal großenteils zu "Abnicken" degradiert wird. Eine richtige Zusammenarbeit gibt es nicht.
Durch die starke Zergliederung der Prozesse (jeder macht nur einen winzigen Teil) geht das Gefühl verloren, am Ende etwas Sinnvolles für den Bürger oder die Gesellschaft bewirkt zu haben. Wenn Verantwortung zerstückelt ist, fühlt sich dann am Ende auch niemand für das Gesamtergebnis zuständig/verantwortlich.

