Die positiven Zeiten nehmen ab – Herausforderungen bei Führung, Kommunikation und Zusammenarbeit.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Positiv hervorheben möchte ich den Zusammenhalt unter einigen Kolleginnen und Kollegen sowie die angenehme Arbeitsatmosphäre, die besonders zu Beginn meiner Tätigkeit vorhanden ist. Die Zusammenarbeit im Team bereitet mir grundsätzlich Freude. Zudem schätze ich die vorhandenen Möglichkeiten zur fachlichen Weiterentwicklung und Weiterbildung.
Auch die Flexibilität im Umgang mit privaten Terminen und Anliegen ist ein positiver Aspekt. Es gibt einige engagierte Mitarbeitende, die sich für eine gute Zusammenarbeit einsetzen und den Arbeitsalltag dadurch angenehmer gestalten.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Kritisch sehe ich aktuell vor allem die Kommunikation und das Vorgesetztenverhalten. Wichtige Informationen werden aus meiner Sicht nicht immer transparent und rechtzeitig an alle Mitarbeitenden weitergegeben. Zudem fehlt es teilweise an Präsenz, Erreichbarkeit und Nähe seitens der Teamleitungen, was die Zusammenarbeit im Team erschwert.
Ein wichtiger Punkt ist für mich das Vertrauen in Teamleitungen. Mitarbeitende sollten sich darauf verlassen können, dass persönliche oder private Anliegen, die im Vertrauen angesprochen werden, sensibel behandelt und nicht ohne Weiteres an andere Kolleginnen oder Kollegen weitergegeben werden. Dieses Vertrauen ist aus meiner Sicht eine wichtige Grundlage für eine gute Zusammenarbeit.
Auch bei der Digitalisierung sehe ich aktuell Stillstand bzw. Rückschritte. Während es in der Vergangenheit aus meiner Sicht mehr Weiterentwicklung in diesem Bereich gab, passiert aktuell nur wenig. Besonders kritisch empfinde ich, wenn bei Problemen mit digitalen Schnittstellen nicht ausreichend Verantwortung übernommen wird und der Eindruck entsteht, dass solche Themen nicht aktiv gelöst werden. Gerade in einer modernen Kanzlei sollte die Digitalisierung weiter vorangetrieben und gemeinsam nach Lösungen gesucht werden.
Zudem empfinde ich manche Entscheidungen im Bereich Homeoffice als nicht nachvollziehbar und teilweise unfair. Wenn eine Teamleitung bereits nach kurzer Zeit die Möglichkeit erhält, dauerhaft im Homeoffice zu arbeiten, während andere Mitarbeitende trotz längerer Betriebszugehörigkeit seit über zwei Jahren auf eine entsprechende Möglichkeit warten, entsteht aus meiner Sicht ein Ungleichgefühl im Team. Einheitliche und transparente Kriterien wären hier wünschenswert.
Auch der Umgang miteinander könnte verbessert werden. Von Teamleitungen erwarte ich einen wertschätzenden und professionellen Umgang sowie eine Vorbildfunktion gegenüber dem Team. Abwertende Äußerungen über Mitarbeitende tragen aus meiner Sicht nicht zu einem positiven Arbeitsklima bei.
Insgesamt wünsche ich mir mehr Verbindlichkeit, Transparenz, Fairness und eine stärkere Umsetzung der Werte, die nach außen kommuniziert werden.
Verbesserungsvorschläge
Ich wünsche mir, dass die Kommunikation innerhalb der Kanzlei verbessert wird und wichtige Informationen transparenter sowie rechtzeitig an alle Mitarbeitenden weitergegeben werden. Gerade bei organisatorischen Änderungen sollte sichergestellt werden, dass alle Kolleginnen und Kollegen denselben Informationsstand haben.
Zudem sollte stärker auf eine wertschätzende und respektvolle Zusammenarbeit geachtet werden. Teamleitungen haben hierbei eine besondere Vorbildfunktion und sollten einen professionellen Umgang innerhalb des Teams fördern.
Eine bessere Erreichbarkeit und Präsenz der Teamleitungen würde den Austausch und die Zusammenarbeit im Team verbessern. Homeoffice ist aus meiner Sicht eine gute Möglichkeit, sollte jedoch so gestaltet werden, dass Kommunikation, Unterstützung und Teamgefühl nicht darunter leiden.
Auch Arbeitsabläufe könnten optimiert werden, beispielsweise indem System-Updates außerhalb der regulären Arbeitszeiten durchgeführt werden, um Einschränkungen im Arbeitsalltag zu vermeiden.
Ich wünsche mir außerdem, dass die vorhandenen Kernwerte der Kanzlei nicht nur nach außen kommuniziert, sondern im täglichen Miteinander stärker gelebt werden. Mehr Transparenz, Verbindlichkeit und regelmäßiges Feedback könnten dazu beitragen, die Zufriedenheit der Mitarbeitenden langfristig zu erhöhen.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre ist zu Beginn meiner Tätigkeit wirklich angenehm gewesen und von einem guten Miteinander geprägt. Mit der Zeit hat sich dies jedoch deutlich verändert. Nachdem einige Mitarbeitende die Kanzlei verlassen haben, hat sich die Stimmung zunehmend verschlechtert. Die personellen Veränderungen führen zu einer höheren Arbeitsbelastung und spürbar mehr Druck im Arbeitsalltag. Dadurch ist aus meiner Sicht viel von der ursprünglich positiven Atmosphäre verloren gegangen.
Image
Das Image der Kanzlei empfinde ich aktuell als ausbaufähig. Nach außen werden die gemeinsamen Kernwerte der BURGGRAF-Gruppe wie Professionalität, Lernbereitschaft, „Aus Mandantensicht denken“, Teamfähigkeit und Zuverlässigkeit vermittelt. Im Arbeitsalltag kann ich diese Werte jedoch nicht in allen Bereichen wiederfinden.
Die Professionalität sehe ich kritisch, wenn über Kolleginnen und Kollegen abwertend gesprochen oder gelästert wird, insbesondere wenn dies von Teamleitungen ausgeht. Die Lernbereitschaft ist aus meiner Sicht grundsätzlich vorhanden. Beim Punkt „Aus Mandantensicht denken“ sehe ich Verbesserungspotenzial, da teilweise der Eindruck entsteht, dass bestimmte Aufgaben oder Anliegen nicht die notwendige Priorität erhalten und dadurch Dinge liegen bleiben.
Auch die Teamfähigkeit empfinde ich aktuell als ausbaufähig, da ein wertschätzender und respektvoller Umgang nicht immer gegeben ist. Die Zuverlässigkeit sehe ich teilweise erfüllt, wünsche mir jedoch mehr Verbindlichkeit und eine bessere Kommunikation.
Insgesamt entsteht für mich eine Diskrepanz zwischen den nach außen kommunizierten Werten und der tatsächlichen Wahrnehmung im Arbeitsalltag.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance ist insgesamt in Ordnung. Allerdings empfinde ich es als unfair, dass Mitarbeitende im Homeoffice sich teilweise nicht an die geltenden Kernarbeitszeiten halten müssen, während diese für andere Kolleginnen und Kollegen im Büro weiterhin verbindlich sind. Eine einheitliche Regelung für alle Mitarbeitenden würde aus meiner Sicht zu mehr Fairness und Transparenz beitragen.
Karriere/Weiterbildung
Die Möglichkeiten zur Weiterentwicklung und Weiterbildung empfinde ich grundsätzlich als gut. Es werden verschiedene Möglichkeiten geboten, sich fachlich weiterzuentwickeln und neue Kenntnisse aufzubauen. Besonders positiv ist, dass die Bereitschaft zur Weiterbildung grundsätzlich unterstützt wird. Verbesserungspotenzial sehe ich noch bei der individuellen Förderung und dabei, Entwicklungsmöglichkeiten noch transparenter aufzuzeigen. Insgesamt bin ich mit den Möglichkeiten im Bereich Karriere und Weiterbildung jedoch zufrieden.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt ist lange Zeit eine der größten Stärken der Kanzlei gewesen. Bis vor etwa sechs Monaten hätte ich diesen Bereich ohne Zweifel mit fünf Sternen bewertet. Mit der Zeit hat sich das Miteinander jedoch verändert. Durch personelle Veränderungen hat sich die Teamdynamik aus meiner Sicht verschlechtert. Ich erlebe vermehrt, dass über Kolleginnen und Kollegen gesprochen oder gelästert wird, was sich negativ auf das Arbeitsklima auswirkt. Der Zusammenhalt ist zwar weiterhin teilweise vorhanden, insgesamt empfinde ich ihn jedoch nicht mehr so positiv wie zu Beginn meiner Tätigkeit.
Umgang mit älteren Kollegen
Den Umgang mit älteren Kolleginnen und Kollegen empfinde ich als nicht zufriedenstellend. Aus meiner Sicht fehlt es teilweise an ausreichender Wertschätzung für die Erfahrung und das Wissen langjähriger Mitarbeitender. Statt stärker von der vorhandenen Erfahrung zu profitieren, entsteht teilweise der Eindruck, dass diese nicht ausreichend berücksichtigt wird. Ein respektvoller und wertschätzender Umgang unabhängig vom Alter sollte aus meiner Sicht stärker gefördert werden.
Vorgesetztenverhalten
Das Vorgesetztenverhalten empfinde ich aktuell als sehr verbesserungswürdig. Aus meiner Sicht fehlt es teilweise an direkter Kommunikation, Transparenz und Nähe zum Team. Eine Teamleitung sollte meiner Meinung nach nicht dauerhaft im Homeoffice tätig sein, da dadurch der persönliche Austausch und die Zusammenarbeit im Team erschwert werden können. Zudem ist es schwierig, wenn eine Ansprechperson bei wichtigen Anliegen oder kurzfristigen Abstimmungen nicht oder nur schwer erreichbar ist. Auch bei einer weiteren Teamleitung besteht aktuell die Situation, dass diese überwiegend im Homeoffice arbeitet, wodurch die Verbindung und der regelmäßige Austausch mit dem Team aus meiner Sicht zusätzlich erschwert werden. Kritisch sehe ich außerdem, wenn Führungskräfte sich abwertend über Mitarbeitende äußern oder Gespräche über Kolleginnen und Kollegen führen, die nicht zu einem wertschätzenden Arbeitsumfeld beitragen. Von einer Führungskraft erwarte ich einen respektvollen, professionellen Umgang sowie eine Vorbildfunktion gegenüber dem Team. Insgesamt empfinde ich die Führung und Zusammenarbeit aktuell als nicht ausreichend präsent, wertschätzend und transparent.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen sind insgesamt in Ordnung, bieten jedoch noch Verbesserungspotenzial. Die Ausstattung und die allgemeinen Rahmenbedingungen sind grundsätzlich zufriedenstellend. Ein Punkt, der aus meiner Sicht verbessert werden könnte, ist der Umgang mit System-Updates. Diese finden regelmäßig unter der Woche statt, anstatt beispielsweise am Wochenende durchgeführt zu werden. Dadurch ist die Arbeitsaufnahme an diesem Tag etwa einmal im Monat erst ab 8:15 Uhr möglich, was die Arbeitsabläufe teilweise beeinträchtigt. Aus anderen Kanzleien kenne ich es, dass solche Updates üblicherweise am Wochenende durchgeführt werden, sodass der Arbeitsbetrieb unter der Woche nicht eingeschränkt wird. Insgesamt sind die Bedingungen akzeptabel, aber in einigen Bereichen wären Verbesserungen wünschenswert.
Kommunikation
Die interne Kommunikation empfinde ich aus meiner Sicht als unzureichend. Ein Beispiel dafür war die Fusionierung der Kanzlei: Alle Mitarbeitenden sollten an einem Freitag freinehmen, da an diesem Tag kein regulärer Arbeitsbetrieb möglich war. Diese Information wurde jedoch nicht an alle Beschäftigten weitergegeben. Einige Kolleginnen und Kollegen erschienen deshalb wie gewohnt zur Arbeit und erfuhren erst vor Ort, dass sie sich für diesen Tag freinehmen mussten. Solche Vorfälle hinterlassen bei mir den Eindruck, dass wichtige Informationen nicht immer zuverlässig und transparent kommuniziert werden.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt ist grundsätzlich gut und angemessen. Allerdings hat sich der Zeitpunkt der Auszahlung verändert. Während das Gehalt früher zwischen dem 23. und 26. des Monats ausgezahlt wurde, erfolgt die Zahlung aktuell teilweise erst gegen Ende des Monats. Auch wenn die Auszahlung weiterhin erfolgt, empfinde ich die frühere Verlässlichkeit als angenehmer.
Als Benefit gibt es eine Prepaid-Kreditkarte, die regelmäßig aufgeladen wird. Bei Problemen oder Rückmeldungen hierzu wünsche ich mir jedoch eine schnellere Klärung und mehr Unterstützung. Wenn beispielsweise eine Karte nicht mehr genutzt werden kann und dies gemeldet wird, sollte eine zeitnahe Lösung erfolgen. Nach mehreren Monaten besteht hier teilweise weiterhin keine zufriedenstellende Klärung.
Kürzlich kam es außerdem zu einer doppelten Gehaltsüberweisung. Die anschließende Kommunikation zur Rücküberweisung hätte aus meiner Sicht klarer und ruhiger erfolgen können.
Insgesamt gibt es positive Aspekte beim Gehalt und den Benefits, jedoch besteht aus meiner Sicht Verbesserungspotenzial bei einzelnen Abläufen und der Kommunikation.