Ihr Unternehmen?

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Burnhard
Bewertung

Ihr Unternehmen?

Kreativität ja, Wertschätzung nein. Mein ehrliches Fazit

1,5
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat bis 2024 im Bereich Marketing / Produktmanagement in Düsseldorf gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

- Kolleg:innen (nicht alle, aber einige) waren supportive und man konnte sich gegenseitig auffangen.
- Teilweise spannende Projekte und Freiraum für Kreativität.
- Moderne Tools und ein an sich inspirierendes Feld (Food/BBQ/Branding).

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

- Mikroaggressionen & subtile Abwertungen: Statt echte Fehler konstruktiv anzusprechen, wurden Kleinigkeiten überzogen thematisiert („man müsse bei mir genauer hinschauen“). Das erzeugt Misstrauen statt Vertrauen.
- Respektloser Umgang: Kommentare zu meinem Auftreten („Du bist so still“, „Kannst du eigentlich deine Haare waschen?“) sind nicht nur unprofessionell, sondern schlicht beleidigend.
- Überstunden & Einsatz werden nicht gewürdigt: Kreativer Mehreinsatz und Visionen verpuffen im Nichts, wenn Wertschätzung fehlt.
- Feedback-Kultur unausgeglichen: Positives wird im Nebensatz erwähnt, Kritik seitenlang breitgetreten. Das fühlt sich nicht nach Entwicklung an, sondern nach „klein halten“.

Fazit: Ich habe viel geschluckt und lange gehofft, dass sich die Kultur bessert. Stattdessen wurde ich klein gemacht und subtil abgewertet. Ein Unternehmen, das Kreativität predigt, sollte wissen: Respekt ist die Grundlage für jede Art von Innovation. Wer das nicht versteht, darf sich über Fluktuation und schlechte Stimmung nicht wundern.

Verbesserungsvorschläge

- Schafft eine echte Feedback-Kultur, die auf Augenhöhe funktioniert (Lob & Kritik in Balance).
- Respekt sollte nicht optional sein und Kommentare zur Persönlichkeit oder zum Aussehen gehören nicht ins Arbeitsumfeld.
- Verbindliche Regeln zum Umgang mit Überstunden & Mehrarbeit: Wer mehr leistet, sollte Wertschätzung und Ausgleich erhalten.
- Kommunikation und Transparenz bei Unternehmensentscheidungen, denn Mitarbeiter:innen sind keine Schachfiguren.

Arbeitsatmosphäre

Die Räume sind modern, stylish und instagram-tauglich. Leider täuscht die schöne Hülle über das Arbeitsklima hinweg: ständige Überlastung, unterschwellige Angst, kaum offene Kommunikation. Austausch unter Kolleg:innen war oft das einzig Positive, aber auch hier wurden Teams ohne Rücksicht auf die Menschen plötzlich aufgelöst.

Kommunikation

Top-down, unklar, widersprüchlich. Feedbackgespräche sind demotivierend und legen den Fokus auf Kritik statt auf Entwicklung. HR ist mehr Sprachrohr der Führung als Anlaufstelle für Mitarbeitende.

Kollegenzusammenhalt

Es gibt Kolleg:innen, die menschlich wirklich toll sind und mit denen man sich gut austauschen kann. Allerdings wird der Zusammenhalt durch interne Machtspiele, Mikroaggressionen und unterschwelligen Neid getrübt. Konstruktive Kritik oder intuitive, kreative Ansätze stoßen nicht selten auf Widerstände. Manche Konflikte werden unter den Teppich gekehrt, statt sie offen und respektvoll zu klären. Das sorgt für Spannungen, die man im Alltag spürt.

Work-Life-Balance

Überstunden sind normalisiert. Deadlines sind knapp und Arbeitslast hoch. Work-Life-Balance ist in der Realität kaum möglich, da sich die Arbeit ins Privatleben frisst. „Balance“ bedeutet hier eher Durchhalten. Wer klare Grenzen zieht, wird schnell als unmotiviert oder nicht belastbar abgestempelt.

Interessante Aufgaben

Die Aufgaben sind sehr vielfältig. Von Branding über Kampagnen bis hin zu digitalen Prototypen und Fotoproduktionen. Man lernt definitiv viel, weil man in kurzer Zeit in viele verschiedene Rollen gedrängt wird. Gleichzeitig bedeutet das aber auch das eine Überforderung vorprogrammiert ist. Es fehlt an klaren Rollenprofilen und Strukturen, vieles landet „einfach so“ auf dem Tisch. Wer gerne improvisiert, kann daran wachsen und wer nachhaltige Prozesse erwartet, wird enttäuscht.

Gleichberechtigung

Nach außen wird Vielfalt vermarktet, intern aber nicht konsequent gelebt. Vor allem bei Führungsentscheidungen spürt man stark, dass Homogenität und Anpassung wichtiger sind als echte Diversität.

Arbeitsbedingungen

Ich wurde als Junior eingestellt, aber im Grunde auf Senior-Level eingesetzt – strategische Verantwortung, kreative Leitung, komplexe Projekte. Ohne entsprechende Anerkennung oder Entlastung. Strukturen sind schwammig, Rollen unsauber definiert. Wer neu anfängt, wird ins kalte Wasser geworfen.

Gehalt/Benefits

Branchenüblich, aber nicht gerechtfertigt für die tatsächliche Arbeitsbelastung. Wer überdurchschnittlich leistet, wird nicht entsprechend honoriert.

Image

Nach außen sehr stark. Nach innen bröckelt die Fassade schnell. Viele Mitarbeitende verlassen das Unternehmen nach kurzer Zeit und das nicht ohne Grund.

Karriere/Weiterbildung

Man kann in gewissem Rahmen aufsteigen (z. B. Richtung Senior Designer), aber irgendwann ist die Leiter zu Ende. Weiterbildung wird zwar erwähnt und manchmal auch unterstützt, hat aber keine klare Priorität im Unternehmen. Wer sich weiterentwickeln will, muss viel Eigeninitiative zeigen. Erwartet wird das ohnehin und ob die Zeit und Energie dafür neben der Arbeitslast noch vorhanden sind, ist eine andere Frage.

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Wie läuft deine Arbeitswoche?

Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.