Gute Rahmenbedingungen, jedoch fehlende moderne Führungskultur
Gut am Arbeitgeber finde ich
• Gute Lage
• Solides Gehalt
• Kollegialer Zusammenhalt
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
• Führungskräfte ohne echte Führungskompetenz
• Ausgeprägtes Mikromanagement
• Fehlende Innovationsbereitschaft
• Kontrollzwang statt Vertrauen
• Striktes Festhalten an veralteten Strukturen und Methoden
• Kaum Raum für moderne Ansätze oder kreative Ideen
Verbesserungsvorschläge
Dringend erforderlich wäre eine grundlegende Überarbeitung der Führungsstrukturen. Führungspersonal sollte aufgrund von Kompetenz, sozialer Intelligenz und Führungsfähigkeit ausgewählt werden – nicht, weil sie sich gut verkaufen kann. Schulungen in moderner Mitarbeiterführung und Kommunikation wären ein erster Schritt. Noch besser wäre ein personeller Neuanfang in der Führungsebene, um eine echte Kulturveränderung zu ermöglichen.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre war in meiner Abteilung geprägt von permanenter Kontrolle und Misstrauen. Der Teamleiter übte massives Mikromanagement aus und beweist dabei keinerlei Führungsqualitäten. Eigenverantwortliches Arbeiten ist kaum möglich, da jeder Schritt überwacht und hinterfragt wird. Hinzu kommt ein deutlich spürbarer Kontrollzwang, der selbst kleinste Tätigkeiten begleitet. Die Büroräume sind zwar ansprechend gestaltet, jedoch sind die Arbeitsmittel teilweise veraltet. Der Führungsstil wirkt aus der Zeit gefallen und erinnert eher an vergangene Jahrzehnte als an ein modernes Unternehmen.
Image
Das interne Selbstbild und die externe Wahrnehmung klaffen weit auseinander. Während intern ständig betont wird, wie modern und innovativ das Unternehmen sei, zeichnet sich extern ein anderes Bild: Viele sehen die BUWOG Bauträger als Unternehmen, das in alten Strukturen verharrt und kaum noch zeitgemäß agiert. Das Image leidet entsprechend – und das zu Recht.
Work-Life-Balance
Formal ist die Work-Life-Balance dank Betriebsvereinbarungen gut geregelt. In der Praxis hängt sie jedoch stark von der jeweiligen Abteilung ab. In meiner Abteilung wurde Homeoffice ungern gesehen und regelrecht missbilligt. Wer von zu Hause aus arbeitete, musste sich regelmäßig rechtfertigen. Der Wunsch nach Kontrolle stand offensichtlich über dem Vertrauen in die Mitarbeiter. Flexibilität war also eher auf dem Papier vorhanden.
Kollegenzusammenhalt
Unter den Kolleginnen und Kollegen herrscht ein erfreulich guter Zusammenhalt – wahrscheinlich das Einzige, was den Arbeitsalltag erträglich macht. Leider wird dieses Miteinander von der Führungsebene eher skeptisch betrachtet. Teamgeist scheint dort als Bedrohung statt als Stärke wahrgenommen zu werden, was gelegentlich sogar zu offener Eifersucht führt.
Vorgesetztenverhalten
Anfangs wurde viel Wert auf ein positives Miteinander gelegt, was ich grundsätzlich begrüßt habe. Leider zeigte sich mit der Zeit, dass Kritik oder offene Worte nicht erwünscht waren. Ich hatte mehrfach den Eindruck, dass man bei Problemen keinen Rückhalt bekommt, sondern im Zweifel alleine dasteht. Besonders deutlich wurde das, wenn es wirklich darauf ankam: Dann zählte nicht mehr das Team, sondern das eigene Image der Führungskraft. Anstatt offene Gespräche zu suchen, wurde eher versucht, die eigene Position zu sichern – notfalls auf Kosten anderer.
Ständiger Kontrollzwang und das Gefühl, sich für jede Kleinigkeit rechtfertigen zu müssen, haben den Arbeitsalltag deutlich erschwert. Ich hatte häufig das Gefühl, bewusst klein gehalten zu werden – vielleicht aus Angst, man könnte etwas besser machen als der Vorgesetzte selbst. Es musste stets eine Fassade aufrechterhalten werden, nach außen sollte alles perfekt wirken. Intern sah die Realität jedoch anders aus: Vieles wurde verschwiegen, kaschiert und mit großem Aufwand nach außen hin schön dargestellt, um die Abteilung in einem besseren Licht erscheinen zu lassen als sie wirklich war.
Arbeitsbedingungen
Die Rahmenbedingungen sind grundsätzlich solide – Gleitzeitregelungen und eine gute Lage sind positiv hervorzuheben. Dennoch überwiegen die strukturellen Schwächen im Führungsverhalten und der Unternehmenskultur deutlich.
Kommunikation
Nach außen wird viel Wert auf „offene und transparente Kommunikation“ gelegt - in der Realität ist davon wenig zu spüren. Informationen werden gezielt zurückgehalten, um die eigene Führungsebene stets in gutem Licht erscheinen zu lassen. In den regelmäßigen Meetings wird Offenheit nur simuliert: Sie dienen in erster Linie der Selbstdarstellung des Vorgesetzten gegenüber der nächsthöheren Ebene. Echte Dialoge oder konstruktive Kritik sind nicht erwünscht. So entsteht ein Klima des Misstrauens und taktischen Schweigens, anstatt eines Austauschs auf Augenhöhe.