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BWH-Spezialkoffer 
GmbH
Bewertung

40 Jahre altes Unternehmen - 40 Jahre alte Strukturen

1,2
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat bis 2026 im Bereich Produktion in Hörstel gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Das Gehalt kam zuverlässig und pünktlich. Die Arbeitszeiten waren grundsätzlich fest geregelt, sofern man sich nicht regelmäßig auf Überstunden eingelassen hat. Positiv fand ich außerdem den kurzen Freitag.

Seit Ende 2023 gibt es einen neuen Geschäftsführer, bei dem ich den Eindruck hatte, dass er Veränderungen anstoßen möchte. Einige kleinere Verbesserungen wurden bereits umgesetzt. Ihn möchte ich von einem großen Teil meiner Kritik ausdrücklich ausnehmen, da viele Probleme im Unternehmen schon lange bestehen.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Diese Bewertung wurde inzwischen zweimal mit der Bitte um Änderungen an mich zurückgegeben. Ich habe die betreffenden Formulierungen geprüft und präzisiert. An meiner persönlichen Erfahrung meiner Zeit im Unternehmen ändert das nichts.

Die Kommunikation innerhalb des Unternehmens habe ich über Jahre als sehr schlecht erlebt. Informationen wurden aus meiner Sicht teilweise unterschiedlich weitergegeben oder erreichten mich im Arbeitsalltag nicht.

Bei Veränderungsvorschlägen hatte ich häufig das Gefühl, mit meinen Ideen wenig Gehör zu finden. Insgesamt habe ich die Bereitschaft, bestehende Abläufe zu hinterfragen, als gering empfunden.

Sachliche Diskussionen mit Vorgesetzten waren teilweise schwierig. Bei Themen, die ich an die Geschäftsführung herangetragen hatte, konnte ich im weiteren Arbeitsalltag häufig keine längerfristige Veränderung feststellen.

Regelmäßige Feedbackgespräche gab es in meinem Bereich nicht. Gespräche fanden überwiegend dann statt, wenn etwas nicht richtig gelaufen war, und wirkten auf mich eher wie eine Belehrung als wie ein gemeinsamer Austausch.

Verbesserungsvorschläge

Verbesserungsvorschläge gäbe es aus meiner Sicht zu viele, um sie hier alle einzeln aufzuzählen.

Für die verbliebenen Kolleginnen und Kollegen wäre viel gewonnen, wenn Führung und Kommunikation moderner gestaltet würden. Dazu gehört für mich, Mitarbeitenden zuzuhören, ihre Erfahrung ernst zu nehmen und zumindest zu prüfen, welche Veränderungen möglich sind.

Natürlich kann nicht jeder Wunsch umgesetzt werden. Mein Eindruck war jedoch häufig, dass Vorschläge schon früh abgeblockt wurden.

Arbeitsatmosphäre

Das Betriebsklima habe ich auf Dauer als belastend erlebt. Dieser Eindruck spiegelte sich auch in Gesprächen mit Kolleginnen und Kollegen wider.

Besonders problematisch fand ich den Umgang mit Mitarbeitenden, die für neue Aufgaben mehr Zeit oder Erklärung benötigten. Ich habe mehrfach erlebt, dass sich darüber offen lustig gemacht wurde, teilweise auch durch Vorarbeiter.

Wer Abläufe weiterhin hinterfragt und Wert auf Verbesserungen legt, kann sich an dieser Atmosphäre auf Dauer ziemlich aufreiben.

Kommunikation

Für mich einer der größten Kritikpunkte.

Nach Gesprächen über Verbesserungsmöglichkeiten blieb bei mir häufig das Gefühl zurück, dass sich für meinen Arbeitsalltag wenig verändert hat.

Kollegenzusammenhalt

Einige Kolleginnen und Kollegen sind wirklich Gold wert. Es gab Menschen, die immer ein offenes Ohr hatten, geholfen haben und den Arbeitsalltag deutlich angenehmer gemacht haben.

Gleichzeitig gab es eine starke Grüppchenbildung. Konflikte zwischen einzelnen Gruppen oder Abteilungen waren keine Seltenheit. Teilweise wurden Kolleginnen, Kollegen oder ganze Bereiche gegeneinander ausgespielt.

Besonders die Trennung zwischen Produktion und Büro war für mich deutlich spürbar. Nach außen wird gerne das Bild einer großen Familie vermittelt. Im Arbeitsalltag habe ich diese Gleichstellung der verschiedenen Bereiche allerdings nicht immer erlebt.

Work-Life-Balance

Positiv sind die grundsätzlich geregelten Arbeitszeiten und der kurze Freitag. Dadurch lässt sich der Arbeitsalltag zumindest zeitlich recht gut planen.

Bei der Flexibilität habe ich allerdings ein deutliches Ungleichgewicht erlebt. Spontan einzuspringen oder Überstunden zu übernehmen war sehr gern gesehen. Selbst kurzfristig frei zu bekommen, war dagegen häufig schwierig. Teilweise hatte man schon bei einer normalen Urlaubsanfrage das Gefühl, damit gerade ein persönliches Problem verursacht zu haben.

Homeoffice ist nach meiner Erfahrung ebenfalls nicht gern gesehen, auch in Bereichen, in denen es grundsätzlich möglich wäre.

Ähnlich widersprüchlich empfand ich den Umgang mit Hunden am Arbeitsplatz. Mitarbeitende dürfen ihren Hund nicht mitbringen. Gleichzeitig liefen die Hunde einer Teamleitung teilweise frei durch die Halle. Dabei wurde meines Wissens weder vorher geklärt, ob Mitarbeitende Angst vor Hunden haben, noch verhindert, dass die Tiere sich frei zwischen Arbeitsbereichen und Geräten bewegen.

Für mich fehlte insgesamt weniger die Planbarkeit der Arbeitszeit als eine gewisse Gegenseitigkeit bei der Flexibilität.

Vorgesetztenverhalten

Der neue Geschäftsführer hatte meiner Erfahrung nach grundsätzlich ein offenes Ohr, sofern Themen sachlich angesprochen wurden.

Bei anderen Führungspersonen habe ich deutlich andere Erfahrungen gemacht. Mehrere Kolleginnen und Kollegen vermieden Gespräche mit dem Inhaber bewusst. Mir wurde offen gesagt, dass man bestimmte Themen nicht mehr ansprechen wolle, um lautstarke oder aufbrausende Reaktionen zu vermeiden.

Für mich fühlte sich selbstständiges Arbeiten teilweise eher wie Alleingelassenwerden an. Ich hätte mir in solchen Situationen mehr Unterstützung, klarere Ansprechpartner und eine verlässlichere Begleitung gewünscht.

Interessante Aufgaben

Die Aufgaben in der Produktion werden mit der Zeit sehr routiniert.

Viele Abläufe wiederholen sich stark. Frustrierend fand ich weniger die Wiederholung selbst als Prozesse, bei denen aus meiner Sicht unnötige Arbeitsschritte vorhanden waren, Verbesserungen aber trotzdem nicht umgesetzt wurden.

Dadurch wurde aus Routine für mich irgendwann eher Stillstand.

Gleichberechtigung

Hier habe ich ebenfalls negative Erfahrungen gemacht.
Körperliche Beschwerden wurden nach meiner Wahrnehmung nicht immer ausreichend berücksichtigt.

Ein Beispiel war eine Kollegin im Rentenalter, die weiterhin regelmäßig sehr schwere Koffer bearbeitete. Ich hatte nicht den Eindruck, dass ausreichend geprüft wurde, ob mechanische Hilfsmittel die Arbeit erleichtern könnten.

Umgang mit älteren Kollegen

Den Punkt habe ich in der Gleichberechtigung aufgeführt

Arbeitsbedingungen

Ich habe mir auch ältere Bewertungen des Unternehmens angesehen und war überrascht, wie viele der dort beschriebenen Punkte ich selbst noch im Jahr 2026 wiedererkannt habe.

Der Zustand der Produktionshalle ist aus meiner Sicht weiterhin stark verbesserungsbedürftig. Es gibt Bereiche mit sichtbaren Feuchtigkeitsproblemen an der Decke. Bei längeren Regenperioden ist Wasser in die Halle eingedrungen und Arbeitsbereiche waren teilweise betroffen.

Im Winter habe ich Temperaturen um etwa 14 Grad am Arbeitsplatz erlebt. Auf wiederholte Nachfragen zur Heizung folgten teilweise Aussagen wie, sie sei eigentlich eingeschaltet und sollte ab 6 Uhr laufen. Gerade für Mitarbeitende, die bereits früh morgens beginnen, waren die Temperaturen entsprechend unangenehm.

Auch die sanitären Anlagen empfand ich als problematisch. Besonders im Sommer kam es regelmäßig zu einer starken Geruchsbelästigung auf den Toiletten.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Einige Maßnahmen zum Stromsparen wirkten auf mich eher oberflächlich, während an anderer Stelle weiterhin erhebliche Mengen Material gelagert oder entsorgt wurden.

Teilweise wurde Material aufbewahrt, das bereits seit vielen Jahren im Lager lag, weil es eventuell irgendwann noch verwendet werden könnte. Gleichzeitig habe ich erlebt, dass Material retourniert oder entsorgt werden musste, weil eingekaufte Ware nicht sinnvoll verwendet werden konnte.

Gehalt/Benefits

Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie die Prämie zum Jahresende sind positiv.

Das Grundgehalt in der Produktion empfand ich gemessen an Tätigkeit, Verantwortung und geforderter Flexibilität dennoch als niedrig.

Gerade in Bereichen außerhalb des Akkords habe ich in Gesprächen erfahren, dass gewünschte Lohnerhöhungen teilweise über mehrere Jahre abgelehnt wurden.

Wie Arbeitszeiten beziehungsweise Stundenvergütungen in unterschiedlichen Bereichen gehandhabt wurden, war für mich nicht immer transparent oder nachvollziehbar.

Image

Nach außen wird meiner Wahrnehmung nach viel Wert auf ein positives Bild des Unternehmens gelegt.

Wie das Unternehmen allgemein wahrgenommen wird, kann ich natürlich nicht beurteilen. Wenn ich im privaten Umfeld erzählt habe, wo ich arbeite, gab es allerdings mehrfach eher zurückhaltende Reaktionen im Sinne von: „Ach … da.“

Karriere/Weiterbildung

Für Mitarbeitende in der Produktion habe ich praktisch keine Möglichkeiten zur Weiterbildung erlebt.

Gleichzeitig wurde teilweise erwartet, dass Mitarbeitende mehrere Tätigkeitsbereiche beherrschen und flexibel Aufgaben übernehmen. Eine entsprechende Entwicklung bei der Vergütung habe ich dabei nicht wahrgenommen.

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Arbeitgeber-Kommentar

bwh Koffer

Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für eine ausführliche Rückmeldung genommen haben.

Wir bedauern, dass Sie Ihre Zeit bei bwh Koffer in vielen Punkten so negativ erlebt haben. Einzelne Darstellungen decken sich allerdings nicht mit unserer Sicht auf die betrieblichen Abläufe.

Kritik und Rückmeldungen nehmen wir ernst. Gerade bei unterschiedlichen Wahrnehmungen halten wir den direkten Austausch für wichtig, um Sachverhalte einzuordnen und Lösungen zu finden. Daher bedauern wir, dass die von Ihnen geschilderten Kritikpunkte während des bestehenden Arbeitsverhältnisses offenbar nicht ausreichend geklärt werden konnten.

Für Ihren weiteren beruflichen und persönlichen Weg wünschen wir Ihnen alles Gute.

Ihr Team der bwh Spezialkoffer GmbH

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Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.