Prinzip Hoffnung ist kein Führungsstil
Gut am Arbeitgeber finde ich
Umgang mit älteren Kollegen, Work-Life-Balance, flexible Zeiteinteilung - so kann man auch im Winter mal bei Tageslicht zum Sport/Kinderspielplatz/Post/Arzt/Einkaufen und arbeitet am Abend die Zeit nach.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Das Arbeitsmodell folgt einer starren Reihenfolge, bietet damit wenig Flexibilität und erzeugt geduldiges Papier.
Jeder Bereich kocht sein eigenes Süppchen und würde gern die Rezepte der anderen verbessern, aber die eigenen will man nicht anschauen. "Bei uns ist alles gut, aber..."
Führungskräfte oder Vorstände verschwinden kommentarlos und man darf nicht darüber sprechen, auch wenn die Presse bereits berichtet und Registereinträge angepasst wurden.
Verbesserungsvorschläge
Vielleicht sollte man versuchen auf jeden einzelnen Aspekt einzugehen und nicht immer den leichtesten Weg nehmen.
Einen Verhaltenskodex einführen und durchsetzten
Komplexitätsreduktion - Aufgaben gäbe es genug
Anonyme Umfragen durchführen und die Verschlüsselung dabei nicht aufbrechen, dann würde einiges ans Tageslicht kommen.
Arbeitsatmosphäre
Man wird mit Lob überschüttet oder fast gedemütigt, bzw. vorgeführt
Image
Durch die enge Partnerschaft mit Dienstleistern und Lieferanten wirkt man, als wollte man Parteiwirtschaft betreiben.
Work-Life-Balance
Arbeitszeit kann flexibel eingeteilt werden, wenn man sich mit seiner Führungskraft gut versteht und der Job es erlaubt, dann kann man 2-3 Tage "mobil" arbeiten. Homeoffice wurde 2025 de facto abgeschafft und alle Anträge dazu kommentarlos abgelehnt. Freiwillige Zusatzdienste (auch nicht betriebliche) werden erwartet.
Karriere/Weiterbildung
Karriere ist nicht vorgesehen, man kann sich aber auf Stellen bewerben. Für die persönliche Weiterbildung kann man Kurse vereinbaren/buchen.
Gehalt/Benefits
Es gibt eine Fülle von Benefiz und regelmäßig kleinere intransparente Gehaltssteigerungen. Letztere scheinen nicht mit der Zielerreichung zusammenzuhängen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Man zeigt stets Verständnis für die Umwelt- und Sozialfragen und ist stets bemüht, entsprechende Fortschritte zu dokumentieren.
Kollegenzusammenhalt
Auf der jeweiligen Ebene sehr gut - z.B. wurden 43% der Mitarbeitenden-Awards für das Gesamtjahr 2024 von Führungskräften an Führungskräfte vergeben
Umgang mit älteren Kollegen
Es gibt sehr viele ältere Kollegen und es werden auch immer wieder ältere Personen eingestellt. Durch das Durchschnittsalter wird die Fluktuationsquote niedrig gehalten und das Wissen im Unternehmen gehalten.
Vorgesetztenverhalten
Ziele werden bewusst nicht SMART formuliert und dienen als Hebel. Es Jahresgespräche werden als "lästig" angesehen, man muss "die Formulare von HR halt ausfüllen". Das hier angeregte Gespräch mit der Führungskraft bezüglich der "möglicherweise" diskriminierenden Aussagen in Meetings, Protokollen und Tickets, hat leider keine positive Reaktion hervorgerufen - eher das Gegenteil. Das Thema wurde mit "der ist halt so, aber er ist fachlich gut, da kann man nichts machen" beendet.
Arbeitsbedingungen
Die Niederlassungen sind sehr unterschiedliche. Klimaanlagen sind z.B. nicht überall vorhanden.
Kommunikation
Starke Seilschaften verhindern das Gefühl von Fairness und eine offene Kommunikation
Gleichberechtigung
Frauen und Diverse haben es nicht leicht. Sprüche werden von den Führungskräften toleriert, relativiert oder verteidigt. Bei ca. 75% Männern werden Mitarbeiterbefragungen das natürlich nicht widerspiegeln.
Dogwhistling wird nicht erkannt oder möglicherweise bewusst toleriert. Auch wenn neun von zehn Mitarbeiter kein Problem mit Mobbing haben, hat man vielleicht ein Problem.
Interessante Aufgaben
Gibt es sehr viele, aber man hat auch sehr viel Bürokratie und Kontrolle zu erdulden

