Gut am Arbeitgeber finde ich
- halbwegs sicherer Arbeitsplatz, da Nähe zum Öffentlichen Dienst
- mit Bundeswehr spannendes Arbeitsumfeld
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Onboarding, Einarbeitung und Offboarding
- Flüchtigkeitsfehler im Onboarding mit Anträgen in falscher Reihenfolge
- Zugänge fehlten teilweise
- Einarbeitung durch sehr viel implizites Wissen erschwert
- Einarbeitung in hochkomplexer Umgebung nicht einfach
- Einweisungen in verschiedene Tools teilweise unvollständig
- Buddy für Einarbeitung zeitweise abwesend und überlastet
- wiederkehrend keine Wissenssicherung im Offboarding-Prozess
Arbeitsschutz
- BWI: keine Arbeitsschutzkleidung gestellt trotz Gefährdung
- Bundeswehr: keine Unterweisung zu den Hygienevorschriften
Arbeitsmittel
- trotz zahlreicher Versprechen kein Werkzeug gestellt
- Lernplattform oftmals technisch überlastet und nicht nutzbar
- Konferenzsysteme oftmals technisch überlastet und nicht nutzbar
IT-Sicherheit
- BWI mitunter fahrlässig bei Sicherheitsinteressen der Bundeswehr
Ablauforganisation
- verschachtelte Ablauforganisation verfälscht Wirklichkeit
- Prozesse sehr kleinteilig und teilweise unklar, auch fehleranfällig
- Prozessüberschneidungen mit der Bundeswehr, dadurch fehleranfällig
- prozess- und toolbedingte Medienbrüche
- viele Zuständigkeiten selbst für einfachste Prozesse
Wissensmanagement
- Dokumentationen technischer Art und teilweise schwer zu überblicken
- selbst für einfachste Prozesse keine Anwenderdokumentationen vorhanden
- zahllose Quellen für Wissen, teilweise aber nicht zugänglich
- kein strategisches Wissensmanagement bekannt
Informations- und Kommunikationsmanagement
- Informationsflut im Intranet
- teilweise Informationsarmut bei Entscheidungen des Unternehmens
- keine Informations- und Kommunikationsstrategie bekannt
Transparenz
- toolbedingte Intransparenz bei Arbeitsständen und Projekten
- Transparenz durch teaminterne Kommunikation erheblich beeinträchtigt
Motivation
- Misstrauen und fehlende Fehlerkultur schaden der Motivation
„Digitalisierungspartner“
- es wird noch sehr viel gedruckt und handschriftlich erfasst
- Excel hier, Word da
- zahllose PDF-Dokumente in unterschiedlichen Versionsständen
- kein zentrales Dokumentenmanagement bekannt
Zeiterfassung
Es gilt zwar die Vertrauensarbeitszeit, aber:
- Erfassung über Excel, selbstentwickeltes Tool und SAP notwendig
Fehlerkultur
- keine positive Fehlerkultur festgestellt
- Fehlerkultur wird mitunter negativ von der Bundeswehr beeinflusst
Personalsituation
- hohe interne Fluktuation im Fieldservice
Wachstum
- schnelles Wachstum, wobei bewusst ist, dass es nicht so weitergehen kann
Betriebsrat
- während der Probezeit unbrauchbar
Glaubwürdigkeit der BWI
- einzelne Führungskräfte leben nicht die 7 Prinzipien der BWI
Verbesserungsvorschläge
BWI allgemein
- Prioritäten neu ausrichten
- eigene Prozesse selbstkritisch hinterfragen
- Wasserkopf mit Führungskräften hinterfragen
HR
- skillbasiertes Fähigkeitenmanagement etablieren
- Arbeit von einzelnen Führungskräften kritisch beleuchten
- Personalentwicklung auf- / ausbauen und konsequent leben
- marktrelevante Weiter- / Fortbildung etablieren
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre ist für den eigenen Anspruch der BWI durchwachsen. Die disziplinarische Führungskraft hat nicht zu Fairness und Vertrauen beigetragen, als dass die Beurteilung zu meiner Person zur Probezeitmitte im Widerspruch zu ihrer Führungsarbeit steht. Auch spielt das zur Probezeitmitte ausgesprochene Lob scheinbar keine Rolle.
Positiv:
- Hilfsbereitschaft auch abteilungsübergreifend
Neutral
- Respekt ja, aber nur bedingt
- Vertrauen ja, aber nur bedingt
Negativ:
- Dienst nach Vorschrift weit verbreitet
- Demotivation in Teilen der Belegschaft
- keine positive Fehlerkultur vorhanden
Teamspezifisch:
- kein offenes Miteinander im Team, in anderen Teams durchaus
- destruktive Feedback-Kultur und keine Selbstkritik vorhanden
- Flüchtigkeitsfehler werden mit zweierlei Maß gemessen
Image
Die BWI ist in der Welt außerhalb der Bundeswehr kaum bekannt.
Es fehlt schon eine starke Arbeitgebermarke, mit der man sich identifizieren kann. Der Aufbau einer solchen Marke ist dadurch gehemmt, dass die BWI einen stark ausgeprägten Behördencharakter hat. Sie ist entsprechend innovationsarm und schwerfällig. Sie lebt nicht die offen kommunizierte positive Fehlerkultur, wie auch schon die Bundeswehr nicht.
Die Authentizität leider darunter, dass Selbstbild (Marketing) und Fremdbild (Realität) nicht übereinstimmen. Zwar hat die BWI bei der Bundeswehr einen relativ guten Ruf, auch, weil einzelne Ex-Soldat:innen bei der BWI tätig sind, allerdings besteht dadurch auch eine falsche Loyalität, was Fehlerkultur, Veränderungsmanagement und der notwendige Kulturwandel betrifft. Dadurch kann die Bewertung der BWI verfälscht sein. Gemeint sind verkrustete Denkweisen und Prozesse, die mit "Dienst nach Vorschrift" gelebt werden.
Work-Life-Balance
Bei Tätigkeiten vor Ort ist eine Work-Life-Balance schwer möglich. Notfalls muss man einen Tag Urlaub nehmen oder die Zeit nacharbeiten, um beispielsweise Handwerkertermine wahrnehmen zu können.
Urlaub kann nicht jederzeit genommen werden. Die Servicezeiten müssen auch trotz des teilweisen Personalmangels sichergestellt sein.
In anderen Tätigkeitsbereichen sieht es mitunter anders aus.
Karriere/Weiterbildung
Der BWI ist das Dilemma mit der hohen Fluktuation im Fieldservice hinreichend bekannt.
Es gibt keine transparenten Karrierepfade, weshalb auch keine Aufstiegschancen bekannt sind. Viele Weiterbildungsangebote beschränken sich - wenn überhaupt - auf die Nutzung der technisch oft überlasteten und nicht nutzbaren Lernplattform. Marktrelevante Weiter- und Fortbildungen sind zumindest im Fachbereich nicht bekannt. Da vorhandenes Fachwissen von der BWI selbst nicht genutzt wird, bleibt das Potenzial ungenutzt.
Gehalt/Benefits
Das Entgelt war für die Stelle okay, da es im Durchschnitt lag. Man muss es berücksichtigen, da man in einer besonderen KRITIS-Umgebung arbeitet. Das Entgelt wird auch pünktlich ausgezahlt, aber stets abhängig davon, wie der Tag fällt und wie schnell die Hausbank bei der Verbuchung ist.
Es werden allerhand Benefits geboten. Gewisse Benefits wie das JobRad stehen - verständlicherweise - erst nach bestandener Probezeit zur Verfügung.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
- Marketing: BWI ist "Digitalisierungspartner" der Bundeswehr
- Realität: ganz viel drucken und handschriftlich erfassen
Es fehlen geeignete Tools und Prozesse, um die Digitalisierung bei der Bundeswehr signifikant voranzubringen. Man ist auf Papier schneller, weil das Diensthandy zu klein ist. Nur einzelne Kollegen haben ein Convertible, die meisten ein einfaches Notebook, was für schnelle Dokumentationen alles andere als praktisch ist. Tablets lassen sich nicht nutzen, weil sie entweder nicht vorhanden sind oder bisher eingesetzte Tools (mitunter selbstentwickelt) dafür nicht taugen.
Vor Ort
Mülltrennung findet nicht statt. Teilweise werden Mülleimer durch den Dienstleister (im Auftrag der Bundeswehr) über Wochen hinweg nicht geleert.
Ob die BWI "Fairtrade" unterstützt, ist nicht bekannt.
Elektromobilität wird ausgebaut, aber nicht immer bis zum Ende konsequent durchdacht (praktischen Nutzen, jährliche Fahrleistung).
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt im Team war paradox. Flüchtigkeitsfehler werden kollegial (unterstützend) beseitigt, nur meine Flüchtigkeitsfehler wurden direkt als fachliche Fehler ausgelegt und über die Führungskräfte zurückgemeldet. Ein ehrliches und direktes Miteinander, wie von von der disziplinarischen Führungskraft in beiden Vorstellungsgesprächen beworben und von mir ausgedrücklich gewünscht, fand nicht statt.
Ein Kollege aus dem Team musste dem anderen Kollegen erstmal erklären, was Flüchtigkeitsfehler sind. Die Kollegen fielen auch durch eine destruktive Feedbackkultur auf, die von der disziplinarischen Führungskraft teilweise selbst vorgelebt (siehe "Vorgesetztenverhalten") wird.
Eindrücke:
- Dienst nach Vorschrift
- "Meine Arbeitsweise ist die einzig richtige"
- verkrustete Denk- und Arbeitsweisen
- teilweise schlechte Arbeitsorganisation
- geringe Veränderungsbereitschaft
Die Kollegen wissen sehr viel, aber vergessen, wie es ist, wenn man nicht vom Fach ist. Das hat Auswirkungen auf die Einarbeitung.
Die Zusammenarbeit bei fachlichen Themen war hingegen gut. Man hat sich gegenseitig unterstützt, oft auch spontan. Auch die teamübergreifende Zusammenarbeit war gut.
Umgang mit älteren Kollegen
Man muss diesen Punkt von zwei Seiten betrachten.
Positiv:
- geschätzt durch implizites Wissen und Erfahrung
Negativ:
- Personalentwicklung nicht bekannt
- teilweise hoher Altersdurchschnitt, weil Nachwuchs fehlt
- vereinzelt mangelnde / mangelhafte didaktische Eignung
- vereinzelt nur noch Rente im Blick; schlecht für Motivation
Vorgesetztenverhalten
- teilweise fahrlässig bei Fürsorge- und Sorgfaltspflichten
Fachliche Führungskraft
- kein Werkzeug gestellt trotz diverser Versprechen
- fahrlässig beim Thema Betriebliche Ersthelfer
- fahrlässig beim Thema Notfall- und Alarmplan
Disziplinarische Führungskraft
- führt subjektiv, nicht objektiv (vage Aussagen statt sachliche Fakten)
- überprüft nicht vage Aussagen oder interpretiert Feedback selbst falsch
- lebt keine positive Fehlerkultur vor
- agiert destruktiv: spricht über Symptome / Wirkung, nicht über Ursachen
- Ungleichbehandlung bei Flüchtigkeitsfehlern (zweierlei Maß)
- verweigerte mir bei Flüchtigkeitsfehlern die Rückendeckung
- überprüft nicht die didaktische Eignung der Mitarbeitenden
- falsche Loyalität gegenüber der fachlichen Führungskraft
- Beurteilung unter Missachtung der tatsächlichen Gegebenheiten
Feedback wird zwar aufgenommen, aber es ist nicht erkennbar, dass sie auch ihre Wirkung entfalten. Selbstkritik war nicht feststellbar.
Die BWI hat aber auch gute Führungskräfte, die vorbildlich als Führungskraft und nicht als Manager:in agieren.
Arbeitsbedingungen
- Zustand der Bundeswehr ist hinreichend bekannt
- Zustand spiegelt sich in einzelnen Liegenschaften deutlich wider
- BWI-eigene IT-Infrastruktur oftmals technisch überlastet
Vor Ort
- Wasserspender
- "Abkühlung" beschränkt sich auf Ventilator
- Raumtemperatur im Sommer teilweise morgens schon über 30 °C
- IT-Ausstattung ist okay, also weder gut noch schlecht
- elektrisch höhenverstellbarer Tisch vorhanden
- keine ergonomischen Bürodrehstühle vorhanden
- Arbeitsmaterialien in der Liegenschaft kreuzquer verteilt
Besonderheit:
- Toilette und Dusche im Büro, da ehemaliges Patientenzimmer
Kommunikation
- keine Kommunikationsstrategie bekannt
- zu viele Meetings (teilweise mit Dopplung der Inhalte)
Es ist zwar positiv zu sehen, dass alle Mitarbeitenden und Führungskräfte im Intranet Beiträge veröffentlichen können, führt dies jedoch zu einer Informationsflut, bei der am Ende wichtige Unternehmensinformationen vollkommen untergehen. So entstand wiederkehrend der Eindruck, dass wichtige Entscheidungen des Unternehmens bei einigen Mitarbeitenden entweder nicht ankommen (mitunter auch durch den Alltag verursacht) oder ignoriert werden. Teilweise werden Informationen auch über E-Mail geteilt, was negativ zu betrachten ist. Es fehlen geeignete Informations- und Kommunikationskanäle mit entsprechender Strategie.
Es finden zu viele Meetings statt, bei dem sich Inhalte teilweise wiederholen, was eine Ressourcenverschwendung darstellt.
Gleichberechtigung
Ich konnte dazu nichts Negatives feststellen. Zwar wird die IT bei der BWI mehrheitlich von Männern dominiert, aber es sind vereinzelt Kolleginnen und weibliche Führungskräfte vorhanden, die anerkannt sind und geschätzt werden.
Interessante Aufgaben
Im Fieldservice beschränken sich die "interessanten Aufgaben" auf spontane Störungen im IT-gestützten Betrieb der Bundeswehr, wobei sich diese in der Art häufig wiederholen. Daneben gibt es Projekte zu stemmen. Die Incidents können vom First- bis zum Third-Level-Support reichen. Ansonsten sind es ausschließlich Aufgaben, die nach bestimmten Vorgaben routiniert bewältigt werden (müssen). Durch die Versorgung weiterer Liegenschaften sind mitunter auch Servicefahrten erforderlich. Einzelne Servicefahrten sind wiederum durch Hardware-Beschaffung, -Reklamationen oder -Aussonderung begründet, die zusammen mit der Logistik abgewickelt werden.
Die fachlichen Einflussmöglichkeiten in der IT-Infrastruktur sind stark beschränkt, sodass vor Ort umgesetzt wird, was von anderen Abteilungen vorgegeben ist. So mitgebrachtes Fachwissen verliert schon mit Einstieg an Bedeutung und Wert, da die BWI kein skillbasiertes Fähigkeitenmanagement etabliert hat, um Potenziale zu nutzen.
Bearbeitet werden IMACs, Incidents und Changes.
Die Gestaltung des eigenen Aufgabengebietes geht dahingehend, dass man gerne mehr Aufgaben und Verantwortung übernehmen kann.