Kontextlose Leitmotive im Namen des "Gemeinwohls"
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die Ausführungen oben sollten ausreichend sein.
Verbesserungsvorschläge
Seit längerem wird in Bewertungen auf ähnliche Probleme hingewiesen – und aus meiner Sicht hat sich daran wenig geändert. Solange an einer sehr zentralisierten Führungsweise festgehalten wird und Mikromanagement den Arbeitsalltag prägt, bleibt nachhaltige Verbesserung schwierig. Ein Unternehmen steht und fällt mit seiner Führung: Wenn Verantwortung nicht abgegeben wird und jede Entscheidung an einer Stelle hängt, kann die Organisationsform (ob man(n) es GmbH oder AG nennt) noch so modern wirken – die tatsächliche Arbeitsrealität bleibt dieselbe. Egal wie groß das Orchester ist: Es steht und fällt mit dem Dirigenten.
Arbeitsatmosphäre
Meine subjektive Wahrnehmung: Es kommt wiederholt zu Situationen, in denen eigene Aussagen oder Wahrnehmungen infrage gestellt werden. Zudem erlebte ich ausgeprägtes Mikromanagement und eine geringe Akzeptanz wissenschaftlicher bzw. fachlich etablierter Methoden. Der Arbeitsalltag ist durch dauerhaften Zeitdruck geprägt, der nach meinem Empfinden aus unzureichender Planung und fehlender Priorisierung entsteht.
Kommunikation
Meiner (subjektiven) Ansicht nach werden Sachverhalte entweder ignoriert, oder monatelang von Meeting zu Meeting geschoben. Jegliche Form von Struktur, die objektiv sinnvoller ist als der Status Quo, wird nicht akzeptiert. Als Mitarbeiter hat man ständig greifbar zu sein, umgekehrt ist dies nicht der Fall.
Kollegenzusammenhalt
Wer unmittelbar in seinem Team zuverlässige und transparent kommunizierende Kollegen hat, um sich zwischendurch durch das größte (subjektiv wahrgenommene) Chaos manövrieren zu können, und sich gegenseitig zuzusichern, dass das, was gerade passiert nicht normal ist, kann zumindest für Externe ein guter Ansprechpartner sein.
Work-Life-Balance
Meine subjektive Wahrnehmung: Durch mobiles Arbeiten halbwegs gegeben. Jedoch erschweren plötzliche Deadlines (Fälligkeitsdatum vor einer Woche mindestens) und "habe vergessen das Mail weiterzuleiten" und spontan in Meetings eingeladen zu werden, von dessen Thematik und Existenz man nicht in Kenntnis gesetzt wurde, das Abschalten von der Arbeit, sobald man sich ausloggt.
Vorgesetztenverhalten
Ich habe keine psychologische Ausbildung genossen und schildere mein subjektives Erleben: Das Verhalten, das zum Teil an den Tag gelegt wird, ist missbilligend und als Höflichkeit getarnter Disrespekt wahrzunehmen. Zudem kommen Ausfälle, die ich als unklar, wechselhaft oder emotional impulsiv wahrgenommen habe. In Meetings entstand bei mir teilweise der Eindruck, dass Themen nicht präsent waren oder der Überblick fehlte, obwohl die Besprechung selbst einberufen worden war. Kritik oder Enttäuschungen wurden oft vor größeren Gruppen statt im Vier-Augen-Gespräch geäußert. Besonders gegenüber Frauen wirkte das Verhalten gelegentlich konservativ oder bevormundend, das nur abgeschwächt schien, sobald die Expertise der Gesprächspartnerin als Vorteil gesehen wurde. Die "Expertise" von KI kommt dagegen sehr häufig in vielen Bereichen zum Einsatz. Entscheidungen wurden häufig allein getroffen, erst im Nachhinein kommuniziert und mit einem "ja, mei" abgetan.
Interessante Aufgaben
Die Palette an Aufgaben ist groß - allerdings aufgrund von fehlendem Personal. In jedem Meeting die gleichen Personen, nur in anderer Funktion. Aufgaben müssen erledigt werden, die Qualifikation scheint egal. Das kann für Flexibilität und vielleicht auch "Persönlichkeitswachstum" (Codewort für Resilienz) sorgen, ist aber als Dauerzustand untragbar. Erstrecht, wenn man für drei Jobs immer noch das Gehalt von einem bekommt, das übrigens auch nicht angepasst wird. Natürlich ebenfalls subjektiv wahrgenommen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Wer stets betont im Sinne des "Gemeinwohls" zu handeln, der tut dies vielleicht (subjektiv empfunden) nur, weil es aus der tatsächlichen Handlung weder ersichtlich, noch nachvollziebar wird. Ähnlich wie ein König, der immerzu sagen muss, dass er ja König sei.
Image
Subjektive Wahrnehmung: Es wird sich bemüht, aber die Fassade bröckelt recht schnell, sobald es um konkrete "Zuarbeiten" geht.