Gute Work-Life-Balance. Selbstbild und Realität passen nicht zusammen.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Quereinsteiger bekommen eine echte Chance. Wer neu in den Beruf startet und erstmal Erfahrungen sammeln möchte, kann hier durchaus einen guten Einstieg finden.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die größte Lücke sehe ich zwischen Anspruch und Realität.
„Augenhöhe“, „Mitgestaltung“ und „Top-Arbeitgeber“ klingen gut, im Alltag kommen davon teilweise deutlich weniger an.
Gerade bei einer Dienstleistung, die stark von Menschen lebt, wäre etwas mehr Wertschätzung und Empathie ganz nice. Vor allem, wenn die Bezahlung eher am unteren Ende liegt. Für den Anspruch eines 5-Sterne-Arbeitgebers ist da noch viel Luft nach oben.
Verbesserungsvorschläge
Faire und marktgerechte Gehälter, mehr Wertschätzung, transparente Kriterien bei Gehalt und Karriere, bessere Weiterbildung und vor allem: weniger Ad-hoc-Kommunikation.
Dafür müsste man nicht mal alles neu erfinden.
Arbeitsatmosphäre
Altbau im Bremer Viertel, teilweise ziemlich kleine Büros. Hat eher den Vibe von „35 Jahre altes Start-up“ als von modernem Unternehmen. Sozial- oder Besprechungsräume sind knapp. Gleichzeitig hat das Ganze dadurch einen familiären Charakter. Das passt aber durchaus.
Image
Das Image des Unternehmens ist insgesamt gut. Allerdings lebt es ziemlich stark von dem, was früher aufgebaut und erreicht wurde.
Work-Life-Balance
Einer der klaren Pluspunkte. Wer seinen Job im Griff hat, bekommt viel Flexibilität und kann Beruf und Privatleben gut miteinander verbinden. Das funktioniert tatsächlich ziemlich gut.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Die Dienstleistung selbst hat einen positiven Umwelteffekt. Das sagt aber erstmal wenig über den Arbeitgeber aus. Konkrete Maßnahmen oder transparente Berichte zu Umwelt- und Sozialthemen fehlen weitgehend.
Auch beim Sozialbewusstsein entsteht ein gewisser Kontrast: Bezahlung teilweise nur knapp über Mindestlohnniveau bei gleichzeitig deutlich besser bezahlten anderen Positionen.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildung ist grundsätzlich möglich, wenn das Budget mitspielt. Eine wirklich systematische Personalentwicklung mit klaren Perspektiven gibt es aber nicht.
Dafür gibt es einige Leitungstitel. Titel kosten auch kein Geld.
Kollegenzusammenhalt
Kommt natürlich auf die Leute an. Mit manchen arbeitet man sehr gerne, mit anderen eher weniger. Gerade bei Führungskräften sind ein respektvoller Umgang und professionelles Verhalten leider nicht immer so ausgeprägt, wie man es in einem Unternehmen erwarten würde.
Vorgesetztenverhalten
„Augenhöhe“ ist ein schönes Wort. In der Praxis gibt es aber teilweise eher Mikromanagement und Top-down-Entscheidungen. Mitgestaltung heißt nicht immer wirklich mitgestalten, sondern manchmal einfach nur Aufgaben abarbeiten, klingt halt aber besser.
Für zusätzlichen Einsatz oder den berühmten „Meter mehr“ gibt es außerdem eher wenig sichtbare Wertschätzung. Teilweise entsteht dadurch schon der Eindruck: Mitarbeiter sind hier vor allem Arbeitskräfte.
Arbeitsbedingungen
Standardausstattung im Büro, also Tisch, Stuhl, Handy, Notebook - fertig. Kann man erwarten. Die Arbeitskleidung im Außendienst ist hochwertig.
Kommunikation
Eher schwierig. Vieles läuft spontan und kurzfristig, Entscheidungen werden nicht immer transparent kommuniziert. Informationen kommen teilweise erst dann an, wenn sie eigentlich schon relevant gewesen wären oder wenn das Ergebnis bereits feststeht. „Kommunikation auf Augenhöhe“ klingt gut, die Umsetzung könnte noch ein größeres Update vertragen.
Gehalt/Benefits
„Leistungsgerechte Bezahlung“ klingt erstmal gut. Mein Eindruck ist allerdings, dass die Vergütung bei vielen Positionen ziemlich weit unten im Markt liegt. Für Verantwortung und Einsatz wirkt das teilweise einfach ziemlich wenig. Einen automatischen Inflationsausgleich gibt es nicht, Sonderzahlungen sind freiwillig. Eine transparente Gehaltsstruktur gibt es nicht. Dadurch entsteht der Eindruck, dass gutes Verhandeln oder der richtige Zeitpunkt vor allem darauf Einfluss haben, wie hoch das Gehalt ausfällt.
Interessante Aufgaben
Am Anfang definitiv interessanter, mit der Zeit wird aber auch hier vieles Routine. Entwicklungsmöglichkeiten sind vorhanden, aber begrenzt. Personalgespräche ändern daran wenig.
