Kein stabiles Umfeld bei workwise
Gut am Arbeitgeber finde ich
Positiv hervorheben möchte ich die vielen tollen Leute, die ich im Unternehmen kennengelernt habe. Das Umfeld hat aus meiner Sicht viel Potenzial und die Arbeitsatmosphäre kann, abgesehen von einzelnen Punkten, sehr inspirierend sein. Auch das Büro und die zentrale Lage haben mir gut gefallen – wobei ich mir bei Klimatisierung und Ausstattung noch Verbesserungen wünschen würde.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Während meiner Zeit im Unternehmen habe ich mehrfach Feedback zu verschiedenen Themen, auch über die bereitgestellten tools, gegeben und diese auch mit der Personalabteilung besprochen. Aus meiner Sicht wurden jedoch nur sehr wenige Kompromisse gefunden oder ausreichend erklärt, warum bestimmte Entscheidungen so getroffen wurden. Obwohl man sich offen und dankbar für das Feedback zeigte, hatte ich den Eindruck, dass es oft nicht weiterverfolgt wurde. Das passt meiner Meinung nach nicht zu den Werten die man vertreten möchte.
Die Reaktionen des Unternehmens auf Kununu-Bewertungen empfinde ich als wenig konstruktiv oder notwendig und gegen Ende gab es bei mir bereits ein abschließendes Feedbackgespräch.
Verbesserungsvorschläge
- Eine wirklich ehrliche und offene Kommunikation etablieren und leben.
- Offenheit für neue Ideen und alternative Lösungsansätze zeigen.
- Mut zu Experimenten und Innovationen, insbesondere im Kontext eines Start-ups.
- Die Auswahl und Qualifikation von Führungskräften kritisch hinterfragen.
- Feedback von Mitarbeitenden ernst nehmen und transparent kommunizieren, wie damit umgegangen wird.
- Ein stabiles und sicheres Geschäftsmodell entwickeln, das langfristige Perspektiven bietet.
- Sorgfältige Auswahl von Führungskräften, um negative Auswirkungen auf Teams zu vermeiden.
Arbeitsatmosphäre
Aus meiner Sicht war die Arbeitsatmosphäre meist stressig und von Unsicherheiten geprägt. Ich habe nur selten Lob von Vorgesetzten erlebt. Fairness habe ich vor allem bei langjährigen Mitarbeitenden wahrgenommen, die dadurch auch mehr Benefits und bessere Aufstiegschancen hatten. Es gab viele Gerüchte, die von Führungskräften aus meiner Sicht oft nicht ausreichend ernst genommen wurden. Einige Personen in Führungspositionen wirkten auf mich eher unerfahren und hatten, soweit ich weiß, außerhalb von Workwise kaum Einblicke in andere Unternehmen gewonnen. Mein Eindruck war, dass sich das Führungswissen vor allem auf Podcasts und Best Practices aus Büchern stützt, die unter stabilen Bedingungen vielleicht funktionieren, aber im Alltag aus meiner Sicht nicht anwendbar waren. Für mich hat das zu einer teilweise schlechten und sogar toxischen Atmosphäre geführt. In der Abteilung habe ich eher Grüppchenbildung und wenig Akzeptanz für unterschiedliche Kolleg:innen erlebt.
Work-Life-Balance
Für mich war die Work-Life-Balance im Unternehmen eher schwierig. Ich habe einen gewissen Gruppenzwang und eine Kultur der Aufopferung erlebt. Überstunden wurden mir nicht angeordnet, aber wenn etwas zeitnah erledigt werden musste, hatte ich das Gefühl, dass die meisten dazu bereit waren, deutlich länger zu bleiben. Besonders aufgefallen ist mir, dass auch die Teamleitung häufig länger geblieben ist, was es für mich oft schwer gemacht hat, selbst pünktlich zu gehen oder Termine wahrzunehmen. Vor allem in meinem Bereich habe ich wahrgenommen, dass viele Kolleg:innen sehr viele Überstunden angesammelt haben. Es wurde zwar ein paar Mal darauf hingewiesen, dass man das vermeiden sollte, aber aus meiner Sicht wurde das Thema nicht wirklich konsequent ernst genommen und die Überstunden sind trotzdem eher mehr geworden. Insgesamt empfand ich das als eine teilweise toxische Verhaltensweise, die meiner Meinung nach nicht ausreichend adressiert wurde.
Karriere/Weiterbildung
Im Bereich Karriere und Weiterbildung habe ich gemischte Erfahrungen gemacht. Externe Workshops oder Fortbildungen habe ich persönlich kaum erlebt oder sie wurden nur in Ausnahmefällen genehmigt. Die Aufstiegschancen im Unternehmen empfinde ich grundsätzlich als gut, auch wenn der Weg dahin mit einigen Hürden verbunden sein kann.
Gehalt/Benefits
Das Gehaltssystem im Unternehmen ist transparent gestaltet, was ich grundsätzlich positiv finde. Allerdings bleibt für mich unklar, wie genau die festgelegten Gehälter zustande kommen. Es wird oft von Durchschnittswerten gesprochen, ohne konkrete Erläuterungen oder Quellen. Ich habe den Eindruck gewonnen, dass Gehaltserhöhungen häufig mit schwer erreichbaren Zielen verknüpft sind, die im Arbeitsalltag kaum umsetzbar sind. Selbst bei guter Leistung kann es vorkommen, dass eine Erhöhung abgelehnt wird, wenn nicht alle Kriterien erfüllt sind. Das Aufstiegsmodell erscheint mir komplex und mit vielen Hürden versehen, die in der Praxis schwer zu überwinden sind.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Im Bereich Umwelt- und Sozialbewusstsein sehe ich sowohl positive als auch kritische Aspekte. Es gibt zwar eine Mülltrennung und das Unternehmen hat auch auf eine Zertifizierung, aber im Alltag habe ich erlebt, dass beispielsweise oft noch essbare Lebensmittel aus den Kühlschränken weggeworfen werden, anstatt sie zu spenden. Außerdem stammen nicht alle angebotenen Getränke oder Süßigkeiten aus fairen oder nachhaltigen Quellen. Aus meiner Sicht sind hier viele Markenprodukte dabei, die weder besonders umweltfreundlich noch sozial verantwortungsvoll sind.
Kollegenzusammenhalt
Meiner Meinung nach hängt der Kolleg:innenzusammenhalt stark davon ab, mit wem man zu tun hat. Ich habe erlebt, dass es verschiedene Grüppchen gibt, die mal mehr, mal weniger zueinander halten. Besonders unter den langjährigen Mitarbeitenden gab es feste Grüppchen, die gemeinsam reden, essen und auch viel privat unternehmen. Als neue:r Mitarbeitende:r ist es mir schwergefallen, in diese eher verschlossenen Gruppen hineinzukommen, was für mich das Gemeinschaftsgefühl deutlich eingeschränkt hat.
Umgang mit älteren Kollegen
Meiner Erfahrung nach werden ältere Arbeitnehmer:innen im Unternehmen eingestellt. Gleichzeitig habe ich den Eindruck gewonnen, dass langjährige Mitarbeitende – also diejenigen, die schon seit der Gründung oder den ersten Jahren dabei sind – klar bevorzugt werden. Sie genießen aus meiner Sicht die besten Aufstiegschancen.
Vorgesetztenverhalten
Meiner Meinung nach war mein:e Abteilungsleiter:in oft überfordert und hat sich nur selten um die Anliegen der Mitarbeitenden gekümmert. Wenn es um wichtige Themen ging, musste ich häufig über einen längeren Zeitraum hinweg immer wieder nachhaken (über Monate), bis überhaupt etwas passiert ist. Viele Anliegen wurden einfach liegen gelassen. Auf Feedback wurde aus meiner Sicht meist nur sporadisch oder wenig hilfreich reagiert, sodass ich oft den Eindruck hatte, dass Rückmeldungen in der Praxis kaum umgesetzt werden. Wer hier nicht aktiv dranbleibt, wird meiner Erfahrung nach schnell vergessen. Ich hatte zudem das Gefühl, dass die verantwortliche Führungskraft aus meiner Sicht nicht ausreichend qualifiziert war, um ein Team zu führen. Viele Dinge wurden häufig vergessen oder nicht beachtet, was dann meist damit entschuldigt wurde, dass zu viel zu tun sei. Nach einer gewissen Zeit war das für mich nicht mehr nachvollziehbar oder akzeptabel. Auch Themen wie Gehaltsverhandlungen habe ich insgesamt als langwierig und wenig transparent empfunden.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen habe ich insgesamt als verbesserungswürdig empfunden. Aus meiner Sicht wurde bei der Hardware eher gespart, was die tägliche Arbeit oft erschwert hat. Externe Tools, die aus meiner Sicht hilfreich gewesen wären, wurden meist sehr lange evaluiert und letztlich häufig abgelehnt. Die Klimatisierung im Büro war nicht ausreichend, wodurch es im Sommer teilweise sehr unangenehm war, dort zu arbeiten. Positiv ist mir aufgefallen, dass es kostenlose Markengetränke, Kaffee und Sprudelwasser gibt. Die Arbeitsplätze selbst waren aber hauptsächlich mit günstigen Finnischen-Möbelhäuser-Elementen ausgestattet, was für mich auf Dauer zu Rückenschmerzen geführt hat.
Kommunikation
In Bezug auf die Kommunikation habe ich den Eindruck, dass das Unternehmen grundsätzlich ehrliche Kommunikation anstrebt und gute Prinzipien aufgestellt hat, die zumindest teilweise auch angewendet werden. Feedback wird zwar häufig dokumentiert, aber meiner Erfahrung nach kommt es nicht immer dort an, wo es gebraucht wird oder eine Veränderung bewirken könnte. Ich hatte häufig das Gefühl, als Mitarbeitende:r wenig Möglichkeiten zur echten Mitgestaltung zu haben, obwohl es gewünscht und gefordert wurde, da die Meinung der Stakeholder, die häufig überzeugt sind, es besser zu wissen, meistens dominiert. Meiner Meinung nach sollte man dann nicht von einer offen gelebten Feedbackkultur sprechen.
Gleichberechtigung
Aus meiner Sicht haben vor allem die Mitarbeiter:innen, die am längsten im Unternehmen sind, die besten Chancen auf Aufstieg – unabhängig davon, wie qualifiziert sie tatsächlich sind. Besonders im engeren Kreis rund um das Management habe ich den Eindruck gehabt, dass dort die größten Möglichkeiten bestehen. In den meisten Bereichen der Firma habe ich ein gutes Gleichgewicht zwischen den Mitarbeitenden erlebt. Im Research & Development Bereich wurde meiner Meinung nach jedoch zu wenig darauf geachtet, eine diverse Abteilung zusammenzustellen, was ich besonders schade finde, gerade weil man als Job-Plattform hier eigentlich mit gutem Beispiel vorangehen könnte.
Interessante Aufgaben
Ich finde das Themenfeld, in dem sich das Unternehmen bewegt, grundsätzlich sehr spannend und es gibt aus meiner Sicht viele verschiedene Facetten, in die man sich theoretisch weiterentwickeln könnte. Allerdings habe ich die Aufteilung der Aufgaben als wenig optimal empfunden. Teilweise sind meiner Beobachtung nach zu wenige Mitarbeitende in bestimmten Bereichen vorhanden. Zusätzlich habe ich erlebt, dass Kolleg:innen zum Teil unnötige Hürden und Bürokratie aufgebaut haben, wodurch sich Prozesse und Erfolge aus meiner Sicht oft unnötig verzögern oder sogar abgebrochen werden mussten.