Man ist stets bemüht, aber für mehr reicht es dann doch nicht. (Dornröschenschlaf mit Potenzial)
Gut am Arbeitgeber finde ich
Das Gehalt kommt pünktlich.
Die Kollegen sind nett.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Wo soll man da anfangen? Im Großen und Ganzen ist die Struktur und die Arbeitsweise sehr veraltet und von Vetternwirtschaft durchzogen.
Klare Aufgabenverteilungen und Verantwortlichkeiten sucht man vergebens.
Fortbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten sind nicht gegeben oder werden verwehrt.
Wichtige Schlüsselpositionen sind seit Jahren nicht besetzt und Nachfolger werden mit leeren Versprechen hingehalten oder vergrault. (Viele junge Kollegen bleiben nicht lange)
Urlaubsanträge werden noch in Papierform mit doppelten Durchschlag eingereicht.
Hier wird man nur gefördert und befördert, wenn man den Vorgesetzten schmeichelt und nach dem Mund redet. Spricht man Fehlverhalten und Probleme an, wird man als Unruhestifter betitelt und aufs Abstellgleis oder unbeliebte Arbeitsplätze positioniert.
Wer wird schon gerne kritisiert? Das Management schon mal gar nicht. Fehler und Fehlentscheidungen werden nicht gesehen.
Auch die Gehaltsstruktur ist eine große "Black Box". Niemand spricht darüber, niemand weiß so genau wie es funktioniert.
Einzig die Erkenntnis, dass es nicht mal dem Regions-/Branchendurchschnitt entspricht ist gegeben. Nach Leistung wird man hier nicht bezahlt. Bonis oder individuelle Gehaltserhöhungen gibt es nicht.
Oft fehlen benötigte Kompetenzen und/oder Weitsicht (durch alle Positionen/Ebenen hindurch). Schulungen und Einarbeitungen gibt es keine oder in ungenügenden Umfang.
Egal ob als Montagepersonal oder die Kollegen in den Büros, man ist die meiste Zeit auf sich gestellt.
Entscheidungen werden nur sehr ungerne von den zuständigen Personen getroffen. Unsicherheit oder eine weit verbreitete Verantwortungsscheue ist die Regel. Jeder versucht die Arbeit/Verantwortung von sich zu schieben.
Auch unter den Kollegen schiebt man sich gerne den schwarzen Peter zu, wenn man sich nicht gerade mit den Lorbeeren eben dieser schmückt.
Oft wird mit Scheuklappen und einem egoistischen Blick das Tagewerk verrichtet. Neid ist auch öfters zugegen, wahrscheinlich weil klare Strukturen und Regelungen nicht vorhanden oder bekannt sind oder Lieblinge anders behandelt werden.
Auch der Betriebsrat ist keine große Hilfe. Geholfen wird hauptsächlich den eigenen BR-Kollegen (die sich gerne mal vor der eigenen Arbeit drücken, die man dann natürlich mitmachen muss).
Ansonsten befindet sich der BR ständig im Machtkampf mit der Geschäftsleitung. Leider oftmals zum Leidwesen von uns normalen Arbeitern. Anstatt zu versuchen gemeinsam den Standort in eine sichere Zukunft zu führen, werden Machtspiele zum eigenen Vorteil versucht.
Auch ist der neue Leistungsdruck nur für das einfache Personal zu spüren. Abteilungen wie HR und Finanzen leben scheinbar in einem Elfenbeinturm und scheinen an einer anderen Geld- und Mittelquelle zu sitzen. Dort wird nicht gespart.
Dabei vergisst man, dass in der Produktion das Geld verdient wird. Hier sollte man nicht als erstes, sondern als letztes sparen.
Verbesserungsvorschläge
Modernisieren, sowohl von der Arbeitsstruktur, als auch von der Arbeitsweise und Management.
Moderne Gehaltstrukturen und faire Gehälter/Gehaltserhöhungen/Leistungszulagen.
Fähiges Personal einstellen und an wichtigen Schlüsselpositionen einsetzen.
Kommunikation verbessern (vor allem abteilungsübergreifend), Versprechen einhalten und Hinhaltetaktiken vermeiden.
Gleichberechtigung (bei Arbeitsinhalten/Benefits) nicht nur "versprechen", sondern auch leben/umsetzen.
Standards einführen.