Höher, schneller, weiter... "Ich Chef, du nix!"
Gut am Arbeitgeber finde ich
Den Urlaub und den Feierabend. Nicht mal das pünktliche Gehalt. Denn das erwarte ich von meinem AG! So, wie er von mir immer alles erwartet!
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
*Die Arbeitszeiten. Warum muss man nun auch jeden zweiten Samstag bis 17 Uhr buffen? Reichen die Tage von Montag bis Freitag nicht aus? Ausreichende Regeneration und Zeit mit der Familie wird hier ganz ganz klein geschrieben. Selbst Kunden sagen uns, dass wir ja richtig arm dran sind, weil wir auch noch samstags so lange ran müssen und ob es nicht gereicht hätte, wenn nur bis 13/14 Uhr auf wäre. Klar nehmen die Kunden das an. Sie würden es auch annehmen, wenn wir bis 20 Uhr auf hätten. Sie würden es aber auch annehmen, wenn wir in der Woche nur bis 16 Uhr und samstags nur bis 13/14 Uhr auf hätten. Denn auch ein Kunde kann sich anpassen. Nur gut, dass die Führungskräfte ab einem bestimmten Rang nicht jeden zweiten Samstag arbeiten müssen. Dann wäre es nämlich niemals zu diesen Öffnungszeiten gekommen.
*Den Druck. Schaffen, schaffen, schaffen. Egal wie. Es ist nicht mehr nur ein "über den Tellerrand hinaus gehen". Es wird noch mehr erwartet. Am besten morgens 6.30 Uhr anfangen, aber erst 8 Uhr einstempeln. Dann bis 17 Uhr arbeiten, ausstempeln und dann bis 20 Uhr weiter arbeiten. Genau dieses Gefühl wird einem vermittelt.
*Die Überlastung. Sobald man etwas nicht schafft, weil der Plan wieder bis oben hin voll war, wird direkt ein Aufstand gemacht. Fängt man an sich zu rechtfertigen, wird man nur belächelt. So nach dem Motto: wenn man diesem Job nicht gewachsen ist, solle man sich umorientieren.
Verbesserungsvorschläge
*Zuhören/Anhören, was der kleine Monteur zu sagen hat. Wir wirtschaften immerhin auch das Gehalt unserer Führungskräfte mit rein.
*Eigenständig arbeiten lassen. Dazu gehört auch, dass die Mitarbeiter vor Ort selbständige Entscheidungen treffen können. Denn Theorie und Praxis sind sehr weit voneinander entfernt. Keine Führungskraft vorm Rechner kann einschätzen, wie lange zum Beispiel eine Kalibrierung über AsTech oder Bosch Remote dauert. Oder, wenn ein Auto plötzlich Rost aufweist. Oder, wenn die Technik mal wieder Ewigkeiten braucht.
*Lösungsorientierter Handeln. Nicht einfach immer alles belächeln oder abwinken.
*Mehr Wertschätzung. Man bekommt immer nur gesagt, wie schlecht die Zahlen sind oder, wenn eine schlechte Kundenbewertung eingegangen ist. Von unserem AM bekommen wir mittlerweile auch positive Dinge gesagt. Das allerdings auch erst, nachdem es mehrfach angesprochen wurde. Dennoch... Auch schön zu hören, dass es Kunden gibt, die sich bei uns wohlgefühlt haben und demnach eine gute Bewertung abgegeben haben. Wenn man uns einfach mal "machen lassen würde", dann würden die Zahlen auch deutlich mehr in den grünen Bereich gehen. Aber durch den übertriebenen Druck der Führungskräfte wird mittlerweile eher auf Durchzug gestellt und somit das Gegenteil erwirkt.
Arbeitsatmosphäre
Es kommt immer darauf an, mit wem man zusammen arbeitet. Leider sind neue Kollegen meist sehr von sich überzeugt und wirken dadurch abgehoben.
Kommunikation
Auch da kommt es wieder auf den jeweiligen Kollegen an. Tatsächlich kann man in unserem SC gut miteinander reden. Es kommt natürlich immer auf die Art und Weise an, wie man etwas anspricht.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt ist seit langem nicht mehr gegeben. Jeder macht sein Ding. Das ist sehr schade.
Work-Life-Balance
Ist nicht gegeben!! Es ist oft so, dass ich abends nach Hause komme und einfach nur noch ins Bett will, weil die Arbeit wieder alles und noch mehr von einem verlangt hat. Das Familienleben wird da leider ganz klein geschrieben. Denn dafür fehlt einem echt die Kraft. Glücklich macht es mich, wenn ich am nächsten Morgen ohne Schmerzen aufwache...
Vorgesetztenverhalten
Um etwas zu kommentieren muss man leider mindestens einen Stern geben. Kein Stern wäre angebrachter. Wenn mehrere Personen im Raum sind ist unser RM extrem freundlich. Sobald man jedoch allein mit ihm ist, wendet sich das Blatt. Es wird einem dann lieber nahe gelegt das Unternehmen zu verlassen, wenn es einem nicht mehr gefällt. Aber einmal zu hinterfragen, weswegen es dem AN nicht gefällt, das ist nicht drin. Denn dann könnten ja unbequeme Fragen oder Aussagen kommen, denen man sich stellen müsste.
Gleichberechtigung
Klar wird immer mal geschmunzelt, wenn eine Frau die großen Autos macht. Oder wenn die Männer vorne am Rechner sitzen und die Frauen in der Werkstatt buffen. Das wird dann aber belächelt und nicht als schlimm empfunden.
Umgang mit älteren Kollegen
Ich finde es gut, dass ältere MA einen Zeitaufschlag für ihre Jobs bekommen. Schade finde ich es, dass der jeweilige MA im Vorfeld vieles über den Arzt bestätigen lassen muss. Das sind ewige Rennereien für ein paar Minuten mehr...
Arbeitsbedingungen
Da sich administrativ jeden Tag irgendetwas ändert ist es sehr schwierig "am Ball" zu bleiben. Und sobald man die Halle umgestalten möchte, weil man so die Wege effektiver gestalten kann, wird dies gleich wieder abgelehnt. Gut, dass die Personen, die das ablehnen dort arbeiten müssen und einschätzen können, was vor Ort effektiv ist und was nicht... ;-)
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Vom "grünen Fußabdruck" ist Carglass noch ganz ganz weit entfernt. Rechnungen sollen per Mail versendet werden, um Papier zu sparen. Sehr gut! Im gleichen Atemzug wird man jedoch in aller Welt umher geschickt, um in verschiedensten Service Centern auszuhelfen. Wie soll ein Team zusammen wachsen, wenn von fünf MA immer drei weg sind?
Gehalt/Benefits
Jeder soll alles können, aber das Gehalt ist unterschiedlich. Ich selbst mache täglich alles. Von der morgendlichen Kundenannahme über Reparaturen, Wareneingang, Retouren, Austausch, Telefonate, Emailverkehr, neue Aufträge anlegen, bis hin zur Rückgabe der Fahrzeuge am Abend. Alles gefühlt gleichzeitig. Ich bekomme dennoch deutlich weniger als mein Kollege, der erst vor Kurzem begonnen hat und nicht annähernd die Aufgaben erfüllt, die ich tagtäglich mache. Das ist absolut ungerecht. Wenn man sich erdreistet und nach mehr Gehalt fragt, wird man von den Führungskräften nur belächelt. Das ist ein absoluter Schlag ins Gesicht.
Image
Außen hui, innen ...! Carglass wirbt mit ihren 30 minütigen Reparaturen. Im Sommer sowie im Winter unmöglich. Dazu kommt noch, dass die meisten Service Center gar nicht die Möglichkeit haben, die Reparaturen direkt als Same Day durchzuführen. Wie auch? Bei einem bis oben hin voll gestopften Terminplan? Dann darf man sich vom Kunden anhören, dass die Werbung nicht richtig sei und, dass man als Kunde an der Nase herumgeführt wird. Dinge, die auch wieder von oben verbockt werden und das kleine Licht ganz unten muss solche Aussagen über sich ergehen lassen und darf die Suppe wieder auslöffeln.
Das ist wie mit dem Protect. So so viele Kunden kommen im Nachgang und sind damit unzufrieden. Es schliert, die Wischer rubbeln und eigentlich war es ja von Anfang an schon viel zu teuer... Der Kunde hat sich dann aber doch überreden lassen. Zum Ärger des Kunden und auch hier muss der MA vor Ort wieder alles gerade biegen. Auch so etwas zehrt extrem an den eigenen Nerven. Und dadurch entsteht Missmut. Könnte man sich alles sparen.
Karriere/Weiterbildung
Ob man sich nun weiterbildet oder nicht. Am Ende des Tages ist man auch bloß nichts wert... Zumal man auch hier leider nicht davon ausgehen kann, dass trotz einer Weiterbildung eine Gehaltserhöhung erfolgt. Mehr Aufwand für einen selbst, bei gleich bleibendem Gehalt. WOW!

