Achtung : Schleudersitz
Gut am Arbeitgeber finde ich
Dass ich nicht mehr dort arbeite, ich danke Gott auf Knien dafür.
Ok, das italienische Ristorante ums Eck war toll und man darf dort als Mitarbeiter:in preisreduziert essen. Es kann ja nicht alles schlecht sein :-)
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
siehe meine Ausführungen
Verbesserungsvorschläge
Konfliktbereitschaft kann man lernen, aber man muss es halt auch wollen.
Arbeitsatmosphäre
Die Vorgesetzte wies die Aufgaben den Leuten täglich eigenhändig zu, angeblich der Fairness wegen. Einmal wurde ich tatsächlich gerügt, weil ich proaktiv und motiviert (so wie ich es von anderen Firmen gewohnt war) selbständig einige Aufträge aus dem Postfach zur Bearbeitung an mich genommen hatte. "Hands-on" ist offenbar nicht gewünscht.
Manche Aussendienstler (immer dieselben) vergriffen sich dem Team gegenüber wiederholt im Ton. Wurde vom Management geduldet.
Es wurde im Gemeinschaftsbüro (zu meiner Zeit ca. 10 Personen) nach fast jedem Telefonat laut geflucht, gemeckert, gejammert, in einer solchen Atmosphäre wird man selbst ganz kirre. Manche durften aber rüde "schimpfen", anderen wurde es als grober Fehler sofort schwer angelastet.
Hohe Fluktuation, vorallem in der Logistik (während meiner recht kurzen Zeit kamen und gingen mehrere Leute).
Nach meinem Ausscheiden wird für den Vertriebsinnendienst nach wenigen Monaten erneut gesucht. Hat meine Nachfolge auch zuviele Fragen gestellt oder war ihr so schnell klar, dass das Gras anderswo grüner ist ? :-)
Die Position der Vertriebsinnendienstleitung war Ende 2024 ebenfalls ausgeschrieben. Ich finde, das sagt sehr viel aus.
Work-Life-Balance
In meinem Vertrag stand "Gleitzeit", aber im Vertrieb musste ich faktisch Festzeit leisten. Blöd halt, wenn einem das vorher keiner sagt und das auch im Vertrag so nicht klar genug definiert ist. Ein Schelm.....
De facto : Anwesenheitspflicht für alle im Vertrieb von MO-DO bis 16h. FR bis 15h...obwohl die Betriebsvereinbarung MO-FR eine allgemeine Kernzeit bis 15h vorsieht ! Das verdient dann den Namen Gleitzeit gar nicht mehr. Angeblich, um die telefonische Erreichbarkeit zu gewährleisten....das geht auch mit 1 Person pro Abteilung im Turnus. Wollte man aber partout nicht so haben und bis zum bitteren Ende blieb dies ein Thema, bei dem Cemo einfach nur des Blockens wegen blockte. Am FR sass ich also im Vertrieb bis mind. 15h im Büro (wer vor 16h ging wurde schief angesehen) und alle anderen Bereiche waren schon längst ab 13h rum im Wochenende.....Stunden mal abbauen ? Pustekuchen.
"Lösungsvorschlag" der Vorgesetzten damals : "Kannst Dir die Stunden ja auszahlen lassen." Damit war die Unterredung beendet. Danke für nichts.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Sozialbewusstsein ? Kurz vor mir wurde eine alleinerziehende Mutter im Vertrieb "ausrangiert". Ich denke, das Wort "sozial" sparen wir uns hier lieber. Wer Fragen stellt, wird unbequem, weiss ich ja aus eigener Erfahrung.
Kollegenzusammenhalt
Ich erlebte, dass nicht jede Person im Gruppengefüge willkommen war. Man merkt sehr schnell, wer mit wem klüngelt und tratscht.
Vorgesetztenverhalten
Unterirdisch.
Die Lösung des erwähnten vertraglichen Konflikts war weder mit der Vorgesetzten, noch mit der Personalabteilung noch mit dem Management möglich. Ich habe die Eskalationskette eingehalten und auch lange auf eine einvernehmliche Klärung gehofft. Der BR konnte mir nicht helfen, da man in der Probezeit komplett chancenlos ist, auch wenn man in der Sache Recht hat. Man wird halt dann kurzerhand "aussortiert". Das ist also das "gute und soziale Betriebsklima", mit dem Cemo bei Bewerbern wirbt. Finde den Fehler. Augen auf beim Traubenkauf (oder bei der Jobsuche).
Arbeitsbedingungen
Die PC-Umgebung war ok, es funktionierte alles. Wenn man in die Arbeitsbedingungen den mentalen Stress mit einrechnet, den ich seinerzeit dort erlebte, muss ich gleich wieder alle Sterne abziehen.
Kommunikation
Es gab seinerzeit wöchentlich ein ausführliches Abteilungsmeeting, was ich per se gut finde...aber ausgerechnet am FR nachmittag ? Homeoffice wurde freitags aus diesem Grund immer abgelehnt. Ui, toll.
"Das ist halt bei uns so." ist nie eine gute Antwort auf Themen mit Gesprächsbedarf. Es ist pure Engstirnigkeit, die ein Unternehmen nicht weiterbringt.
Gehalt/Benefits
Durchschnittliches Schmerzensgeld für die täglichen Leiden.
Interessante Aufgaben
Auftragserfassung, Telefonzentrale (die musste zu meiner Zeit dort der Vertrieb obendrauf exklusiv fürs ganze Haus übernehmen), Reklas und Eingangspost verteilen war mir persönlich zu fade.
Der Vertrieb wurde (zumindest seinerzeit) immer wieder für die Besucherbewirtung herangezogen (Küche+Meetingraum sind räumlich durch 1 Etage und den Aussenhof voneinander getrennt), trotz hoher Arbeitsbelastung des Vertriebs.