Gut am Arbeitgeber finde ich
Besonders die Ausbildung. Man lernt in diesem Betrieb sehr viel. Empfehlung für Leute aus der Region: Hoffen, einen Platz im Werkzeugbau/Medizintechnik zu bekommen nach der Ausbildung und entsprechend Vitamin B sammeln, besonders im Werk Lauf ist Vitamin B essentiell.
Leider nicht mehr selbst erlebt aber gesehen: Völlig neue Azubiwerkstatt mit neusten Maschinen. Ich hab noch in der alten Werkstatt gelernt, wo Fräsen aufs My an Maschinen wie der HK oder auch FP1 "kreativität" erfordert hat. Das war aber sicher kein Schaden, wer an alten Maschinen arbeiten kann, kanns auch an neuen.
Besonders hervorzuheben: Man bekommt während der Arbeitszeit sehr viel Zeit, sich auf die Prüfungen vorzubereiten. Das spiegelt sich (bei engagierten Azubis) auch deutlich in den Noten wieder.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Siehe oben genannte Kritikpunkte.
Außerdem ist zu erwähnen dass man sich von der Kantine besser fern hält (Stand 2018) - ob sich da was zum guten geändert hat kann ich nicht beurteilen.
Verbesserungsvorschläge
Am Gehalt arbeiten. Die guten Leute verschwinden weil das Gehalt für einen Industriemechaniker, der 30 Jahre in der Fertigung ist, in etwa so hoch ist wie das Einstiegsgehalt eines IG-Metallers mit der selben tätigkeit. Da sind die Gewerkschaft und auch die Chefetage gefragt.
Arbeitsatmosphäre
Gut bis sehr gut, solange alles läuft
Karrierechancen
Eher Mittelmäßig.
Weiterbildung über zweiten Bildungsweg zum Ingenieur wird teils angeboten. Aufstieg in die Mittlere Führungsebene aber eher schwierig als Azubi (auch wenn man die Ambitionen dazu hat und die Noten passen)
Innerbetriebliche Weiterbildung ist am Standort Lauf eher weniger vorhanden, und wenns doch mal ne Schulung gibt dann sind manche Lehrende in ihrer Vortragsweise in etwa so wie ein Schüler der gezwungen wird, ein Referat vor der Klasse zu halten. Es ist bezeichnend, wenn 50% der Azubis während eines Vortrages mit dem Schlaf kämpfen weil der Vortragende Rhetorisch und Methodisch einfach nichts rüberbringen kann. Ist sehr schade, zumal die Vortragsinhalte eigentlich ziemlich Relevant sind.
Arbeitszeiten
In Ordnung. Gleitzeit als Azubi ist absolut keine Selbstverständlichkeit, ich hätte mir persönlich aber gewünscht, einen größeren Gleitzeitrahmen (+-1 bis 1,5 Stunden vorn und hinten ran anstatt der 30 minuten) zu schaffen sodass man auch mal um 6 Arbeiten anfangen kann. Aber generell schon mal gut dass Gleitzeit existiert. Rahmenzeit (7 bis 15:30) auch völlig in Ordnung.
Ausbildungsvergütung
Für Industriemechaniker, die die selben Aufgaben erfüllen wie ein IG Metaller grob 25-30% weniger Netto-gehalt (Stand 2018). Ob sich da was geändert hat kann ich nicht beurteilen, hatte sich aber im laufe der Ausbildung mehr und mehr zum Guten entwickelt.
Die Ausbilder
Die Ausbilder in Lauf sind sehr freundlich gewesen, fast schon eine Kombination aus gutem Kumpel und gleichzeitig Vorgesetztem bei dem man was lernen konnte und der auch mal gesagt hat wenn was nicht passt.
Spaßfaktor
Interessante Aufgaben, lernen zu Improvisieren, allerdings in manchen Abteilungen (jeder Azubi durchläuft verschiedene Abteilungen) eine etwas unangenehmere Arbeitsatmosphäre und einhergehend auch weniger Spaßig. Werkzeugbau, Erodiererei, Piezo sind aber Abteilungen in denen man gerne gesehen ist als Azubi und sich auch wohl fühlt beim arbeiten.
Aufgaben/Tätigkeiten
Prinzipiell (besonders in der Lehrwerkstatt) sehr interessante Aufgaben im Dreh-/Fräsbereich. Sehr interessant aufgebaute Kurse mit starkem Praxisbezug. Besonders im Werkzeugbau auch Aufgaben die voll ins Wissensspektrum eines Industriemechanikers passen.
Aber: Als Azubi wird man gern mal zum Putzen/Müll fortschaffen in anderen Abteilungen geschickt (Stand: 2019). Offiziell wird das auch gern mal in einer Six-Sigma Schulung verpackt. Sauberkeit zu erlernen ist sehr sinnvoll und wichtig, den Müll anderer Abteilungen wegzuwischen eher weniger. Vor allem wenn einem dabei nichts über die Technik der Maschine, die man säubert, vermittelt wird.
Variation
Man durchläuft viele Abteilungen, lernt eigentlich fast jeden Bereich mal kennen. Dieses Konzept ist sehr sinnvoll.
Respekt
Das kommt sehr auf den bereich an. Es gibt Abteilungen in denen ist man als Azubi der Stift und wird entsprechend behandelt. Andere Abteilungen sind da schon eher vorbildlich und Behandeln einen teils sogar fast schon wie einen gleichwertigen Kollegen (Besonders hervorzuheben sind da die Kolleginnen aus der Piezo)