Struktur fehlt, Entscheidungen bleiben intransparent bei der Geschäftsführung.
Verbesserungsvorschläge
Im Unternehmen steckt erhebliches Potenzial in den Mitarbeitenden, das bislang nicht konsequent und entsprechend ihrer Qualifikationen genutzt wird. Um die Effizienz zu steigern und die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen, sollten Strukturen und Prozesse grundlegend überarbeitet, klar definiert und konsequent umgesetzt werden.
Die Größe des Unternehmens erfordert ein stärkeres Verantwortungsmanagement: Die bisherige „One-Man-Show“ der Geschäftsführung stößt an ihre Grenzen. Entsprechend sollten Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortlichkeiten klar an die Abteilungsleitungen und die Betriebsleitung delegiert werden. Wird diese Verantwortung nicht erfüllt, sollte dies konsequent und nachvollziehbar adressiert werden. Es wäre zudem wünschenswert, wenn die zur Bewertung aufgewendete Zeit der Führungsebene und leitenden Personen stärker in die Optimierung von Strukturen und Abläufen des Unternehmens investiert würde. Eine solche Umstrukturierung würde nicht nur die Arbeitsprozesse verbessern, sondern auch die Motivation der Mitarbeitenden fördern und das Unternehmen langfristig stärken.
Arbeitsatmosphäre
Innerhalb der eigenen Abteilung lässt sich überwiegend ein gutes Klima feststellen, die direkte Zusammenarbeit ist größtenteils angenehm. Problematisch wird es jedoch im abteilungsübergreifenden Umgang: Hier fehlt es an Verlässlichkeit, da getroffene Aussagen häufig nicht eingehalten werden. Zudem funktionieren interne Prozesse nicht oder werden teilweise komplett ignoriert, was zu Frustration und unnötigen Reibungen führt. Insgesamt entsteht dadurch ein schwieriges Arbeitsumfeld, das die ansonsten positiven Ansätze innerhalb der Abteilung stark belastet.
Image
Die Wahrnehmung des Unternehmens unterscheidet sich deutlich zwischen Geschäftsführung und Mitarbeitenden, was auch in der zu Jahresbeginn durchgeführten Mitarbeiterbefragung erkennbar wurde. Nach außen ist das Image im regionalen Umfeld eher durchwachsen. Es gibt allerdings Bemühungen, dieses zu verbessern, beispielsweise durch Sponsoring von örtlichen Vereinen oder Veranstaltungen.
Work-Life-Balance
Ein modernes und flexibles Arbeitszeitmodell sucht man hier leider vergebens. Zwar wird offiziell mit Gleitzeit geworben, tatsächlich ist der Spielraum jedoch gering: Der Arbeitsbeginn liegt – je nach Abteilung – zwischen 7 und 9 Uhr, die Kernarbeitszeit reicht bis 15:30 Uhr. Z.B. wird eine verkürzte Kernarbeitszeit am Freitag von der Geschäftsleitung strikt abgelehnt. Home-Office ist in Einzelfällen möglich, allerdings nur, sofern ein Laptop zur Verfügung steht. Da diese Geräte häufig dauerhaft von einzelnen Mitarbeitern ausgeliehen sind, ist die Möglichkeit zur mobilen Arbeit stark eingeschränkt.
Karriere/Weiterbildung
Aufstiegsmöglichkeiten sind im Unternehmen nur in begrenztem Umfang vorhanden. Weiterbildungen werden einzelnen Mitarbeitenden zwar ermöglicht und finanziert, mal abgesehen von den für ein mittelständisches Unternehmen obligatorischen Qualifikationen wie zum Beispiel Ersthelfer oder Sicherheitsbeauftragter. Die Entscheidungswege wirken dabei jedoch intransparent und teilweise willkürlich. Möglichkeiten zur persönlichen Weiterentwicklung bestehen kaum, da wesentliche Entscheidungen ausschließlich von einer Position getroffen werden und eine individuelle Förderung nicht vorgesehen ist.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt bewegt sich eher im unteren Durchschnittsbereich. Eine Tarifbindung besteht nicht, sodass jeder sein Gehalt individuell verhandeln muss. Zusätzlich wird eine freiwillige, gewinnabhängige Prämie gezahlt, die sich aus zwei Teilen zusammensetzt: Einem theoretisch gleich hohen Anteil für alle Mitarbeitenden – bei dem jedoch nach Belieben Unterschiede gemacht werden – sowie einem leistungsabhängigen Anteil, dessen Berechnungsgrundlage auf einem intransparenten Bewertungssystem basiert. Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, ein Businessbike zu leasen, allerdings wird auch hier nicht einheitlich vorgegangen, sodass Mitarbeitende unterschiedlich behandelt werden. Darüber hinaus werden zusätzliche Leistungen wie Zuschüsse zur Kinderbetreuung, vermögenswirksame Leistungen oder ähnliche Angebote von der Personalabteilung nur sporadisch bereitgestellt und unzureichend kommuniziert.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Das Unternehmen verfügt über entsprechende Zertifizierungen und erzeugt durch Solaranlagen auf den Dächern sowie Batteriespeicher einen Teil des benötigten Stroms nachhaltig. Angesichts der heutigen Anforderungen sollte dies jedoch als Selbstverständlichkeit gelten. Darüber hinaus spielt Nachhaltigkeit bei Anschaffungen und Bestellungen nur eine untergeordnete Rolle, da hier vor allem der Preis ausschlaggebend ist. Themen wie Fair Trade oder nachhaltige Beschaffung finden kaum Berücksichtigung.
Kollegenzusammenhalt
Innerhalb der eigenen Abteilung ist der Zusammenhalt grundsätzlich in Ordnung und die Zusammenarbeit verläuft meist reibungslos. Abteilungsübergreifend gestaltet sich das Miteinander jedoch schwieriger. Unter Druck kommt es immer wieder vor, dass einzelne Kollegen andere bei der Geschäftsführung in ein schlechtes Licht rücken. Da im Unternehmen keine ausgeprägte Fehlerkultur vorhanden ist und eher nach Schuldigen als nach Ursachen gesucht wird, verstärkt die Geschäftsführung dieses Verhalten leider zusätzlich. Das führt zu einem teils angespannten Klima zwischen den Abteilungen.
Vorgesetztenverhalten
Die Abteilungsleitungen verfügen über keine disziplinarische Weisungsbefugnis, sämtliche Personalentscheidungen werden ausschließlich von der Geschäftsführung getroffen. Dadurch werden direkte Vorgesetzte oder auch die Betriebsleitung häufig umgangen oder gar nicht in wichtige Vorgänge eingebunden. Entscheidungen der Geschäftsführung wirken willkürlich, ändern sich teils von einem Tag auf den anderen und sind daher nur schwer verlässlich. Dies führt insgesamt zu Unsicherheit und mangelnder Orientierung.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen sind insgesamt von erheblichen Schwierigkeiten geprägt. Zeitpläne geraten regelmäßig ins Wanken, da Projekte mit sehr kurzen Lieferzeiten verkauft werden, ohne dass entsprechende Kapazitäten vorhanden sind. Dies führt zu einer hohen und wiederkehrend ungleich verteilten Belastung, die insbesondere dieselben Mitarbeiter trifft. Zusätzlich müssen sämtliche Bestellungen und Angebote – unabhängig von ihrer Höhe – von der Geschäftsführung freigegeben werden, was die Abläufe spürbar verlangsamt. Fehlende Rückmeldungen sowie eine eingeschränkte Nachverfolgbarkeit von Bauteilen erschweren die Arbeit zusätzlich, sodass manche Beschäftigte stark überlastet sind, während andere weniger eingebunden werden. Hinzu kommt, dass teilweise mit veralteter Technik gearbeitet wird und notwendige Hilfsmittel entweder gesperrt oder nicht rechtzeitig bestellt werden. Selbst einfache Anschaffungen, wie beispielsweise ein neues Headset, erfordern aufwändige Rechtfertigungen und hemmen so den Arbeitsfluss.
Kommunikation
Grundsätzlich gibt es im Unternehmen elektronische schwarze Bretter die zur internen Informationsverteilung dienen. Leider werden diese häufig verspätet aktualisiert, sodass sich wichtige Neuigkeiten oftmals zuerst über die „Gerüchteküche“ verbreiten. Entscheidungen werden zudem in der Regel allein durch die Geschäftsführung getroffen und anschließend per Rundmail oder über die schwarzen Bretter bekanntgegeben, ohne dass die betroffenen Abteilungen in den Prozess einbezogen werden. Hinzu kommt, dass ein Teil dieser Entscheidungen später nicht konsequent weiterverfolgt wird, was für zusätzliche Verunsicherung sorgt. Insgesamt fehlt es damit an transparenter sowie rechtzeitiger und verlässlicher Kommunikation
Gleichberechtigung
Der Umgang mit Mitarbeitern wirkt nicht einheitlich und damit auch nicht immer fair. Während einige Personen offenbar über große Narrenfreiheit verfügen und sich nahezu alles erlauben können, ohne Konsequenzen befürchten zu müssen was sogar so weit geht, dass diese von einzelnen Prozessen ausgenommen werden und sich somit nicht mehr an diese halten müssen, werden andere bei kleineren Verstößen sofort zur Rechenschaft gezogen. Diese ungleiche Behandlung führt zu Unzufriedenheit und einem unausgewogenen Miteinander.
Interessante Aufgaben
Die Projekte sind interdisziplinär angelegt und bieten dadurch ein breites Spektrum an Tätigkeiten. Positiv hervorzuheben ist, dass stets versucht wird, in neue Branchen einzutauchen und so Abwechslung in den Arbeitsalltag zu bringen. Dies sorgt grundsätzlich für vielseitige und interessante Aufgabenstellungen.