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Sozialunternehmen
Bewertung

Viel Verantwortung und Engagement – leider wenig Wertschätzung

2,4
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat bis 2026 bei cjd berlin-brandenburg in Berlin gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Ich möchte ausdrücklich sagen, dass es beim CJD engagierte und fachlich sehr gute Pädagogen gibt. Auch die Arbeit mit den Bewohnern selbst war für mich der wertvollste Teil meiner Tätigkeit.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Trotzdem bleibt bei mir ein sehr gemischtes Fazit. Ich habe mich engagiert, Verantwortung übernommen und parallel mein Studium der Sozialen Arbeit begonnen. Am Ende hatte ich dennoch das Gefühl, dass meine Leistung nicht ausreichend gesehen wurde und ich eher als jemand dargestellt wurde, der nicht genug leistet.

Besonders kritisch sehe ich den teilweise sehr hierarchischen Umgang, die Kommunikation und den aus meiner Sicht teilweise sehr harten Umgang mit den Bewohnern.

Verbesserungsvorschläge

Mehr Vertrauen in die Mitarbeiter, eine offenere und wertschätzendere Kommunikation sowie eine stärkere Orientierung am tatsächlichen Wohl der Bewohner. Pädagogische Entscheidungen sollten fachlich hinterfragt und im Team offen diskutiert werden können, ohne dass Mitarbeiter das Gefühl haben müssen, sich dafür rechtfertigen zu müssen.

Mein Wunsch an das CJD wäre deshalb: weniger Kontrolle, mehr Vertrauen; weniger Einschüchterung, mehr pädagogische Professionalität – und vor allem mehr Wertschätzung für die Mitarbeiter, die jeden Tag die eigentliche Arbeit mit den Bewohnern leisten.

Arbeitsatmosphäre

Die Arbeitsatmosphäre habe ich insbesondere durch die Führung teilweise als angespannt erlebt. Es gab gute und engagierte Kollegen, mit denen die Zusammenarbeit sehr angenehm war. Gleichzeitig hatte ich häufig den Eindruck, dass man sich als Mitarbeiter besser anpasst und nicht zu kritisch äußert.

Besonders enttäuschend war für mich, dass ich trotz meines persönlichen Einsatzes und der übernommenen Verantwortung am Ende eher das Gefühl vermittelt bekam, nicht ausreichend geleistet zu haben bzw. als „faul“ dargestellt zu werden. Das steht für mich in einem deutlichen Widerspruch zu meiner eigenen Wahrnehmung meiner geleisteten Arbeit.

Kommunikation

Die Kommunikation habe ich teilweise als schwierig und sehr hierarchisch erlebt. Kritik oder andere pädagogische Sichtweisen konnten aus meiner Erfahrung nicht immer offen angesprochen werden.

Besonders gegenüber den Bewohnern habe ich den Kommunikationsstil teilweise als sehr laut, hart und einschüchternd wahrgenommen. Natürlich gehören Regeln und Grenzen zu einer Wohngruppe. Für mich sollte dies jedoch trotzdem mit einem ruhigen, wertschätzenden und pädagogisch nachvollziehbaren Umgang möglich sein.

Kollegenzusammenhalt

Unter den Kollegen gab es durchaus einen guten Zusammenhalt. Ich habe einige sehr engagierte und fachlich starke Pädagogen kennengelernt, die hervorragende Arbeit leisten.

Gleichzeitig hatte ich den Eindruck, dass auch gute Mitarbeiter sich teilweise stark unterordnen müssen, um selbst keine negativen Konsequenzen befürchten zu müssen. Dadurch wird aus meiner Sicht ein offener fachlicher Austausch erschwert.

Work-Life-Balance

Die Teilzeittätigkeit war grundsätzlich ein Vorteil und ließ sich mit meinem Studium verbinden. Die wechselnden Dienste und teilweise langen Arbeitstage waren jedoch nicht immer einfach mit dem Studium und dem Privatleben zu vereinbaren.

Vorgesetztenverhalten

Hier sehe ich für mich den größten Verbesserungsbedarf.

Ich habe das Vorgesetztenverhalten teilweise als wenig wertschätzend und stark hierarchisch erlebt. Entscheidungen waren für mich nicht immer nachvollziehbar und ich hatte nicht immer das Gefühl, dass meine eigene Sichtweise oder meine tatsächliche Arbeitsleistung ausreichend berücksichtigt wurden.

Besonders enttäuschend war das Ende meines Arbeitsverhältnisses: Mein Vertrag wurde nach einem Jahr nicht verlängert. Als wesentliche Grundlage wurde mir die Einschätzung der Hausleitung vermittelt. Nach meinem persönlichen Empfinden wurde dabei nicht ausreichend berücksichtigt, wie viel ich tatsächlich geleistet und mich in die Arbeit eingebracht hatte.

Interessante Aufgaben

Die eigentliche Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen war für mich interessant und grundsätzlich sehr erfüllend. Gerade die direkte pädagogische Arbeit hat mir viele wertvolle Erfahrungen für mein Studium der Sozialen Arbeit ermöglicht.

Gleichberechtigung

Ich hatte teilweise den Eindruck, dass Mitarbeiter nicht immer das Gefühl haben, ihre Meinung unabhängig von Hierarchien vertreten zu können.

Gerade fachlich starke Mitarbeiter sollten aus meiner Sicht die Möglichkeit haben, ihre pädagogische Meinung offen zu äußern, ohne befürchten zu müssen, dass daraus persönliche Nachteile entstehen.

Arbeitsbedingungen

Die Arbeitsbedingungen waren grundsätzlich in Ordnung, allerdings empfand ich einige strukturelle und pädagogische Rahmenbedingungen als schwierig.

Besonders die teilweise sehr strikte und aus meiner Sicht spartanische Herangehensweise im pädagogischen Alltag hat mich beschäftigt. Regeln und Konsequenz sind in einer Wohngruppe notwendig, sollten meiner Meinung nach aber immer mit pädagogischem Sinn und dem individuellen Bedarf der Bewohner verbunden sein.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Gerade weil das CJD im sozialen Bereich tätig ist, hätte ich mir teilweise eine stärkere Orientierung am tatsächlichen Wohl und an der individuellen Entwicklung der Bewohner gewünscht.

Mein persönlicher Eindruck war leider, dass in manchen Situationen die Einhaltung von Regeln und ein reibungsloser Ablauf stärker im Vordergrund standen als die Frage, was pädagogisch für den einzelnen Bewohner sinnvoll wäre.

Gehalt/Benefits

Die Bezahlung war für die Tätigkeit grundsätzlich in Ordnung. Positiv empfand ich insbesondere die Möglichkeit, Beruf und Studium miteinander zu verbinden.

Allerdings wurde die Finanzierung meines Studiums durch den Arbeitgeber am Ende eingestellt, was für mich nach der Nichtverlängerung des Arbeitsvertrages zusätzlich enttäuschend war.

Image

Das CJD vermittelt nach außen den Eindruck eines sozialen und wertorientierten Arbeitgebers. Meine persönliche Erfahrung innerhalb der Einrichtung war teilweise deutlich ambivalenter.

Gerade im Umgang mit den Bewohnern hätte ich mir gewünscht, dass die nach außen vertretenen sozialen und pädagogischen Werte im Arbeitsalltag konsequenter spürbar sind.

Karriere/Weiterbildung

Die Kombination aus praktischer Tätigkeit und meinem Studium der Sozialen Arbeit war für mich zunächst eine sehr gute Möglichkeit, mich fachlich weiterzuentwickeln.

Ich hätte mir allerdings mehr offene Rückmeldungen und konstruktive Entwicklungsmöglichkeiten gewünscht. Wenn Mitarbeiter hauptsächlich erfahren, was aus Sicht der Leitung nicht funktioniert, ohne dass gemeinsam konkrete Entwicklungsmöglichkeiten erarbeitet werden, empfinde ich das nicht als besonders förderlich.

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Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.