Schrödingers Feedback: Gleichzeitig fördernd und vernichtend – beobachtet man es zu lange, endet es in einer Kündigung.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Entscheidung, mich nach kurzer Zeit wieder freizustellen, fügte sich nahtlos in eine erstaunlich konsistente Personalstrategie ein – konsistent vor allem in ihrer Unberechenbarkeit. So blieb mir erfreulicherweise erspart, weiterhin mit einer betrieblichen Logik zu arbeiten, die sich offenbar dem Konzept der linearen Kausalität bewusst entzieht. Stattdessen durfte ich mich bereits ab 12 Uhr den schöneren Seiten des Lebens widmen – Sonnenschein, frische Luft und das befreiende Gefühl, nicht erklären zu müssen, warum eine klar gestellte Frage keine Inkompetenz beweist.
Die Einarbeitung bestach durch ein exzellent kuratiertes Textdokument, das gegen Ende durch eine besonders kreative Fehlerdichte glänzte. Es erforderte viel Eigeninitiative – vor allem darin, zu erraten, was eigentlich gemeint sein könnte. Mein bescheidener Versuch, durch vier bis acht kurze Rückfragen pro Tag eine gewisse fachliche Orientierung zu erhalten, wurde mit bemerkenswerter Skepsis beantwortet. Fragen waren ausdrücklich unerwünscht – bis exakt fünf Minuten vor der Kündigung. Dann lautete die Rückmeldung plötzlich, ich hätte doch bitte mehr fragen sollen. Agilität in Reinform.
Auch die fachliche Führung hinterließ bleibenden Eindruck: Ein erfahrener Physiker mit klaren Vorstellungen davon, wie Informatik zu funktionieren habe – losgelöst von aktuellen Standards, aber mit beeindruckender Überzeugungskraft. Die individuelle Denkweise junger Informatiker:innen wurde dabei nicht etwa als Bereicherung gesehen, sondern freundlich umgedeutet – oder schlicht ignoriert. Der Begriff „Eigeninitiative“ war hier eher theoretischer Natur.
Telefonate verliefen energiegeladen – sowohl mit Kunden als auch mit Mitarbeitenden – und sorgten regelmäßig für eine belebte Geräuschkulisse. Dass Kunden intern auch mal als „nicht ganz durchdacht“ oder schlimmer bezeichnet wurden, war Teil der offenen Feedbackkultur. Ein zukunftsweisender Kommunikationsstil, der vermutlich nur seiner Zeit weit voraus ist.
Ich wünsche dem Unternehmen, dass es diese einzigartige Dynamik zum Anlass nimmt, über einen geordneten Führungsübergang im Rahmen eines wohlverdienten Renteneintritts nachzudenken. Für Innovation, Teamkultur und vielleicht sogar ein wenig Ruhe wäre das ein vielversprechender Neuanfang.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Muss ich noch etwas dazu schreiben?
Alternativ gibt es noch zwei weitere Bewertungen zum Zeitpunkt 01.05.2025, welche mit wenigen Worten aussagen nicht hier arbeiten zu wollen.
Verbesserungsvorschläge
In einem theoretisch stabilen System – nehmen wir ein Unternehmen mit definierten Parametern wie Fachlichkeit, Feedbackkultur und Führungsstruktur – wäre es naheliegend, gewisse Optimierungspotenziale zu identifizieren. Etwa eine Einarbeitung, deren Informationsdichte unterhalb der Ereignishorizont-Singularität bleibt, oder eine Kommunikation, in der Fragen nicht automatisch als Quantenfluktuationen der Unfähigkeit interpretiert werden.
Man könnte sogar annehmen, dass eine Führungskraft mit physikalischem Hintergrund Interesse an innerer Konsistenz hätte – etwa daran, dass „bitte mehr fragen“ nicht exakt fünf Minuten vor dem Rauswurf gesagt wird. Doch offenbar gelten hier andere Naturgesetze – vermutlich aus einem alternativen Universum mit variabler Logik und spontaner Gravitation in Richtung Kündigung.
Auch die Idee, Informatiker:innen nach zeitgemäßen Standards arbeiten zu lassen, könnte – rein hypothetisch – erwogen werden. Doch warum einfache Systeme verwenden, wenn man komplexe Eigenlösungen basteln kann, die mit der Außenwelt nur noch durch emotionale Singularitäten gekoppelt sind?
Kurzum: Eine Veränderung dieses Unternehmens wäre ein Eingriff in ein metastabiles System. Die spontane Energieentladung, die daraus entstünde, wäre unberechenbar. Deshalb gilt: besser nichts ändern – denn nur so bleibt verständlich, warum das „Gut am Arbeitgeber“ vor allem außerhalb des Unternehmens beginnt.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre habe ich als sehr angespannt und von Unsicherheit geprägt erlebt. Es herrschte eine starke Hierarchie, in der konstruktive Kritik oder eigene Ideen nicht willkommen waren. Bereits im Vorstellungsgespräch wurde ein unangemessen schroffer Ton angeschlagen, der sich durch das gesamte Arbeitsverhältnis zog. Rückmeldungen waren selten sachlich, sondern oft persönlich gefärbt oder abwertend formuliert.
Besonders belastend war die Kommunikation mit dem Vorgesetzten, der auf Rückfragen oder Hinweise häufig mit passiv-aggressivem Verhalten reagierte. Kritik wurde nicht als Chance zur Verbesserung verstanden, sondern schnell als persönlicher Angriff gewertet. In der Folge hatte ich den Eindruck, dass meine fachlichen Fähigkeiten bewusst infrage gestellt wurden, ohne dass ein echtes Interesse daran bestand, mein Denken oder meine Herangehensweise zu verstehen.
Hinzu kam, dass die allgemeine Stimmung im Team von Vorsicht und Zurückhaltung geprägt war. Viele Kolleginnen und Kollegen wirkten verängstigt und sprachen nur leise oder flüsterten, wenn der Vorgesetzte in der Nähe war. Offenheit, Vertrauen oder gegenseitige Unterstützung habe ich kaum wahrgenommen – stattdessen
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Nach meinem Eindruck wird nach außen viel über KI und Open Source gesprochen, intern erlebte ich jedoch einen autoritären Kommunikationsstil. In Kundengesprächen wurde aus meiner Sicht durch ständiges Nachhaken eine ablehnende Haltung signalisiert. Im Nachgang hatte ich das Gefühl, dass manche Kunden intern abwertend beschrieben wurden. Gespräche, auch mit Mitarbeitenden, liefen häufig lautstark ab – Telefonate mit dem Vorgesetzten waren regelmäßig von angespanntem Tonfall bis hin zu Geschrei geprägt. Für mich wirkte das weder professionell noch innovationsgetrieben.
Kollegenzusammenhalt
Scheinbar nicht existierend.
Vorgesetztenverhalten
Vorgesetzter reagiert auf konstruktive Kritik wie auf persönliche Angriffe, agiert autoritär, zeigt keine Einsicht oder Reflexionsfähigkeit, unterbindet jede Form von Eigeninitiative, kommuniziert passiv-aggressiv und sorgt durch willkürliche Entscheidungen für ein Klima der Angst und Unsicherheit im gesamten Team.
Trotz zahlreicher Versprechen – etwa zu einer langfristigen Einarbeitung, einem beratenden Tätigkeitsfeld und einer offenen Zusammenarbeit – wurde ich bereits nach weniger als zwei Wochen regelmäßig herabwürdigend behandelt. Die Stimmung war von Anfang an von abwertenden Kommentaren begleitet, obwohl diese Zusagen offiziell weiter aufrechterhalten wurden. Am Ende wurden diese Versprechen vollständig gebrochen, durch eine fristlose Kündigung.
Durch diese Kombination aus unrealistischen Erwartungen, abwertender Kommunikation und willkürlichen Entscheidungen entstand ein Klima der Angst und tiefen Unsicherheit im gesamten Team.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen waren geprägt von unklaren Strukturen, fehlender Einarbeitung, widersprüchlichen Erwartungen und einem Arbeitsumfeld, in dem weder Konzentration noch Weiterentwicklung gefördert wurden – stattdessen herrschten ständige Anspannung und ein Klima der Unsicherheit.
Kommunikation
Ich habe mich von Anfang an bemüht, durch gezielte Rückfragen einen besseren Zugang zur internen Arbeitsweise und den Abläufen zu finden. Da das bereitgestellte Tutorial wenig hilfreich war – es war textlastig, unübersichtlich und enthielt gegen Ende teils fehlerhafte Informationen – stellte ich täglich etwa vier bis acht kurze, gezielte Fragen. Diese Gespräche waren aus meiner Sicht knapp gehalten und nie aufdringlich, und ich hatte nicht den Eindruck, jemanden damit zu belasten.
Trotzdem wurde mir mehrfach negativ ausgelegt, dass ich überhaupt Fragen stellte – es wurde kritisiert, dass ich mich zu oft melden würde. Der größte Widerspruch offenbarte sich am Tag meiner Kündigung: Nur fünf Minuten vorher wurde mir mitgeteilt, ich hätte doch bitte mehr fragen sollen, wenn ich nicht weiterkomme. Diese widersprüchliche Kommunikation war für mich frustrierend und verunsichernd.
Interessante Aufgaben
Kam nicht an den Punkt die dritte von vier/fünf interessant gestellten Aufgaben für mich anzufangen, wurde vorher abgebremst und entlassen.
