Schwerbehinderte nicht willkommen!
Gut am Arbeitgeber finde ich
Benefits wie Getränke, Ticketzuschüsse, interne Sportgemeinschaften und Betriebsfeiern.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
„Wenn ihr in den ersten vier Wochen der Basisschulung krank werdet, kann es sein, dass wir euch kündigen und euch nächsten Monat neu einstellen.“ - dieser Satz steht sehr gut für die Unternehmensmentalität.
Ich habe mich offen als schwerbehinderte Person beworben. An meinem Bewerbungsverfahren nahm keine Schwerbehindertenvertretung teil, es wurde auch nicht angeboten.
Grundsätzlich kann ich die ökonomische Sichtweise eines Arbeitgebers verstehen, die Kündigung aufgrund meiner Fehlzeit nach vier Monaten ist verständlich. Nicht verständlich ist jedoch, dass kein Mensch mit mir darüber gesprochen hat. Als ich klar und deutlich signalisiert habe, dass ich eine kurze Praxisphase benötige, um die in neun Wochen durchgehende Theorie etwas zu festigen, war dies wegen fehlender Kapazitäten nicht möglich. Darauf fiel ich aus, was mit etwas Unterstützung - ja nur einem Gespräch ganz bestimmt abzuwenden gewesen wäre.
Meine Teamleitung verabschiedete sich dann in den Urlaub und ich erhielt die Kündigung wortlos per Post.
Verbesserungsvorschläge
Ehrliche Kommunikation und der Verzicht auf Heuchelei bezüglich Diversität. Schwerbehinderte sind hier nicht willkommen, man wirbt aber plakativ damit.
Arbeitsatmosphäre
Ich hatte phantastische Kolleginnen und Kollegen. Selten wurde ich so offen in einem Team empfangen und integriert.
Image
Der CDS bemüht sich um eine fast schon toxisch positive Außenwirkung. Meiner persönlichen Erfahrung nach ist das nur Schein. Wer Ecken und Kanten hat, passt hier nicht her.
Work-Life-Balance
Diverse Arbeitszeitmodelle, Splitten der Schicht, all das ist sehr gut möglich.
Karriere/Weiterbildung
Aufstiegsmöglichkeiten gibt es zu Genüge. Aufgrund meiner kurzen Beschäftigung kann ich das nicht weiter beurteilen.
Gehalt/Benefits
Solides Gehalt, starke VL.
Kollegenzusammenhalt
Es kommt schwer auf die Abteilung an. Im First Level scheint alles fein, doch es gibt einige intrigante Menschen und man muss aufpassen, mit wem man worüber spricht. Die Wände haben Ohren. In meiner Zielabteilung war es wiederum sehr gut.
Umgang mit älteren Kollegen
Kann ich nicht einschätzen. Da es aber einige Kolleginnen und Kollegen gab, die sehr langjährig beschäftigt sind, schätze ich den Aspekt positiv ein.
Vorgesetztenverhalten
Meine Teamleitung war abseits eines Kennenlerngespräches schlecht für mich erreichbar. Als ich dringenden Gesprächsbedarf signalisierte, weil ich aufgrund meiner Behinderung an meine Grenzen stieß, verwies man nur auf mangelnde Kapazitäten. Er fuhr in den Urlaub und hatte nicht einmal den Anstand, mich über meine Kündigung zu informieren.
Gleichberechtigung
Handgemalte Diversity-Leinwände und die unterzeichnete Charta der Vielfalt sind in diesem Unternehmen nur Pinkwashing.
Interessante Aufgaben
Abhängig von der Stelle.


