Meine Ausbildungszeit bei comprisma
Gut am Arbeitgeber finde ich
Einblicke in viele Bereiche. Die Arbeit mit vielfältigen Kunden sorgt für Abwechslung und immer neue Herausforderungen. Wer spezielles Equipment braucht, konnte es auf Wunsch bekommen, viel Teamarbeit.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Das Arbeitsklima war durch einen scharfen Umgangston geprägt, in dem respektvolle Kommunikation fehlte. Konflikte wurden nicht konstruktiv gelöst, sondern eskalierten, manchmal begleitet von abwertenden Kommentaren und unangemessenen Formulierungen. Es gab fragwürdige Einschränkungen, wie das Verbot, in meinem Dialekt zu sprechen. Diese Gesamtdynamik führte zu einer dauerhaft angespannten Atmosphäre und persönlichem Unwohlsein.
Verbesserungsvorschläge
Ein deutlich größeres Verständnis für Auszubildende, ein respektvoller Umgang ohne lautstarkes Anschreien und eine Kommunikation auf Augenhöhe. Probleme sollten in offenen, sachlichen Gesprächen mit allen Beteiligten geklärt werden, anstatt durch verdeckte Befragungen. Fehler sollten nicht als Anlass für Schuldzuweisungen dienen, sondern gemeinsam analysiert werden.
Arbeitsatmosphäre
Sehr abhängig von Workload und Stimmung des Chefs. Vermeintliche Kleinigkeiten konnten eine Flut an Streitigkeiten auslösen und ich hatte mich meist zurückgenommen, um die Stimmung nicht kippen zu lassen. Die Stimmung war selten ausgelassen und man hatte ein allgemeines Spannungsgefühl in den 2,5 Jahren.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance war gut. Wir hatten eine 4-Tage-Woche und konnten so den freien Freitag genießen. Nur bei Krankmeldungen wurde manchmal unverständlich reagiert.
Karriere/Weiterbildung
Man bekam immer die Chance auf Weiterbildung und Workshops.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt war durchschnittlich und man hatte jedes Jahr die Chance auf eine Erhöhung. Nach der Ausbildung war bei mir der Einstieg allerdings sehr unfair angesetzt.
Kollegenzusammenhalt
Die damaligen Kollegen haben immer zusammengehalten. Ohne diesen Zusammenhalt und die gegenseitige Bestätigung, was eigentlich falsch läuft, hätten wir vermutlich nicht so lange ausgehalten. Man hat sich immer fair unterstützt und versucht Probleme anzusprechen.
Umgang mit älteren Kollegen
Wir waren eigentlich immer ein junges Team.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten im Unternehmen war in vielen Situationen sehr problematisch. Eine Praktikantin wurde derart schlecht behandelt, dass sie weinend das Büro verließ. Im damaligen Büro in Sendling wurde einmal so laut geschrien, dass die Nachbarn an die Tür klopften, um nachzufragen, ob alles in Ordnung sei. In meinen ersten Wochen bei comprisma wurde uns morgens wortlos die Hundeleine zugeworfen mit der Anweisung, den Hund auszuführen, während die Tür hinter uns zugeschlagen wurde. Auch der zwischenmenschliche Umgang war oft nicht nett. Mir wurde untersagt, in meinem Dialekt zu sprechen und lautes Anschreien kam öfter vor. Wenn man für Kollegen in ähnlichen Situationen einstand, kam es zu schlimmen Auseinandersetzungen. Auf der anderen Seite wurden viele Workshops und Lehrgänge angeboten, coole Weihnachtsfeiern, entspanntes Mittagessen zusammen. Das gab mir eher das Gefühl, dass das als Ausgleich zum bedrückenden Umgang im Arbeitsalltag diente.
Arbeitsbedingungen
Wir hatten alle eine gute Ausstattung und konnten immer ansprechen, falls wir was neues brauchten.
Kommunikation
Die Kommunikation war ok, aber oft hatte ich das Gefühl, keine klaren Anweisungen bekommen zu haben. Es wurde erwartet, dass ich gegebene Aufgabenstellungen, Kundenbriefings, Recherchen oder die Arbeit von Kollegen stets hinterfrage. Viele Teile von Aufgaben und Briefings musste ich mir also selbst erschließen. Kam man deshalb auf eine andere Lösung, wurde mir aber das Gefühl vermittelt, falsch zu arbeiten.
Gleichberechtigung
Hier hatte jeder die selben Chancen.
Interessante Aufgaben
Die Aufgabenbereiche und Kunden waren fast alle wirklich sehr interessant. In der Zeit habe ich auch viel gelernt und bekam die Chance, auf Business-Reisen/Kongresse zu fahren. Ich konnte mich designtechnisch ausleben und habe viel über Texten, Programme und wirklich wichtige Dinge für meinen Job gelernt. Leider kam es bei Teamarbeiten nicht selten zu lauten Diskussionen oder Auseinandersetzungen bis hin zum direkten Abbruch von Besprechungen.
