Die Notbremse wurde gezogen, aktuell ändert sich vieles zum Positiven
Gut am Arbeitgeber finde ich
Den Willen zur Änderung/den Aufwind und die Möglichkeit, in der Spiele- und Hardware-Branche Fuß zu fassen. Freiheiten, Vertrauen in die Fähigkeiten der Leute (größtenteils) und Möglichkeiten, sich einzubringen, solange man gute Ideen und etwas Mut hat.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Geringes Gehalt, wenige Urlaubstage (25 Tage), striktes Arbeitspensum.
Verbesserungsvorschläge
Transparente und vor allem faire Gehaltsstrukturen wären eine der für die Belegschaft wichtigsten Punkte. Nicht jeder leistet dasselbe oder ist genauso motiviert dabei, das ist schon klar. Aber nachvollziehbare Eckpunkte wären wichtig, um auch langfristig eigene Lebensstrategien planen zu können. Bei 2.500–2.700 Brutto nach 10 Jahren bei regelmäßigen pseudo-freiweilligen Überstunden ist keine "Damit gründe ich eine Familie"-Basis in der Region. Viele machen deshalb auch Schulden, um Kinder durchzufüttern, um die Runden zu kommen, Eltern zu pflegen usw.
Arbeitsatmosphäre
Je nach Deadline-Phase recht entspannt oder sehr crunchy. Die meisten Tage sind aber stressig (etwa durch unerwartete, aber wichtige Embargos, wichtige News etc.), da kann es schon mal lauter oder knartschiger werden.
Image
Je nach Marke unterschiedlich. Es geht Berg auf, aber der Weg zum besseren Ruf ist lang. Viele Wunden müssen versorgt werden, ehe man "weiterwandert". Manche Marken im Haus werden dagegen als Vorbild gesehen und genießen innerhalb der Branche auch einen guten, gesunden RUf.
Work-Life-Balance
Der Job ist eine Berufung und frisst bei vielen (nicht allen) massig Freizeit.
Karriere/Weiterbildung
Jeder, der was kann und wichtige Probleme lösen möchte, hat gute Chancen befördert zu werden. Weiterbildungen gibt es durch sporadische Mail-Hinweise, Guides und manchmal 1:1-Gespräche.
Gehalt/Benefits
So spaßig und unterhaltsam der Beruf sein mag, das Gehalt als Redakteur ist wirklich nicht gut. Gerade für Nürnberg ist das echt ein Problem, weil Mieten schnell die Hälfte des Lohns auffressen können. Abgeschlossene Studien, Ausbildungen und Vorerfahrungen spielen kaum eine Rolle bei Verhandlungen. Das fairste, beste (und teuerste für den Verlag) wären feste Tarife geregelte Arbeitszeiten. Wird Ersteres jemals passieren? Ohne gesetzliche Vorgaben auf keinen Fall. Arbeitszeiterfassung gibt es keine.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Wäre mir kaum was bekannt, außer üblichem Büro-Zeug eben.
Kollegenzusammenhalt
Der wird besser. Durch die jüngsten Änderungen arbeiten alle Abteilungen enger und ohne große Hürden miteinander zusammen.
Umgang mit älteren Kollegen
Ältere haben keinen automatischen Blanko-Check. Hängt aber letztlich von der Abteilung und der Position ab.
Vorgesetztenverhalten
Probleme können offen und direkt angesprochen werden. Lösungen werden meist immer gefunden. Manche Anfragen fallen im Alltag unter den Tisch, werden dann aber nach einer Erinnerung wieder zum Thema. Durch die Umstrukturierung bei den Vorgesetzten (einige sind weg, andere wurden befördert) herrscht gerade eine positive Aufbruchstimmung zwischen der Belegschaft und der auch umgestalteten Führung bis ganz nach oben hin.
Arbeitsbedingungen
Je nach Abteilung ist das anders. In der Regel bekommt man das, was man anfragt, solange es sinnvoll ist. Bessere Rechner, Monitore, verstellbare Stühle/Tische etc.
Kommunikation
Direkte Kommunikation im Büro funktioniert meist am besten und ohne Probleme. Bei Remote-Chats (Texte über Teams) geht gelegentlich was verloren, was für Spannung sorgen kann.
Gleichberechtigung
Da wird gerade genauer hingesehen, was ich sehr richtig und wichtig finde. Sowohl bei körperlichen Einschränkungen, Altersunterschieden als auch Geschlechtern/Sexualität.
Interessante Aufgaben
Die Branche bietet für Leute, die Technik und Spiele lieben, deutlich spannendere Aufgaben als klassische Sphären. Sei es der Umgang mit wichtigen Persönlichkeiten, Vorabzugängen zu Blockbustern oder sonstige Privilegien (etwa Messebesuche usw.).