Condor - abgesehen vom umfangreichen, spannenden Streckennetz leider wenig für Fliegendes Personal zu bieten.
Gut am Arbeitgeber finde ich
- Kollegenzusammenhalt
- Standby 90-Minuten statt wie bei anderen Airlines nur 60 Minuten
- ein Zuschuss für ein Abendessen mit der Crew an Weihnachten und/oder Silvester für alle, die an den Feiertagen für die Firma unterwegs sind
- Crewbox mit Snacks auf jedem Flug beladen
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
- Gehalt/Sozialleistungen
- Kommunikation mit internen Abteilungen
- Ruhezeiten nach den Flügen
- Häufige Standby-Dienste und Dutyplan Changes
- Digitale Prozesse
- Struktur & Organisation
- Qualität der Uniform
Verbesserungsvorschläge
Die Condor hat großes Glück mit ihrem reifen, lang etablierten Bestandspersonal.
Ob in der Luft oder am Boden. Diese Mitarbeiter haben über Jahrzente geholfen, die Condor am Leben zu halten. Die Condor sollte einen Fokus auf Mitarbeiterzufriedenheit legen und sich im klaren darüber werden, dass zufriedene Mitarbeiter langfristig einen großen, positiven Beitrag zum Unternehmenserfolg leisten. Wertschätzung beginnt bereits mit Kleinigkeiten. Die jährliche Geburtstagsmail sollte auch wirklich am Tag des Geburtstags im E-Mail Postfach des Mitarbeiters eintreffen und nicht wie zwei Jahren in Folge mehr als eine Woche verspätet. Denn so nützt selbst Wertschätzung, welche keinen großen Aufwand und keinerlei Kosten für ein Unternehmen verursachen, rein gar nichts. Vielleicht wird diese Wertschätzung aber auch ganz bewusst vom Arbeitgeber außer Acht gelassen?
Die jüngere Generation, die immer mehr nachrückt, wird mit Sicherheit nicht mehr so stark am Unternehmenserfolg der Condor festhalten. Gerade die jüngeren Kollegen sehen es nicht ein, sich für einen wie ich und viele andere finden, unwürdigen Lohn verrückt zu machen.
Wer mit dem Gedanken spielt, in der Fliegerei langfristig Fuß zu fassen, der ist bei einem großen, bekannten Airline Konzern mit einem Vogel auf dem Leitwerk, definitiv besser aufgehoben.
Image
Viele Kollegen sind frustriert und fühlen sich vom Arbeitgeber hinter das Licht geführt. Es wurde über die letzten Jahre extrem viel rationalisiert und eingespart. Die jüngeren Kollegen verdienen einen wie ich finde unwürdigen Lohn für die harte Arbeit, welche sie an Bord verrichten. Für Passagiere ist die Condor vom Preis-Leistungsverhältnis gut. Sie zahlen im Vergleich zu anderen Fluggesellschaften weniger und erhalten für diesen Preis zum Teil auch eben weniger Leistung.
Work-Life-Balance
Im Vergleich zu anderen Fluggesellschaften schlechte Ruhezeiten nach teilweise sehr anstrengenden Langstreckenflügen. Möglichkeit vier Off-Tage im Monat zu requesten. Die Erfüllungsqote der vier freien Tage lag bei mir persönlich bei über 90%. Allerdings muss dieser Request bereits zwei Monate im Voraus abgegeben werden, was eine Vereinbarung zwischen Job und privaten Terminen deutlich erschwert.
Gerade im Sommer gibt es oft Dienstplanänderungen.
Sogenannte "Strichtage" werden vom Arbeitgeber gerne genutzt um fliegendem Personal den Dienstplan auch noch nach Planveröffentlichung ändern zu können und so zusätzlich Flüge hinzufügen zu können. Dies erschwert ebenfalls die Planung von Privatleben.
Teilzeitmodelle können ebenfalls requestet werden. Allerdings erhält man beliebte Teilzeitmodelle auch nur mit einer guten Seniorität, was gerade am Anfang der Karriere nicht der Fall ist.
Positiv zu erwähnen ist, dass Urlaub auch noch nachträglich durch Tauschbörse getauscht werden kann. Flüge können auf Antrag mit anderen Kollegen getauscht werden.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Hier wird eine Fluggesellschaft bewertet.
Dennoch vergebe ich zwei Sterne, da Passagiere bei Condor im Condor Bordshop Artikel für einen guten Zweck erwerben können. Des Weiteren rüstet Condor nach und nach ihre Flotte um und ersetzt alte Flugzeuge durch moderne Airbus Neo Modelle.
Karriere/Weiterbildung
Die Möglichkeit sich vom Flugbegleiter zum Purser weiter zu entwickeln ist aktuell gegeben. Interne Stellenausschreibungen für andere Tätigkeiten sind rar.
Kollegenzusammenhalt
Das Zusammenspiel aus jung und alt macht bei Condor großen Spaß!
Umgang mit älteren Kollegen
Die älteren Kollegen mit langer Betriebszugehörigkeit haben sich mit den Jahren eine gute Seniorität aufgebaut und stehen in Sachen Request von Flügen und Urlaub mittlerweile gut da. Seit ein paar Jahren gibt es auch wieder kleine Feierlichkeiten um Jubilare zu ehren. Condor stellt auch Flugbegleiter mit 50+ ein, solange sie zum Job und dem Unternehmen passen.
Arbeitsbedingungen
Jeder Flugbegleiter erhält ein dienstliches iPad, welches technisch auf dem aktuellen Stand ist. Es wird auf jedem Flug eine Crewbox mit Snacks und Getränken beladen, welche allerdings gerade auf der Langstrecke für Hin und Rückflug Crew ausreichen muss.
Das Parkhaus befindet sich nicht in unmittelbarer Nähe zum Crewcenter. Hier muss eine 10-minütige Busfahrt oder eine 2-minütige S-Bahn Fahrt auf sich genommen werden. Condor arbeitet mit einem Unternehmen zusammen, welches einen Shuttlebus vom und zum Crewcenter bereitstellt.
Wer das Parkhaus nutzen möchte, muss einen wie ich finde üppigen Betrag selbst von seinem monatlichen Gehalt zu steuern.
Kommunikation
Es gibt viele Manuals, in denen alles detaliert niedergeschrieben ist. Regelmäßige Webcasts und Unternehmensnews informieren alle Mitarbeiter und geben Einblicke zum aktuellen Stand.
Gehalt/Benefits
Stark ausbaufähig. Es werden weder Vermögenswirksame Leistungen, Urlaubsgeld oder gar Weihnachtsgeld angeboten. Selbst der Parkplatz darf mit einem Eigenanteil gezahlt werden. Die Kosten der Uniform Grundausstattung werden ebenfalls zwei Jahre vom Mitarbeiter in Höhe von 50% selbst getragen.
Gleichberechtigung
Condor akzeptiert viele Kollegen so wie sie sind und lässt Raum für Vielfalt. Die Uniformrichtlinien sind im Vergleich zu anderen Airlines nicht besonders streng und spielen trotz ihres vorhandensein meiner Meinung nach bei Condor eine eher zweitrangige Rolle, so dass vielen Kollegen diese Möglichkeit nutzen, ein Stück ihrer Persönlichkeit zum Ausdruck zu bringen.
Interessante Aufgaben
Das Arbeiten an Bord ist äußerst eintönig. Es sind auf jedem Flug die gleichen Aufgaben zu verrichten. Abwechslung bringt lediglich das Arbeiten mit ständig neuen Kollegen und die Erkundung von neuen Zielen im umfangreichen, interessanten Streckennetz.