Ein ehemals großartiger Arbeitgeber – mit Hoffnung auf einen Neuanfang
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Kollegen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Besonders negativ empfunden habe ich den Umgang mit der Übernahme. Die Geschäftsführung hat zwar kommuniziert, dass alle Fragen offen gestellt werden können, in der Praxis hatte ich jedoch nicht den Eindruck, dass sich die Mitarbeitenden wirklich sicher genug fühlten, diese Fragen auch ehrlich zu stellen. Gleichzeitig empfand ich die Kommunikation der Geschäftsführung als wenig transparent und nicht immer offen. Dadurch entstand eine deutliche Diskrepanz zwischen dem Anspruch, offen kommunizieren zu können, und dem tatsächlichen Gefühl innerhalb der Belegschaft.
Davon unabhängig empfand ich auch die Grüppchenbildung innerhalb des Unternehmens als problematisch. Es gab kleinere Gruppen, die sich teilweise deutlich von anderen Mitarbeitenden abgrenzten. Besonders kritisch empfand ich dabei, dass aus diesen Kreisen heraus teilweise über andere Mitarbeitende gesprochen und gelästert wurde. Das hat aus meiner Sicht nicht zu einer offenen und vertrauensvollen Arbeitsatmosphäre beigetragen.
Verbesserungsvorschläge
Die Liste der möglichen Verbesserungen ist lang. Einige Mitarbeitende haben über Jahre hinweg versucht, Veränderungen anzustoßen und konkrete Verbesserungsvorschläge einzubringen. Aus meiner Erfahrung wurden viele dieser Vorschläge jedoch von der Geschäftsführung nicht weiterverfolgt oder abgelehnt. Dadurch entstand bei mir der Eindruck, dass Engagement und der Wunsch, Prozesse oder Strukturen nachhaltig zu verbessern, häufig nicht die notwendige Unterstützung fanden. Ein offenerer Umgang mit Kritik und Verbesserungsvorschlägen sowie die ernsthafte Einbeziehung der Mitarbeitenden in Veränderungsprozesse wären aus meiner Sicht ein wichtiger Schritt für die Zukunft.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildungen werden nur bestimmten Mitarbeitern gewährt. Ansonsten stimmungsabhängig.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Wenn darauf aufmerksam gemacht wurde. Ansonsten war es recht egal.
Kollegenzusammenhalt
Besonders positiv hervorzuheben ist der Zusammenhalt unter den Kolleginnen und Kollegen. Trotz einiger Herausforderungen im Arbeitsalltag herrschte innerhalb des Teams ein guter und unterstützender Umgang. Man konnte sich gegenseitig aufeinander verlassen und erhielt bei Fragen oder Problemen in der Regel schnell Unterstützung. Der kollegiale Zusammenhalt hat vieles im Arbeitsalltag deutlich angenehmer gemacht.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten der Vorgesetzten empfand ich als äußerst enttäuschend und wenig professionell. Ein offener, respektvoller und lösungsorientierter Umgang mit Mitarbeitenden war aus meiner Sicht nicht ausreichend vorhanden. Kritik oder Unzufriedenheit wurde häufig nicht direkt mit den betreffenden Personen besprochen. Stattdessen entstand teilweise der Eindruck, dass über Mitarbeitende gesprochen und auf Grundlage von Vermutungen oder unvollständigen Informationen gehandelt wurde, bevor das direkte Gespräch gesucht wurde.
Besonders problematisch empfand ich zudem eine aus meiner Sicht nicht immer nachvollziehbare unterschiedliche Behandlung einzelner Mitarbeitender. Während einige offensichtlich mehr Rückhalt und Wohlwollen erhielten, hatte ich bei anderen den Eindruck, dass deutlich strengere Maßstäbe angelegt wurden. Ein transparenter und fairer Umgang sieht für mich anders aus.
Insgesamt fehlte mir bei den Vorgesetzten die notwendige Führungskompetenz, Konflikte direkt, respektvoll und konstruktiv anzusprechen. Statt Vertrauen und eine offene Fehler- und Feedbackkultur zu fördern, entstand dadurch ein Arbeitsklima, in dem man sich teilweise eher beobachtet als unterstützt fühlte.
Kommunikation
Die Kommunikation im Unternehmen war leider häufig unstrukturiert und wenig transparent. Wichtige Informationen wurden teilweise nicht über offizielle Kommunikationswege weitergegeben, sodass der informelle Austausch unter Kolleginnen und Kollegen, der sogenannte "Flurfunk", oft eine größere Rolle spielte. Insgesamt wirkte die Kommunikation stellenweise willkürlich und nicht ausreichend koordiniert, was zu Unsicherheiten und einem unnötigen Informationsdefizit führen konnte. Grund hierfür war insbesondere die GF oder Bereichsleitung.