Guter Arbeitgeber mit Optimierungspotential
Verbesserungsvorschläge
Mehr systematisch arbeiten und professionellere Prozesse. Dann würde es noch besser laufen.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre ist mal mehr und mal weniger gut. Grundsätzlich denke ich, dass sich die meisten wohl fühlen. Man erkennt auch Bemühungen für eine gute Atmosphäre zu sorgen (z.B. Walk & Talk Format, Summer Goodies). Dies ist aber auch stark von den Personen abhängig. Manche Führungskräfte sind People Catcher, die sich für ihre Mitarbeiter einsetzen, andere eher distanziert und zahlengetrieben. Schön wäre es, wenn es öfters öffentlich Lob geben würde. Man fällt doch schneller in Kritik zurück. Auch das Thema Change wird nicht wirklich Rechnung getragen. Man ist veränderungsbereit, nimmt aber manche, vor allem langjährige, Mitarbeiter teilweise nicht richtig mit, was dann zu unnötigen Widerstand oder Unverständnis führt.
Image
Das Image ist gefühlt im Markt besser als es intern wahrgenommen wird.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance ist gut, war aber schon mal besser. Während Corona wurde eigentlich bewiesen, dass die Arbeit full remote möglich ist. Dies wurde allerdings dann wieder zurückgenommen auf 3 Tage Anwesenheit und 2 Tage Home Office. Wer weiter wegwohnt, darf auch mehr im Home Office arbeiten. Führungskräften ab einem gewissen Level und die in der Umgebung wohnen, müssen seit diesem Jahr an 5 Tagen die Woche da sein. Insgesamt herrscht also ein großer Flickenteppich an Regelungen, die nicht immer Sinn ergeben und vielleicht eher Ausdruck mangelnden Vertrauens oder Kontrollwahn sind. Die unterschiedlichen Regelungen hinsichtlich der Distanz sind aber nötig, da man sonst gewisse Stellen vermutlich einfach nicht besetzen könnte. Schön wäre es den Führungskräften wieder mehr zu vertrauen, dass sie ihre Teams richtig aussteuern und wieder zur Corona-Regelung zurückzukehren. Vor allem da man aktuell wohl viel in die Fortbildung von Führungskräften investiert. Darüberhinaus kann Urlaub flexibel genommen werden. Besondere Berücksichtigung von Eltern oder pflegenden Angehörigen gibt es aber nicht.
Karriere/Weiterbildung
Karriere ist möglich, wenn man sich einsetzt. Es gibt aber keine systematischen Karrierepfade. Weiterbildungen werden angeboten. Meist sind es digitale Kurse, aber in letzter Zeit merkt man auch, dass es wieder mehr Schulungsangebote vor Ort gibty
Gehalt/Benefits
Das Gehalt ist okay und meist marktüblich für die Region und Branche.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Hier wird einiges getan. Bei Verpackungsmaterialien (Logistik und Eigenmarken) achtet man schon seit einigen Jahren auf Nachhaltigkeit. Auch das Thema Energie ist mittlerweile schon recht grün durch Solarstrom. Das Unternehmen unterstützt auch soziale Initiativen mit Spenden. Compliance wird mittlerweile sehr ernst genommen.
Kollegenzusammenhalt
Die Zusammenarbeit mit den meisten Kollegen unterhalb der Führungsriege ist sehr gut. Die meisten sind immer hilfsbereit und interessiert. Auch abteilungsübergreifend funktioniert dies gut.
Umgang mit älteren Kollegen
Es gibt viele Kollegen mit langer Betriebszugehörigkeit (40+ Jahre teilweise). Wenn man Einsatz zeigt und bereit ist dazuzulernen, dann sind auch ältere Kollegen sehr geschätzte Mitarbeiter. Ebenso werden in meiner Wahrnehmung auch Menschen mit 50+ gerne eingestellt, wenn sie durch ihre Erfahrung und Fachwissen beitragen können.
Vorgesetztenverhalten
Die meisten Vorgesetzten sind okay. Viele sind bemüht auch ihre Teams mitzunehmen und für eine gute Arbeitsatmosphäre zu sorgen und die Mitarbeiter einzubeziehen. Allerdings merkt man manchmal, dass zwischen den Führungskräften bzw. Abteilungen teilweise schlechte Stimmung, fehlendes Vertrauen oder Zielkonflikte bestehen. Diese Konflikte werden dann oft nicht gelöst, sondern schwellen weiter. Im Extremfall kann dies dann schon mal zu gegensätzlichen Zielen oder unbewusster Arbeit an denselben Themen führen. Auch gibt es nur selten echte Konsequenzen, wenn Ziele nicht erreicht oder Zeitpläne nicht eingehalten werden. Die Mitarbeiter werden zu Themen wie der Strategie eher noch selten eingebunden. Meist wird dies nur im Vorstand oder auf Ebene der Führungsriege diskutiert.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbesingungen sind meist gut. Man arbeitet seit vielen Jahren in der Google-Welt und hat somit für den Großteil der Arbeit moderne Tools. Die Laptops werden bei Bedarf erneuert. Die Ausstattung der Räume ist etwas in die Jahre gekommen, wird aber schrittweise erneuert. Es gibt sicher Unternehmen mit moderneren Büros, aber für ein über 100 Jahre altes Unternehmen, das schon Jahrzehnte am Standort ist, und im Vergleich zu anderen Handelsunternehmen, ist es nicht schlecht. Am meisten merkt man das Fehlen einer Klimaanlage und Kleinikeiten wie fehlende Whiteboards oder nicht aufgefüllte Verbrauchsmaterialien wie Papier und Marker in den Meetingräumen.
Kommunikation
Der Vorstand ist bemüht regelmäßig und transparent zu kommunizieren. In den letzten Jahren wurden viele verschiedene Formate (AMA, Lunch & Talk, use) ausprobiert. Als langjähriger Mitarbeiter muss ich sagen, dass es deutlich mehr ist als früher. Leider wurden viele Formate auch schnell wieder eingestellt, was aber mehr daran liegt, das kein Interesse des Großteils der Mitarbeiter bestand. Kritisch ist, dass in letzter Zeit viele Formate (Town Halls, Strategy Talks) nur noch in Echtzeit bzw. vor Ort abgehalten werden, ohne Videoaufnahme, und man somit im Krankheitsfall oder Urlaub die Infos nicht aus erster Hand mitbekomt. Auch ist zu manchen Themen wie die Strategie die Kommunikationsfrequenz vielleicht etwas zu niedrig. Abseits vom Vorstand müssten vermutlich manche Führungskräfte noch mehr in Kommunikation geschult werden, da die Diskrepanz zwischen Abteilungen doch wahrnehmbar ist.
Gleichberechtigung
Ich kann keine Unterschiede in der Behandlung zwischen den Geschlechtern erkennen. Je weiter man im Management nach oben schaut, desto mehr Männer sitzen dort. Dies wird aber nicht systematisch getrieben, sondern entspricht wohl dem Marktstandard. Man hat auch keine Quoten, sondern achtet klar auf die fachliche Qualifikation. Auf Teamleiterfunktion gibt es dann verhältnismäßig mehr Frauen mit Führungsverantwortung.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben sind meist interessant. Natürlich in Abhängigkeit von der Funktion. Wenn man was bewegen möchte, dann kann man dies im Normalfall auch. Man merkt allerdings, dass es einen kleinen Kreis an Kollegen gibt, die mehr machen als andere und auch vom Vorstand immer wieder für Projekte nominiert werden. Hier könnte man manche Aufgaben vielleicht auf breitere Schultern verteilen.

