Viel Flexibilität, aber wenig Struktur und Gleichberechtigung
Gut am Arbeitgeber finde ich
Vertrauensbasierte Zusammenarbeit, hohe Flexibilität inklusive Workation, gute technische Ausstattung, hilfsbereite Kolleg:innen und einzelne Führungskräfte, die echte Vorbilder sind.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Aus meiner Erfahrung: Kein strukturiertes Onboarding, teilweise Führungskräfte mit wenig Fokus auf Sozialkompetenz, unklare Ziele, intransparente Gehälter und ein wenig wirksames System zur Leistungsbewertung. Frauen sind in Führungspositionen unterrepräsentiert, und als Frau habe ich mich im männlich geprägten Umfeld teilweise unwohl gefühlt.
Verbesserungsvorschläge
Ein strukturiertes Onboarding mit fester Ansprechperson einführen und Rollenprofile realistisch beschreiben. Führungskräfte gezielt in Sozialkompetenz schulen und das Level-Up-System um eine Bewertung der Führungskräfte durch ihre Mitarbeitenden ergänzen. Transparente Gehaltsbänder pro Level einführen und offen kommunizieren. Ziele konkret und transparent kommunizieren, und zwar nah am aktuellen Arbeitsgeschehen auf Projektebene statt auf einer abstrakten Ebene, die mehrere Schritte überspringt. Im Büro ruhige Rückzugsorte für konzentriertes Arbeiten schaffen. Bei der Unternehmensgröße wäre außerdem eine Mitarbeitervertretung sinnvoll, die die Interessen der Belegschaft bündelt. Für mehr Diversität und ein respektvolles Miteinander wären eine Diversitätsbeauftragte, ein anonymes Meldesystem und gezielte Förderung von Frauen in Führungspositionen sinnvoll.
Arbeitsatmosphäre
Die Atmosphäre basiert auf Vertrauen und Eigenverantwortung. Menschlich hatte ich immer Ansprechpersonen, die ein offenes Ohr hatten. Der aktuelle technologische Wandel sorgt allerdings spürbar für Unruhe, und es fehlt an klarer Orientierung.
Kommunikation
Ausbaufähig. Mir fehlte eine pragmatische, faktenbasierte Kommunikation zu Zielen und aktueller Lage. Die Kommunikation bewegte sich meist auf einer sehr abstrakten Ebene, ohne konkreten Bezug zu den Aufgaben im Arbeitsalltag.
Kollegenzusammenhalt
Überwiegend hilfsbereite Kolleg:innen, auch teamübergreifend!
Work-Life-Balance
Flexible Arbeitszeiten und mobiles Arbeiten sind ein großes Plus. Die Möglichkeit zur Workation ist auch super.
Vorgesetztenverhalten
Sehr unterschiedlich. Es gibt Führungskräfte, die echte Vorbilder sind. Insgesamt sehe ich aber großen Schulungsbedarf. Ich hatte oft den Eindruck, dass Führungskräfte vor allem nach fachlicher Expertise ausgewählt werden, während Sozialkompetenz und der zwischenmenschliche Teil von Führung zu kurz kommen.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben sind vielfältig, in meinem Fall entsprach ein großer Teil der Stellenbeschreibung aber nicht dem tatsächlichen Arbeitsalltag. Vieles wurde angefangen und dann zugunsten neuer Themen wieder liegen gelassen. Mir fehlte ein roter Faden, und für mich wurde nie transparent kommuniziert, auf welche langfristigen Ziele wir hinarbeiten.
Gleichberechtigung
Als Frau in einem stark männlich geprägten Umfeld habe ich mich nicht immer wohlgefühlt. Ich habe erlebt, dass unangemessene Kommentare auch in Anwesenheit von Führungskräften unkommentiert blieben. Frauen sind in Führungspositionen aus meiner Sicht deutlich unterrepräsentiert und vor allem in Bereichen wie HR und Marketing zu finden. Das sollte nicht als Beleg für Diversität dienen.
Umgang mit älteren Kollegen
Soweit ich mitbekommen habe, gut.
Arbeitsbedingungen
Die technische Ausstattung ist sehr gut. Bei voller Belegung ist das Büro allerdings oft sehr laut, und es fehlten mir ruhige Rückzugsorte für konzentriertes Arbeiten.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Es gibt gute Ansätze: Nachhaltige Projekte werden gefördert, und man kann statt Merchandise jährlich einen Betrag an diese Projekte spenden. Bei Dienstreisen und Firmenwagen liegt die Entscheidung für nachhaltige Alternativen nach meiner Erfahrung aber weitgehend bei den Mitarbeitenden. Hier könnte das Unternehmen aktiver steuern.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt hängt stark vom eigenen Verhandlungsgeschick ab. Mir fehlen transparente Gehaltsstufen pro Level, die offen kommuniziert werden.
Image
Nach außen sehr positives Image, das sich intern aus meiner Sicht nicht immer widerspiegelt.
Karriere/Weiterbildung
Fachlich konnte ich viel lernen, allerdings fast ausschließlich in Eigenregie. Ich habe kein strukturiertes Onboarding erhalten. Man ist darauf angewiesen, sich vieles selbst anzueignen und Kolleg:innen zu fragen, und hat im besten Fall jemanden, der sich einem annimmt. Das Level-Up-System habe ich als wenig wirksam erlebt, da abweichende Bewertungen ohne Konsequenzen blieben.


