Als Einstieg zu empfehlen, wer motiviert ist kann schnell Verantwortung übernehmen
Gut am Arbeitgeber finde ich
Modernes Büro, gute Backoffice Orga, Reisestelle etc. ist top organisiert, tolle Kollegen die fachlich Spitze sind, die Qualität der ggü. den Kunden erbrachten Arbeitsleistungen ist hoch.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Der Führungskreis wirkt durch die lange Betriebszugehörigkeit nach meiner Wahrnehmung geschlossen. Auf Kritik wurde in meinem Erleben dünnhäutig reagiert, Vertrauen zu Führungskräften konnte ich nicht aufbauen. Wenn sich in offenen Feedbackrunden niemand mit ernsthaften Beiträgen meldet, sollte das zu denken geben. Fachlich fehlt aus meiner Sicht die Breite: Wer nur RPA kann, für den sieht jedes Problem nach RPA-Lösung aus.
Verbesserungsvorschläge
Erreichbarkeit im Urlaub klar und verbindlich ausschließen, statt sie über Übergabequalität zu individualisieren. Zertifizierungszeit als bezahlte Arbeitszeit einplanen und nicht faktisch auf die Abende der Mitarbeitenden verlagern. Führungspositionen an Führungsqualität koppeln, nicht an Betriebszugehörigkeit. Feedback anonym erheben, solange offenes Feedback erkennbar nicht funktioniert.
Exit Interviews mit HR etablieren.
Arbeitsatmosphäre
Innerhalb der Teams sehr gut, freie Wahl von Ort und Einteilung (Remote/Homeoffice). Die gute Atmosphäre entstand nach meinem Eindruck von unten, nicht von oben.
Image
Top Image bei den Kunden, in den meisten Projekten wird einem viel Vertrauen entgegen gebracht.
Work-Life-Balance
Wer keine Grenzen setzt, für den wird viel selbstverständlich. Anrufe im Urlaub habe ich selbst erlebt, nach meiner Wahrnehmung teilweise auf Veranlassung von Führungskräften. Die Haltung, die bei mir ankam: Bei sauberer Übergabe wäre der Anruf ja nicht nötig gewesen. Erreichbarkeit im Urlaub wurde in meinem Erleben implizit erwartet, aber nie offen vereinbart.
Karriere/Weiterbildung
Die flache Organisation bietet wenig Aufstiegsmöglichkeiten; die Ebene darüber ist nach meinem Eindruck vor allem über lange Betriebszugehörigkeit besetzt. Für den Partnerstatus beim Softwarehersteller sind Trainings und Zertifikate zu absolvieren – gut für den eigenen CV, gleichzeitig geht die Zeit zulasten der eigenen Fakturaquote. Bei mir führte das über mehrere Monate zu Mehrarbeit, die ich nicht vergütet bekommen habe.
Gehalt/Benefits
Bei Neueinstellungen wird nach meinem Eindruck marktgerecht gezahlt; mit längerer Betriebszugehörigkeit blieb die Entwicklung bezogen auf meine eigene Erfahrung dahinter zurück. Benefits gut. Bei der Firmenwagenregelung würde ich jedem raten, früh im Bewerbungsprozess konkret und schriftlich nachzufragen – Außendarstellung und gelebte Praxis waren aus meiner Sicht nicht deckungsgleich.
Das Incentive-Modell knüpft an die Fakturierung an, bildet Urlaub nach meinem Verständnis aber nicht neutral ab: Rechnerisch steht besser da, wer Urlaub in langen Blöcken nimmt, statt ihn über das Jahr zu verteilen. Zwei Personen mit identischer Fakturaleistung können dadurch unterschiedlich hohe Incentives erhalten – abhängig allein davon, wie der Urlaub liegt. Transparent gemacht wurde mir das nie; aufgefallen ist es mir erst beim Nachrechnen.
Kollegenzusammenhalt
Aus meiner Sicht die größte Stärke des Unternehmens. Fachlich starke Leute, aus einigen Kontakten sind echte Freundschaften geworden.
Umgang mit älteren Kollegen
Ältere Kolleginnen und Kollegen habe ich kaum erlebt; belastbar beurteilen kann ich das daher nicht.
Vorgesetztenverhalten
Ich habe erlebt, dass getroffene Absprachen später nicht eingehalten wurden und an sie keine Erinnerung mehr bestand. Menschlich war das für mich die größte Enttäuschung.
Fehler wurden auf ausgetretene/nicht anwesende Kollegen geschoben.
Arbeitsbedingungen
Hierarchische Organisation, gesteuert wird aus meiner Wahrnehmung über Druck von oben. Rollen sind eng geschnitten: Wer in seiner Rolle bleibt, macht keine Fehler – und passiert einer, wurde er in meinem Erleben damit erklärt, dass jemand die Rolle verlassen hat. Für viele interne Prozesse ist die Lösung ein Excel-Sheet oder ein PowerPoint-Onepager. Für ein Automatisierungsunternehmen fand ich das bemerkenswert.
Service Management wird hier selbst bei Kunden mit 100+ Prozess mit Email Postfach und Microsoft Planner Free Version gemacht.
Kommunikation
Zur internen Abstimmung wird viel kommuniziert. Die wiederkehrenden Formate der Geschäftsführung wirkten auf mich unvorbereitet und beschränkten sich inhaltlich häufig darauf, wer kommt und wer geht.
Wer zu viel arbeitet ist nur nicht effizient genug.
Interessante Aufgaben
Wer Verantwortung will, bekommt sie schnell – dafür ist das Haus ein sehr guter Einstieg. Durch die Kundenstruktur viel SAP R/3, S/4 kaum. KI-Themen gab es bis zu meinem Austritt im Wesentlichen als PoC.
Paar Projekte mit Legacy Software außerhalb der Energiewirtschaft.