Leider kein Ort für nachhaltige Entwicklung, wegen einer toxischen Kultur hinter freundlicher Fassade
Gut am Arbeitgeber finde ich
Ich habe einige Workshops als wirklich sinnvoll erlebt und finde es positiv, dass grundsätzlich Weiterbildungsangebote gemacht wurden. Zudem habe ich einzelne Kolleg:innen als sehr hilfsbereit, kreativ und engagiert wahrgenommen. Mit diesen Menschen zusammenzuarbeiten, hat mir Freude gemacht und gezeigt, was eigentlich möglich wäre.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Ich habe eine stark ausgeprägte Cliquenbildung erlebt, bei der Loyalität wichtiger schien als Leistung. Für mich wirkte das so, als würde ein harter Kern den Kurs bestimmen und andere bewusst kleinhalten oder rausdrängen.
Die Kommunikation empfand ich als intransparent und teilweise manipulativ. Feedback wurde zwar entgegen genommen, aber später gegen einen verwendet. Ich habe auch miterlebt, wie Verbesserungsvorschläge pauschal abgelehnt oder lächerlich gemacht wurden. Zudem empfand ich den Umgangston oft respektlos, gerade auch im Hinblick auf private Themen. Denn, es wurde das Privatleben von Kolleg:innen öffentlich bewertet und kommentiert. Diskriminierende oder rassistische Witze wurden geduldet statt klar unterbunden. Die Förderung von Mitarbeitenden war für mich nicht nachvollziehbar: Erfahrene und kompetente Leute gingen frustriert, während andere ohne entsprechende Leistung aufstiegen. Auch die Gehaltsstruktur war aus meiner Sicht nicht so attraktiv, wie es gern behauptet wurde. Alles in allem hatte ich das Gefühl, dass es vor allem darauf ankam, sich anzupassen und Kritik für sich zu behalten. Wer das nicht wollte, hatte es schwer. Das hat für mich eine Kultur geschaffen, in der Vertrauen, Motivation und Qualität unnötig gelitten haben.
Verbesserungsvorschläge
Ich würde mir wünschen, dass ernsthaft auf Feedback eingegangen wird – nicht nur formal, sondern mit echtem Interesse an Veränderung. Ich halte es für wichtig, eine offene Fehlerkultur zu etablieren, in der Kritik nicht abgestraft oder persönlich genommen wird. Außerdem fände ich es sinnvoll, eine unabhängige Personalabteilung aufzubauen, die sich wirklich um Mitarbeiterbelange kümmert und dabei Diskretion wahrt. Die Förderung von erfahrenen und kompetenten Mitarbeitenden sollte gezielter erfolgen, um Know-how und Motivation zu halten. Ich würde mir auch mehr Verbindlichkeit und Klarheit in der Kommunikation wünschen, sowohl intern im Team als auch gegenüber Kund:innen. Und schließlich: Ein respektvoller Umgang miteinander sollte konsequent eingefordert und vorgelebt werden, und zwar inklusive Nulltoleranz für abwertende oder diskriminierende Witze.
Arbeitsatmosphäre
Die Stimmung im Team war für mich sehr wechselhaft. Einerseits gab es engagierte, hilfsbereite Menschen, mit denen ich gerne gearbeitet habe. Andererseits war die Atmosphäre häufig von Misstrauen geprägt.
Ich habe immer wieder mitbekommen, dass hinter dem Rücken über Kolleg:innen gelästert wurde, auch über Anwesende. Besonders heikel war für mich, dass selbst private Themen wie das Konsumverhalten oder der Social-Media-Auftritt von Kolleg:innen kommentiert und abgewertet wurden. Für mich war das ein großer Vertrauensbruch, denn ich hatte dadurch ständig das Gefühl, mich verstellen oder aufpassen zu müssen.
Image
Ich habe das Gefühl gehabt, dass crowdmedia nach außen sehr modern und kreativ wirken möchte, mit viel Fokus auf Workshops, Innovation und Teamgeist. Auf den ersten Blick entsteht tatsächlich ein positives Bild und viele Außenstehende haben mich auch gefragt, ob das nicht eine tolle, offene Agentur sei. Intern habe ich das leider anders erlebt. Für mich gab es eine deutliche Diskrepanz zwischen dem, was nach außen vermittelt wird, und dem, was im Arbeitsalltag zählt. Echte Offenheit, konstruktiver Umgang mit Kritik und Respekt vor unterschiedlichen Persönlichkeiten blieben für mich oft auf der Strecke. Ich glaube, das Image nach außen funktioniert vor allem deshalb, weil Probleme intern nicht offen benannt werden dürfen und wer Kritik übt, rasch zum „Problemfall“ wird. Für mich war das ein Grund, sehr skeptisch zu werden, wenn das Unternehmen mit seiner offenen Kultur wirbt.
Work-Life-Balance
Die grundsätzliche Arbeitszeit war für mich okay, und ich konnte mir meine Tage größtenteils gut einteilen. Allerdings empfand ich es als sehr übergriffig, dass das Privatleben der Kolleg:innen immer wieder Thema war.
Es wurde regelmäßig darüber spekuliert, wer sich was leisten kann („Wahrscheinlich zahlt das ihr Vater“), und ich hatte das Gefühl, dass ganz normale persönliche Entscheidungen bewertet und kommentiert wurden.
Ich habe mich daher irgendwann sehr zurückgenommen, weil ich mich nicht mehr getraut habe über Privatleben zu sprechen.
Karriere/Weiterbildung
Die Workshops waren inhaltlich teilweise wirklich gut. Allerdings hatte ich den Eindruck, dass die Führung sich selbst davon ausnahm oder die Inhalte nicht ernsthaft umsetzte. Außerdem gab es ein Coaching-Angebot, das auf den ersten Blick positiv klang. Ich hatte aber den Eindruck, dass es eher dazu diente, alle auf Linie zu bringen. Wer sich dagegen entschied, wurde schnell zum Gesprächsthema und hinterfragt.
Gehalt/Benefits
Es wurde regelmäßig betont, dass die Gehälter überdurchschnittlich hoch seien. Ich persönlich habe das anders erlebt. Wer sich umgehört hat, konnte sehen, dass es viele bessere Angebote gab. Zudem habe ich selbst miterlebt, wie sehr gute Mitarbeitende deshalb gegangen sind.
Für mich war das auch ein Signal, dass Wertschätzung nicht nur auf schönen Worten basieren darf.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Ich habe hier leider kaum etwas wahrgenommen, das auf ein echtes Verantwortungsbewusstsein hingedeutet hätte. Umweltaspekte spielten im Alltag dort nahezu keine Rolle.
Kollegenzusammenhalt
Ich habe einige wirklich tolle Kolleg:innen kennengelernt, die engagiert, hilfsbereit und kompetent waren. Gerade mit denen habe ich sehr gern zusammengearbeitet. Allerdings habe ich auch erlebt, dass sich ein „innerer Kreis“ von langjährigen Mitarbeitenden gebildet hatte, der viel Einfluss hatte. Wer dazugehörte, wurde unterstützt, unabhängig von Leistung oder Erfahrung. Ich habe gesehen, wie sehr gute Leute frustriert gegangen sind, weil sie keinerlei Förderung bekamen. Aus meiner Sicht war das ein echtes Eigentor für das Unternehmen.
Umgang mit älteren Kollegen
Ich habe gesehen, dass älteren und erfahrenen Kolleg:innen von einzelnen bewusst ihre Erfahrung abgesprochen wurde. Teilweise wurden sie sogar öffentlich lächerlich gemacht oder als „schwierig“ abgestempelt. Für mich war das ein Ausdruck von mangelndem Respekt und hat gezeigt, dass Diversität in Bezug auf Erfahrung oder Alter nicht wirklich geschätzt wurde.
Vorgesetztenverhalten
Für mich war das Verhalten der Führung das größte Problem. Ich hatte den Eindruck, dass sie sich über alle anderen stellt und wenig Interesse an echter Auseinandersetzung mit Kritik oder Ideen hat. Oft wurden Verbesserungsvorschläge harsch abgelehnt oder später gegen einen verwendet. Gleichzeitig wurden Mitarbeitende dazu aufgefordert, andere zu „erziehen“, weil die Geschäftsführung sich offenbar aus Personalfragen heraushalten wollte oder nicht wusste, wie man sie professionell löst.
Besonders irritierend fand ich die Einzelgespräche mit Kund:innen ohne Absprache mit den Projektleitungen. Das hat für mich das Vertrauen innerhalb des Teams massiv geschwächt.
Arbeitsbedingungen
Die technische Ausstattung war für mich grundsätzlich in Ordnung. Allerdings fand ich es merkwürdig, dass einerseits betont wurde, wie sparsam man sein müsse, andererseits aber der Kühlschrank ständig mit Alkohol übervoll war. Für mich wirkte das inkonsequent und wenig professionell.
Kommunikation
Die interne Kommunikation habe ich als intransparent und oft widersprüchlich erlebt. Es wurde immer wieder betont, dass man „offen“ über Unternehmenszahlen sprechen wolle. Tatsächlich waren es dann aber unklare Flipchart-Diagramme ohne beschriftete Achsen, begleitet von Worthülsen. Feedback wurde nach außen hin freundlich angenommen. Allerdings hatte ich das Gefühl, dass man es sich merkte und einem später vorhielt. Für mich führte das dazu, dass ich irgendwann keine Verbesserungsvorschläge mehr machen wollte, weil ich Angst hatte, dass es gegen mich verwendet wird. Auch zwischen Führung und Kund:innen gab es oft Kommunikation hinter dem Rücken der Projektleitung, was zu Missverständnissen und Frust im Team führte.
Gleichberechtigung
Ich habe mehrfach erlebt, dass abwertende und teils rassistische Witze gemacht wurden. Beispielsweise indem asiatische Akzente in Slack-Chats oder Gesprächen nachgeahmt wurden. Ich hätte erwartet, dass die Geschäftsführung hier klar Position bezieht und solche Verhaltensweisen nicht duldet. Stattdessen hatte ich das Gefühl, dass das einfach hingenommen oder sogar belächelt wurde.
Interessante Aufgaben
Ich habe leider häufig erlebt, dass ich über längere Zeiträume kaum etwas zu tun hatte. Wenn ich das angesprochen habe oder gefragt habe, ob ich andere Projekte unterstützen kann, wurde das abgelehnt. Gleichzeitig waren die Aufgabenstellungen oft unklar. Selbst nach mehrmaligem Nachfragen wusste ich nicht, was genau gewünscht war. Wenn dann Fehler passierten, lag die Verantwortung komplett bei mir. Das hat mich irgendwann zermürbt. Ich habe auch gesehen, wie Junior:innen Projekte fast allein geschmissen haben, während Verantwortliche zwar Aufgaben verteilten, aber keine Entscheidungskompetenzen abgaben. Für mich wirkte das wie Machtkontrolle statt echter Teamarbeit.