"People, Talent & Culture" auf Abwegen - große Show mit wenig Substanz.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Der Umgang mit den meisten Mitarbeitenden war freundlich, höflich und respektvoll. Die Büros sind zentrumsnah gelegen, man hatte die Möglichkeit zur Mobilen Arbeit und ein großer Pluspunkt war die flexible Gestaltung der Arbeitszeiten (geringes Kernarbeitszeitfenster).
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Der Umgang mit Kritik auf allen Ebenen: ich finde, der Arbeitgeber hat im Bereich der Fehlerkultur noch einiges aufzuarbeiten, denn ein konstruktiver Umgang mit Herausforderungen setzt voraus, dass Fehler transparent thematisiert und nicht durch oberflächliche Positivität relativiert werden. Außerdem hatte ich den Eindruck, dass sich Defizite im Führungsverhalten insbesondere in Situationen zeigten, die ein hohes Maß an Empathie oder Führungserfahrung erforderten (wie zum Beispiel bei Personalfreisetzung).
Verbesserungsvorschläge
Fehler und Herausforderungen sollten offen angesprochen und konstruktiv bearbeitet werden - nicht verharmlost oder übergangen. Von Nutzen wäre auch eine verstärkte Sensibilisierung der Führungskräfte in den Bereichen Kommunikation, Wertschätzung und empathische Führung um die Mitarbeitermotivation zu sichern.
Arbeitsatmosphäre
Ich finde, die Arbeitsatmosphäre hat sich in den letzten zweieinhalb Jahren stark verändert. Zuletzt war die emotionale Grundstimmung unter den Mitarbeitenden meiner Meinung nach geprägt von Unsicherheit und der Angst davor, Fehler zu machen. Ich als Mitarbeiterin im HR-Team hatte das Gefühl, an vielen Situationen nichts ändern zu können, da Kritik im Keim erstickt wurde. Das führte zu Frustration meinerseits und ich denke, vielen Mitarbeitenden ging es ähnlich.
Kommunikation
Leider musste ich die Erfahrung machen, dass essentielle (auch HR-relevante) Informationen zurückgehalten oder falsch widergegeben wurden. Unter anderem herrschte, so empfand ich, eine große Diskrepanz zwischen den Unternehmenswerten, welche "nach außen" kommuniziert wurden und wie sie tatsächlich durch die Führungskräfte bzw. das Management in die Teams transportiert worden sind.
Kollegenzusammenhalt
Teamintern (die Bereichsleitung ausgenommen) war die Stimmung meiner Meinung nach meistens ausgeglichen und man begegnete sich mit Respekt und auf Augenhöhe. Auch teamübergreifend waren die meisten Mitarbeitenden hilfsbereit und höflich.
Work-Life-Balance
Ich persönlich hatte bei diesem Punkt keine Herausforderungen, da ich stets klare Linien gezogen und Prioritäten gesetzt habe.
Vorgesetztenverhalten
Hier würde ich am liebsten keinen Stern vergeben. Ich hatte das Gefühl, dass ein Großteil der Supervisors lediglich ein "Vorgesetzter" und weniger eine "Führungskraft / Leader" war. Ich denke, dass einige Führungsstile die sozialen Dynamiken in den Teams negativ beeinflusst haben, entweder durch Mikromanagement oder Abwesenheit von Offenheit & Empathie. In meinen Augen ließ das Führungsverhalten, insbesondere im HR-Bereich, Professionalität und Einfühlungsvermögen vermissen, was die Zusammenarbeit und das Vertrauen im Team zunehmend beeinträchtigte.
Interessante Aufgaben
Ich liebe die generalistische Arbeit im HR-Bereich und habe aus diesem Grund leider nicht rechtzeitig gemerkt, dass die Aufgaben und der Workload im HR meines Erachtens ungerecht aufgeteilt wurden. Mir schien, dass Fleiß und Anstrengung nicht mit Erfolg oder Anerkennung, sondern mit noch mehr Aufgaben belohnt wurden.
Gleichberechtigung
Mein Eindruck war, das Unternehmen ist eher geprägt von traditionellen, männlich dominierten Strukturen und Rollenbildern (die meisten Entscheidungsträger waren - während meiner Anstellungszeit - männlich).
Umgang mit älteren Kollegen
Kein Kommentar, sonst wird meine Bewertung auf dieser Plattform angefochten.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen waren okay, die Büros relativ modern ausgestattet und es gab ein eigenes Büro für die Mitarbeitenden im HR.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Der Müll wurde getrennt, Bahnreisen ermöglicht und es gab Wasserspender in den Büros.
Gehalt/Benefits
Ich hatte den Eindruck, die meisten Gehälter waren nicht marktkonform und entsprachen nur selten dem Verantwortungsbereich (gemäß dem Motto: "Wer am lautesten brüllt, bekommt auch das höchste Gehalt!").
Image
Wie oben bereits erwähnt, denke ich, dass Führungskräfte und Mitarbeitende ein stark divergierendes Bild vom Unternehmen und dessen Kultur hatten.
Karriere/Weiterbildung
Konkrete Weiterbildungsmöglichkeiten waren abhängig von der jeweiligen Stelle und Abteilung. Grundsätzlich hatte ich den Eindruck, Weiterbildung wurde gewünscht, doch es fehlten die nötigen Strukturen und Ressourcen, um sie tatsächlich umzusetzen.
