Starkes Fachthema und tolles Team – Führung und Wertschätzung bleiben auf der Strecke
Arbeitsatmosphäre
Im direkten Team und auf Teamleitungsebene ist der Umgangston freundlich und wertschätzend. Man genießt bei den eigenen Aufgaben einen spürbaren Gestaltungsspielraum und darf eigenverantwortlich arbeiten.
Das Gesamtbild ist jedoch von einigen deutlichen Spannungsfeldern geprägt:
- Führungsebene: Während das Vertrauen im Team spürbar ist, wirkt die Haltung der Geschäftsführung phasenweise distanziert und von einer gewissen Grundskepsis begleitet.
- Fehlerkultur: Grundsätzlich wird vermittelt, dass Fehler Lernchancen sind. In der Praxis hängt der Umgang damit jedoch stark von der Situation ab – teils steht die Suche nach Schuldigen im Vordergrund statt der gemeinsamen Lösung.
- Arbeitsdruck: Gerade im technischen Bereich herrscht ein dauerhaft hohes Stresslevel mit spürbarem Druck.
- Bereichsübergreifende Zusammenarbeit: Hier liegt eine große Schwachstelle. Die Kooperation zwischen verschiedenen Abteilungen ist stark von Silodenken, Barrieren und Flurfunk geprägt, was viele Abläufe unnötig erschwert.
Kommunikation
Die interne Kommunikation ist insgesamt stark verbesserungswürdig und weist deutliche Schwachstellen auf:
- Informationsfluss & Transparenz: Der abteilungsübergreifende Austausch ist sehr mager und lückenhaft. Wichtige Informationen dringen oft nicht rechtzeitig durch, wodurch Gerüchte und ein ausgeprägter Flurfunk den Arbeitsalltag dominieren.
- Meeting-Kultur: Es existieren zwar regelmäßige Formate, größere Runden sind jedoch häufig ineffizient und wenig zielführend.
- Diskrepanz zwischen den Bereichen: Positiv hervorzuheben sind die kleineren, internen Teammeetings – hier wird ergebnisorientiert und pragmatisch gearbeitet. Allerdings wird genau an dieser Stelle der deutliche Kontrast zwischen dem technischen Bereich und anderen Abteilungen im Unternehmen sichtbar.
Kollegenzusammenhalt
Beim Kollegenzusammenhalt gibt es ein klares zweigeteiltes Bild:
- Internes Team (Technik): Innerhalb des eigenen Teams ist der Zusammenhalt hervorragend. Die Zusammenarbeit funktioniert verlässlich, hilfsbereit und auf Augenhöhe.
- Abteilungsübergreifend: Sobald Schnittstellen zu anderen Bereichen berührt werden, bricht dieser Zusammenhalt leider weg. Hier dominiert oft ausgeprägtes Silo- und Einzelkämpfertum, bei dem jeder primär auf den eigenen Bereich schaut.
- Gesamtziel: Das Verständnis für das „große Ganze“ und gemeinsame Unternehmensziele fehlt bei den meisten anderen Abteilungen, was die Kooperation und das Wir-Gefühl im Unternehmen deutlich hemmt.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance ist insgesamt sehr positiv und bietet ein hohes Maß an zeitlicher Flexibilität:
- Flexible Arbeitszeiten: Die Verschiebung von Arbeitszeiten ist in der Regel unkompliziert möglich. Es gilt ein pragmatischer, ergebnisorientierter Ansatz: Solange die Aufgaben am Ende des Tages zuverlässig erledigt sind, genießt man viel Freiraum.
- Einschränkungen durch Fixtermine: Ausnahmen bilden unverschiebbare Termine und Deadlines, die eine flexible Einteilung zeitweise einschränken.
- Fazit: Abseits von festen Terminvorgaben wird einem viel Vertrauen entgegengebracht, um Beruf und Privatleben gut miteinander zu vereinbaren.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten der Führungskräfte hinterlässt einen sehr zwiespältigen Eindruck:
- Direkte Teamleitung: Im Grunde gibt es hier fachlich und menschlich wenig Anlass zur Beschwerde. Allerdings fällt auf, dass ab einem gewissen Punkt Vorgaben von oben nur noch ungefiltert übernommen und weitergegeben werden, ohne sich für das Team einzusetzen oder kritische Dinge nach oben zu spiegeln.
- Geschäftsführung: Hinterlässt ein sehr schwaches Bild bezüglich Mitarbeiterführung und Wertschätzung. Ein offener Dialog auf Augenhöhe wird vermieden – selbst grundlegende Personalgespräche wurden in der Praxis schlichtweg verweigert, was für eine Führungsebene absolut unprofessionell ist.
Interessante Aufgaben
Das Aufgabenfeld im Bereich der Telematikinfrastruktur (TI) ist fachlich hochgradig spannend und bietet ein abwechslungsreiches Betätigungsfeld:
- Fachliche Relevanz: Die Themen rund um die Telematikinfrastruktur sind technisch anspruchsvoll, dynamisch und am Puls der Zeit.
- Gestaltungsspielraum: Die praktische Umsetzung der Aufgaben bringt interessante Herausforderungen mit sich, bei denen man praxisnah an komplexen IT-Strukturen arbeitet und eigene Lösungsansätze einbringen kann.
Arbeitsbedingungen
Bei den Arbeitsbedingungen gibt es absolut keinen Grund zur Klage – hier setzt der Arbeitgeber echte Maßstäbe:
- Homeoffice-Ausstattung: Vorbildlich. Man wird für das mobile Arbeiten komplett und hochwertig mit allem Notwendigen ausgestattet.
- Technisches Setup: Die bereitgestellte Hardware und die Arbeitsmittel erleichtern den Arbeitsalltag enorm; in diesem Punkt können sich viele andere Arbeitgeber definitiv eine Scheibe abschneiden.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Aufgrund der durchgehenden Arbeit im Homeoffice lässt sich das alltägliche Umwelt- und Sozialbewusstsein vor Ort im Betrieb nur eingeschränkt beurteilen.
- Mobilität & Nachhaltigkeit: Die Ermöglichung von 100 % Remote-Arbeit spart tägliche Pendelwege und trägt damit indirekt zur CO2-Reduktion bei.
- Gesamteindruck: Weitergehende Initiativen oder konkrete soziale Engagements waren aus dem Homeoffice heraus nicht spürbar präsent.
Gehalt/Benefits
Die Gehaltsentwicklung und Vergütungsstruktur stehen in keinem gesunden Verhältnis zum tatsächlichen Arbeitsaufwand:
- Diskrepanz bei Verantwortung: Aufgabenbereich, Anforderungen und Verantwortung sind über die Zeit spürbar gestiegen, das Gehalt wurde an diese Mehrleistung jedoch nicht angepasst.
- Stillstand nach Übernahme: Insbesondere im Zuge des Übergangs bzw. der Eingliederung in die größere Unternehmensgruppe hat sich finanziell absolut nichts mehr bewegt. Wertschätzung für gewachsene Verantwortung spiegelt sich im Gehaltsgefüge leider nicht wider.
Image
Das Image des Unternehmens ist aus Mitarbeitersicht schwer greifbar und von Umbrüchen geprägt:
- Wahrnehmung nach Fusion/Übernahme: Durch den Übergang von der ursprünglichen Struktur in die neue Unternehmensgruppe wirkt das Unternehmensprofil nach außen und innen noch unklar definiert.
- Identifikation: Eine wirkliche Identifikation mit der neuen Marke fiel schwer, da die positiven Aspekte der früheren Struktur durch die Übernahme und die damit einhergehende Distanz zunehmend in den Hintergrund getreten sind.
Karriere/Weiterbildung
Entwicklungsperspektiven sind zwar theoretisch vorhanden, die praktische Förderung ist jedoch stark verbesserungswürdig:
- Karrieremöglichkeiten: Durch die Einbindung in eine größere Unternehmensgruppe sind prinzipiell vertikale oder horizontale Entwicklungspfade denkbar.
- Fehlende strukturierte Weiterbildung: Gezielte, geförderte Fortbildungsangebote oder strukturierte Programme gibt es nicht. Es wird schlichtweg reines „Learning by Doing“ im Arbeitsalltag vorausgesetzt.
- Ungerechte Bewertung: Benötigt ein Mitarbeiter fundierte, externe Weiterbildungen oder strukturierte Schulungen, werden diese nicht bereitgestellt. Gleichzeitig wird fehlendes Wissen in Personal- oder Gehaltsgesprächen jedoch negativ ausgelegt – eine frustrierende und unfaire Erwartungshaltung.