Eine enttäuschende Entwicklung der letzten Jahre
Gut am Arbeitgeber finde ich
Aktuell kann ich leider nichts Positives mehr nennen, was meine heutige Bewertung des Arbeitgebers ausmacht.
Ich war früher gerne dort und habe mich lange mit dem Unternehmen identifiziert. Diese positiven Erfahrungen liegen jedoch inzwischen 2-3 Jahre zurück. Meine Bewertung bezieht sich auf meine Erfahrungen der letzten Jahre und insbesondere auf die Entwicklung in den letzten Monaten meines Arbeitsverhältnisses. Ich möchte deshalb keine positiven Punkte aus der Vergangenheit nennen, nur um die Bewertung auszugleichen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Besonders enttäuschend finde ich die Entwicklung der letzten 2–3 Jahre und insbesondere die Situation in den letzten Monaten meines Arbeitsverhältnisses.
Über Wochen und Monate wurden mir nahezu sämtliche Aufgaben entzogen, obwohl ich weiterhin täglich pünktlich zur Arbeit erschien und arbeitsbereit war. Ich habe meine Arbeitsbereitschaft regelmäßig per E-Mail mitgeteilt und die Situation dokumentiert. Der überwiegende Teil meiner Nachrichten blieb nach meiner Erinnerung unbeantwortet.
Was mich dabei besonders enttäuscht hat: Es wurde kaum mit mir darüber gesprochen, wie es weitergehen sollte oder wie eine gemeinsame Lösung aussehen könnte. Gelegentlich wurden mir kleinere, kurzfristige Zwischenaufgaben übertragen, jedoch keine wirkliche, dauerhafte und meiner Qualifikation entsprechende Tätigkeit. Eine aus meiner Sicht konstruktive und lösungsorientierte Kommunikation blieb weitgehend aus.
Gleichzeitig wurden nach fast sechs Jahren bestehende Arbeitsbedingungen verändert. Seit Beginn meiner Beschäftigung hatte ich ein Dienstfahrzeug und arbeitete am Standort in Wiesbaden, in dessen Gebäude sich auch die Krippe meiner Tochter befand. Anfang des Jahres wurde mir das Dienstfahrzeug mit der Begründung entzogen, es werde an einem anderen Standort benötigt. Gleichzeitig sollte ich zu deutlich früheren Zeiten an einem rund 15 Kilometer entfernten Standort erscheinen.
Für mich war diese Vorgabe praktisch kaum umsetzbar. Ich musste meine Tochter weiterhin zunächst in die Krippe in Wiesbaden bringen und anschließend zum anderen Standort weiterfahren. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln hätte die Fahrt dorthin nach meiner damaligen Planung nahezu eine Stunde gedauert. Zudem war dem Unternehmen bekannt, dass ich seit Beginn der Betreuung darauf angewiesen war, im Notfall innerhalb von etwa 30 Minuten bei meiner Tochter sein zu können. Diese Möglichkeit wäre bei einem Einsatz an dem anderen Standort nach meiner Einschätzung nicht mehr zuverlässig gewährleistet gewesen.
Ich habe auf diese Problematik mehrfach hingewiesen. Dennoch wurde aus meiner Sicht keine praktikable Lösung gefunden. Besonders enttäuschend war für mich dabei, dass sich mein bisheriger Arbeitsplatz und die Betreuung meiner Tochter über Jahre am selben Standort befanden und diese Situation dem Unternehmen bekannt war.
Als examinierte Fachkraft und langjährige Mitarbeiterin wurde ich anschließend unter anderem dazu aufgefordert, zu Fuß Flyer zu verteilen und diese in Briefkästen einzuwerfen. Bei einem solchen Einsatz regnete es stark, dennoch wurden mir keine geeigneten Hilfsmittel zur Verfügung gestellt. Diese Aufgaben empfand ich angesichts meiner Qualifikation und meiner fast sechsjährigen Betriebszugehörigkeit als ausgesprochen enttäuschend und nicht wertschätzend.
Hinzu kamen mehrere Abmahnungen, gegen die ich schriftlich Widerspruch eingelegt habe, weil ich die darin erhobenen Vorwürfe aus meiner Sicht nicht nachvollziehen konnte.
Besondere enttäuschend war für mich schließlich der Umgang mit meinen Gehaltsabrechnungen kurz vor dem Ende meines Arbeitsverhältnisses. Für einen Antrag bei der Familienkasse benötigte ich die Gehaltsabrechnungen der letzten sechs Monate erneut. Einige der früheren Abrechnungen lagen mir nicht mehr vor, da diese zuvor über DATEV bereitgestellt worden waren. Deshalb bat ich darum, mir die fehlenden Abrechnungen noch einmal zukommen zu lassen.
Daraufhin wurde mir mitgeteilt, dass ich zunächst auf eine private WhatsApp-Nachricht antworten solle, bevor mir die Unterlagen zugesendet würden. Zusätzlich wurde mir vorgeworfen, mich negativ über das Unternehmen geäußert zu haben, und von mir wurde hierzu eine Stellungnahme verlangt.
Ich setzte daraufhin eine Frist zur Übersendung der benötigten Gehaltsabrechnungen. Auch weitere E-Mails meinerseits mit erneuter Bitte um Zusendung und konkreter Fristsetzung blieben unbeantwortet.
Nach fast sechs Jahren im Unternehmen hätte ich mir für das Ende meiner Beschäftigung etwas völlig anderes gewünscht. Ich habe dieses Unternehmen über Jahre mit aufgebaut, mich mit meiner Arbeit identifiziert und lange Zeit gerne dort gearbeitet. Umso enttäuschender ist es, wie sich die letzten Jahre und insbesondere die letzten Monate entwickelt haben.
Es geht mir dabei nicht darum, alte positive Zeiten schlechtzureden. Ich bewerte das, was ich in den letzten 2–3 Jahren und vor allem am Ende meiner Beschäftigung erlebt habe. Und davon bleibt bei mir leider vor allem der Eindruck zurück, dass Respekt, Wertschätzung, Kommunikation und ein echter Wille zur gemeinsamen Lösungsfindung gefehlt haben.
Nach fast sechs Jahren hätte ich mir einen anderen Abschluss gewünscht. Nicht viel – nur einen fairen, respektvollen und menschlichen Umgang.
Verbesserungsvorschläge
Mehr offene Kommunikation und ein respektvoller Umgang mit Mitarbeitenden wären aus meiner Sicht dringend notwendig. Anliegen sollten ernst genommen und nicht über Monate ignoriert werden. Wenn Mitarbeitende arbeitsbereit sind, sollte ihnen auch sinnvolle Arbeit entsprechend ihrer Qualifikation ermöglicht werden.
Bei Problemen wünsche ich mir direkte Gespräche mit der Geschäftsführung statt Kommunikation über Dritte oder gar keine Kommunikation. Auch Veränderungen von Arbeitsbedingungen sollten nachvollziehbar kommuniziert und praktikable Lösungen berücksichtigt werden.
Gerade nach langjähriger Betriebszugehörigkeit hätte ich mir mehr Wertschätzung, Verlässlichkeit und einen fairen Umgang gewünscht.
Work-Life-Balance
Die Veränderungen meiner Arbeitsbedingungen waren für mich mit meiner familiären Situation nur schwer vereinbar. Insbesondere der Entzug des Dienstfahrzeugs und der kurzfristig geforderte Einsatz an einem anderen Standort erschwerten die Vereinbarkeit von Arbeit und Familie erheblich.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt unter den Kolleginnen und Kollegen war für mich grundsätzlich positiv. Allerdings haben mehrere langjährige Kolleginnen und Kollegen das Unternehmen innerhalb relativ kurzer Zeit verlassen.