Gut am Arbeitgeber finde ich
Was gestellt werden MUSS, wird auch ohne zu meckern gestellt. Insofern mangelt es grundsätzlich nicht am Arbeitsmaterial. Das Arbeitsmaterial ist zeitgemäß (aber nicht immer das sinnvollste). Ebenso wird der breiten, unteren Masse der Angestellten mehr als ausreichend Zeit gegeben, seine Aufgaben zu erfüllen . (Punkt 4 von den Schlechten Merkmalen): Je höher man jedoch in der Position ist, desto schneller wendet sich dieses Blatt und man muss sehr stressresistent sein bzw. Überstunden reißen, um alles zu bewältigen oder man landet im Burnout. Das wird von einer Führungsposition erwartet! Der Druck von oben ist groß, je höher man kommt. Ganz unten fliegt man unter dem Radar und der höchste Stresspegel entsteht maximal vor einem leeren Kaffeeautomaten. Ganz klar unausgewogen aber für die untere Masse ein klarer Vorteil, warum sie gerne "arbeiten" geht. Wer also einen faulen Lenz machen will und dafür monatlich sein Leben finanziert bekommen will, der sollte sich bewerben! Wenn man dazu noch finanziell nicht anspruchsvoll ist, der wird garantiert genommen!
Der Chemietarif ist sehr gut, was aber für die Branche spricht, nicht für den Arbeitgeber, da er die Entgelte niedrig ansetzt.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
1. Die finanzielle "Ausbeutung", nur weil die Gesetzeslage es zulässt. (Schichtsystem, Zeitanrechnung, Zulagen). Man nimmt die Fluktuation der Mitarbeiter seit vielen Jahren in Kauf, anstatt qualifiziertes Personal zu halten, indem man es attraktiv bezahlt. 2. Auf der anderen Seite wird das Geld aus dem Fenster geschmissen, für Investitionen, die weder Sinn ergeben noch nachhaltig sind. Oft kosten dessen Reparaturen oder Ersetzung deutlich mehr, als die ursprüngliche Anschaffung. Entschieden werden solche Einkäufe bei einzelnen Personen die keinerlei Ahnung von dem Anwendungsbereich haben. 3. Zudem stellt man viel zu viele inkompetente Mitarbeiter ein, nur um die (nötigsten) Stellen zu besetzen (Unterbesetzung). Diese sind weder an einer fachlichen Weiterentwicklung interessiert noch erfüllen sie ihre Aufgaben gut. Es mangelt an Effektivität und Effizienz zu gleich. Mit den richtigen Leuten an den richtigen Stellen, könnte das Unternehmen(die Abteilung) führend sein. Das Unternehmen setzt sehr eindeutig auf Kosteneinsparung als auf Qualität. Lieber günstige, schlechte Mitarbeiter als teure, gute. Die guten gehen nahe zu immer, weil sie sich das selten lange antun.
Verbesserungsvorschläge
Als Erstes sollten Sie den Mut zur Moral haben, ordentlich Geld anzupacken und es in Ihre Mitarbeiter zu stecken, anstatt in Pressemitteilungen zu prahlen, was Sie für ein millionenschweres Projekt finanziert haben. Der Mitarbeiter ist das wertvollste was Sie als Ressource haben können. Bezahlen Sie die Leute anständig und damit meine ich attraktiv und nicht am untersten Limit was der Marktspiegel hergibt. Des weiteren stellen Sie ausreichen Personal ein. Auf vielen Schultern wird die Last leichter! Sie fahren nicht einmal mit der optimalen Mannstärke, sondern darunter. Stocken sie qualitativ hochwertig auf! Fahren Sie leicht über der optimalen Mannstärke. Kostet Geld? Ja, richtig! Geben Sie Ihren Mitarbeitern keine Blablas in den sozialen Medien an die Hand, sondern innovative Arbeitsmittel und lassen Sie den Teams freien Lauf! Fördern Sie mehr! Sie fördern durchaus Ihre Mitarbeiter aber noch deutlich zu wenig. Kehren Sie zu alten Tagen zurück (Bayerzeiten) und stocken Sie Ihre Benefitangebote deutlich auf, Ihre Sparflamme ist nicht attraktiv, das interessiert keinen! Wechseln Sie Ihre Führungsebenen von Vorvorgestern aus, deren Führungsstil richtet nur schaden an!
Arbeitsatmosphäre
Das Klima zwischen den Kollegen ist sehr locker und grundsätzlich unproblematisch. Manche Vorgesetzte sind aus der Steinzeit und kennen den Wortlaut "Loben" nicht. Andere haben den Zeitgeist erkannt und tun dies, wenn es berechtigt ist. Wer nicht allzu viel Wert auf Bestätigung legt, der kommt damit gut klar. Allgemein kann man sich frei bewegen und seine Tätigkeit, wie man es für richtig hält, umsetzen. Ausgenommen sind genaue, wichtige Anweisungen. Wie in allen Unternehmen und Abteilungen wird hier und da gelästert aber auch hier und dort gelacht. Ein ganz normales Betriebsklima, wie man es wo anders auch findet. Die oberste Führung sieht man selten und hat somit die Freiheit, nicht permanent unter Beobachtung zu stehen, die direkte Führung ist immer in erreichbarer Nähe, lässt aber einen in Ruhe, wenn man nicht negativ auffällt. Grundsätzlich ist die Atmosphäre unter den Mitarbeitern gut!
Image
Mit Currenta kann keiner etwas anfangen. Erzählt man vom damaligen Bayer, fangen die Leute an Verbindungen zu knüpfen. Currenta kann sich mit ihren Dienstleistungen nicht in der Bevölkerung präsent machen, dafür sind dies die falschen. Currenta kann ihr Image nur dadurch fördern, dass es als Arbeitgeber glänzt, tut es aber nicht. Als Dienstleister mag Currenta interessant sein und ein gutes Image haben, sonst würden sich die Unternehmen nicht im Chempark ansiedeln.
Work-Life-Balance
Bereitschaftszeit/Rufbereitschaft (am Arbeitsplatz) wird nicht bezahlt, um erheblich Kosten einzusparen. Das ist gesetzlich möglich, sonst würde es nicht so gehandhabt werden. Die Mehrheit von Unternehmen bezahlen die Bereitschaftszeit ganz normal! Bei Currenta gibt es keinen Cent. Genehmigte Freischichten können gestrichen werden und sind nicht garantiert. Sollte einem nichts in der Dienstplanung dazwischen kommen, kann man seine Urlaubstage und Freischichten sehr gut legen. IdR. werden diese gewährt. Dies geschieht in Abhängigkeit zur restlichen Belegschaft, "wer zuerst kommt, mahlt zuerst". Eine Gleichberechtigung in der Gewährung in der Belegschaft wird grundsätzlich angestrebt aber nicht immer erreicht. Es wird jedoch darauf geachtet, dass das Unggleichgewicht nicht Überhand nimmt, nicht selten kommt es vor, dass man an Tagen Freischichten aufgedrückt bekommt, mit denen man an diesem Tag nichts anfangen kann, nur um die Statistik sauber zu halten.
Eine (individuelle) Reduzierung der Arbeitszeit ist grundsätzlich möglich, jedoch nur für wenige (Quote) in der gesamten Abteilung.
Da Currenta nicht alle Stunden "bezahlt", bekommt man bei anderen Unternehmen bessere Konditionen.
Karriere/Weiterbildung
Sowohl die Karriereförderung (Aufstiegsmöglichkeiten und/oder Erhöhung des Entgeltes) als auch die Weiterbildung (Kompetenzerweiterung) werden nicht vom Arbeitgeber an den Arbeitnehmer herangetragen. Soll das eine oder andere stattfinden, muss der Mitarbeiter es aktiv einfordern (und sich beweisen). Die Strategie des Unternehmens legt wenn, dann eher Wert darauf, dich in eine andere Position zu "befördern" als dein Entgelt zu erhöhen. Als was am Mitarbeiter Geld kostet wird gemieden wie der Teufel das Weihwasser. Wenn man für 50€ mehr mit einer Kündigung drohen muss, dann sollte das deutlich zeigen, wie schlimm es schon steht.
Gehalt/Benefits
Gehalt ist ständig am Marktspiegel angepasst, man ist immer so gut, wie die anderen. Leider nicht besser, allerdings auch nicht schlechter. Somit ist der Grund zu gehen oder zu bleiben davon abhängig, was man persönlich ausgehandelt hat, sofern man in der Position ist, um verhandeln zu können. Die Sozialleistungen sind, grob vereinfacht ausgedrückt, an der gesetzlichen Verpflichtung und dem, was man heute mindestens in den Sozialen Medien erwartet gemessen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Wird beides groß geschrieben, kommt aber wenig bei den schwächsten Gliedern der Kette an.
Das Umweltbewusstsein kann ich in meinem Umfeld wenig beurteilen, da es dort nicht relevant genug ist. Das Sozialbewusstsein muss man nicht nur predigen, sondern auch an den Mitarbeitern spüren lassen!
Kollegenzusammenhalt
Da die Abteilung recht groß ist, ist es ganz normal, dass sich Gruppen bilden, die in sich besser klar kommen. Allgemein kann jeder mit jedem arbeiten. Jedoch gibt es verschiedene Betrachtungswinkel auf das Thema Zusammenhalt. Geht es um die Arbeit, also die Tätigkeit, gibt es (mit Differenzen in der Kompetenz) keine bis wenig Probleme, zusammenzuarbeiten. Außerhalb der Tätigkeit für den Arbeitgeber, auf privater Ebene in der Arbeitszeit, ist der Zusammenhalt deutlich selektierter. Kollegen die sich besser verstehen halten eher zusammen als welche, die sich am liebsten aus den Weg gehen würden. Allgemein ein durchmischtes Verhältnis, was man in jedem anderen Unternehmen auch finden kann, daher drei Sterne für die Mitte.
Umgang mit älteren Kollegen
Das hat sich über die Jahre geändert, damals waren die "Alten" unnahbar und die Herren der Welt, für die jungen Kollegen, heute sitzen alle zusammen und es wird in beide Richtungen locker kommuniziert. Das ist wirklich sehr gut! Alte Kollegen, die schon Licht am Ende des Tunnels sehen (Rente) werden vom Arbeitgeber nicht mehr gefördert und nur noch in ihrer aktuellen Tätigkeit gehalten. Eine Einstellung älterer Menschen ist nahezu ausgeschlossen, lediglich in den obersten Führungsebenen kommt dies vor, da dort die berufliche Erfahrung ein wichtiger Qualifikationspunkt darstellt.
Vorgesetztenverhalten
Das ist sehr stark von dem einzelnen Vorgesetzten abhängig. Der eine springt für dich vor seinen eigenen und steht für dich ein, der andere hat noch nie verstanden, was seine eigentliche Aufgabe ist geschweige was seine Mitarbeiter für ihn bedeuten sollten. Je höher man in der Hierarchie geht, desto eher sind die Vorgesetzten weniger an dir als viel mehr an den positiven Zahlen für das Unternehmen (ihren Geschäftszweig) interessiert, gerne auf deine Kosten. Im wörtlichen Sinne! Leider ist auch dieses Verhalten in vielen Unternehmen üblich.
Arbeitsbedingungen
Alles was man braucht bekommt man, die Arbeitsmittel funktionieren, auch wenn sie nicht immer die besten sind. Das Arbeitsumfeld ist grundsätzlich Ok, zu Zeiten von "Corona", am Arbeitsplatz im Unternehmen, unter aller Kanone. Da ist das Home Office ein fünf Sterne Hotel gegen. So lange der Trend aber Alltag wird, dass man von Zuhause arbeiten kann, spricht nichts dagegen und die Arbeitsbedingungen sind sehr gut (schließlich selbst in den eigenen vier Wänden hergerichtet, dort fühlt man sich am wohlsten).
In höheren Positionen ist das egozentrische Verhalten der Vorgesetzten mehr als unnötig und stört die Arbeitsatmosphäre.
Kommunikation
Jeder Mensch kommuniziert anders und nicht zwingend so, wie man es gerne möchte, was allgemein betrachtet auch nicht schlimm ist. Allerdings ist es so, das der Anteil im Team bzw. in der gesamten Abteilung überwiegend unfähig ist, konstruktiv, kritisch oder überhaupt zu kommunizieren. Vieles wird verschwiegen oder einfach nicht vernünftig(Vollständigkeit, sinnvolle Inhalte) rüber gebracht. Der eine oder andere will durch dieses Verhalten profitieren (Wissen für sich behalten, um vor anderen zu glänzen) der andere ist einfach nicht in der Lage kompetente Beiträge zu liefern, da er von der Thematik scheinbar wenig bis keine Ahnung hat.
Kernpunkt: Hier mangelt es an der Qualifikation der einzelnen Person (wenige Vorgesetzte mit eingeschlossen).
Mit vereinzelten, wenigen Kollegen ist die Kommunikation sehr gut und transparent, da diese reflektierter und an einem gemeinsamen Fortschritt interessiert sind. Diese haben gemeinsam, dass sie idR. eine höhere Ausbildung abgeschlossen oder die Definition eines "Teams" verstanden haben.
Es gibt nur zwei Sterne, da die Kollegen deutlich überwiegen, mit denen man wenig bis gar nichts anfangen kann. Schade!
Gleichberechtigung
Nach meinem Geschmack "zu gleich". Gute Mitarbeiter werden mit schlechten Mitarbeitern in einen Topf geworfen. Die Bewertung der Mitarbeiter (Mitarbeitergespräüche) werden pauschalisiert und alle gleich bewertet, weil die Bewertung den Vorgesetzten überfordert, dafür kennt er seine Leute nicht gut genug und eine vernünftige Bewertung ist viel zu anstrengend. Das enttäuscht sehr, da man bei guter Leistung mit denen, die es nicht verdient haben, "gleichgestellt" werden. Von der Mitarbeiterbewertung abgesehen, ist man grundsätzlich gleichberechtigt. Sowohl alte als auch junge Kollegen haben den gleichen Anspruch auf etwas und werden danach auch gleich behandelt. Einzig und allein ein Vorgesetzter kann dich "auf dem Kieker" haben, was du dann an unangenehmen Zusatzdiensten merkst, die zwar jeder machen muss, du aber doch öfters als andere. Spricht man es an, hat man darauf nicht geachtet und entschuldigt sich, danach tritt es wieder auf. Pure Ignoranz der Bedürfnisse der Mitarbeiter oder aber auch völlige Überforderung. Grundsätzlich ist die Gleichberechtigung aber gut gegeben, auch zwischen Männern und Frauen.
Interessante Aufgaben
Jeder ist seines Glückes Schmied. Wer nicht Interesse zeigt und fordert, wird auch nicht gefördert. Es gibt Kollegen, die begnügen sich damit, dass sie täglich acht Stunden atmen und am Ende des Monats ihr Entgelt erhalten. Wer an seinem Tätigkeitsfeld wirklich interessiert ist und sich darin auch engagieren will, erhält idR. auch keinen Widerstand, sich darin weiter zu entfalten und kreativer zu werden. Man muss sich seine Aufgaben, innerhalb seines Tätigkeitsfeldes, mehr oder weniger selber schaffen, wenn diese für einen interessant sein sollen. Die Vorgesetzten stellen sich selten dagegen (sofern deine Tätigkeit Sinn ergibt), da sie dich damit beschäftigt sehen und von deinem Arbeitsergebnis durchaus profitieren (die ganze Abteilung). Aufgaben die dir von Vorgesetzten aufgetragen werden sind selten interessant, da sie sich oft auf einem niedrigen Niveau befinden. Das höchste Gebot scheint zu sein: Bloß keine Überforderung oder Stress(im eigenen Interesse)! Eine Förderung(interessante Aufgaben) aus der Initiative des Arbeitgebers gibt es nicht, wer etwas will, muss es einfordern (bekommt es aber auch, bei entsprechender Kompetenz).