Licht und Schatten
Arbeitsatmosphäre
Ich empfand die Arbeitsatmosphäre als hektisch und unorganisiert. Bei einigen Projekten wird die Arbeitszeit in sehr langen Meetings versenkt. Das nervt unglaublich und führt am Ende zu keinem Ergebnis. Bei anderen Projekten wird nur auf die abrechenbaren Stunden geachtet und man steht ständig unter Druck. Freude an der Arbeit habe ich zwar manchmal gehabt, aber es ist ein Auf und Ab.
Kommunikation
Großer Minuspunkt: die Kommunikation. Es kommt vor, dass neue Kollegen ihren ersten Tag haben, aber niemand davon weiß und schnell ein Laptop improvisiert wird.
Warum ist X heute nicht da? Ach, die sind zu fünft beim Kunden. Was ist dann mit dem Meeting nachher?
Aha, Kollege Y ist nur noch halbtags da. Warum? Keine Ahnung.
An welchem Projekt arbeitet Kollege Z? Weiß keiner. Wurde zwar eigentlich festgelegt, aber nur auf dem Papier. Jetzt ist aber eine andere Aufgabe eiliger.
Die Kommunikation wird von wichtigen Leuten für unwichtig erachtet. Hat mich sehr gestört und führte zu viel Kritik hinter vorgehaltener Hand.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt ist gut. Man hilft sich gegenseitig. Ist natürlich von Person zu Person unterschiedlich. Egal ob junger Azubi oder älterer Senior-Entwickler. Man begegnet sich auf Augenhöhe und kann gut zusammen arbeiten.
Teils wird man aber mit Aufgaben allein gelassen. Hat keiner Zeit, einem zu helfen. Das würde ich aber der schlechten Personalplanung zuschreiben.
Work-Life-Balance
Durch die Corona-Zeit hat sich eine Woche mit vier Tagen Home-Office und einem Tag Büro ergeben. Das ist super im Vergleich zu anderen Firmen, wo man viel öfter ins Büro muss. Natürlich ist willkommen, wenn man öfter ins Büro möchte.
Die Arbeitszeiten werden eingehalten und sind in einem gewissen Rahmen flexibel. Es wird aber darauf geachtet, dass alle spätestens um 9 Uhr starten. Teilzeit ist auch kein Problem. Work und Life sind sehr gut vereinbar.
Vorgesetztenverhalten
Schwieriges Thema. Probleme finden ein offenes Ohr und werden besprochen. Auch mehrmals und lange. Danach ist man zufrieden und denkt, es ändere sich nun etwas. Aber Pustekuchen. Es bleibt alles wie es ist. Absprachen werden vergessen. Bestimmte Vorgesetzte sind pauschal bei Meetings zu spät oder geistig nicht anwesend, weil nebenbei Mails getippt werden. Kritik führt zu keiner Besserung. Man lebt damit.
Wir haben zwar unzählige Male über die Meeting-Kultur gesprochen und Regeln festgelegt. Ändern tut sich nichts. Ist aber kein pauschales Problem, sondern sehr Team-abhängig.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben sind immer anders und vielfältig. Kann Fluch und Segen sein. Ich empfand die Aufgaben immer als spannend und lehrreich.
Gleichberechtigung
Branchenüblich mehr Männer als Frauen, aber bei der Einstellung wird gleichberechtigt entschieden. Passt alles.
Umgang mit älteren Kollegen
Das Alter spielt keine Rolle. Mit allen wird gleich umgegangen. Alle werden unabhängig vom Alter respektiert.
Arbeitsbedingungen
Im Büro ist es durch lange Meetings einfach nervig zu arbeiten. Man versucht sich mit Kopfhörern abzuschotten.
Meistens ist man aber eh zu Hause.
Wenn man bessere Ausstattung, ein neues Headset usw. braucht, kann man fragen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
In einer Software-Firma nicht so relevant wie anderswo. Es wird aber auf sinnvolle Spenden zu Weihnachten geachtet (statt Kundengeschenken). Das gefällt mir sehr gut.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt ist abhängig vom eigenen Verhandlungsgeschick. Wer das nicht hat und länger dabei ist, wird schlechter bezahlt als neue Kollegen. Vermutlich aber ein Problem der Branche.
Eine betriebliche Altersvorsorge wird unterstützt.
Image
Nach außen halte ich das Image für gut. Die Geschäftsführung präsentiert das Unternehmen in sehr positivem Licht und ist gut bei der Kundengewinnung.
Karriere/Weiterbildung
Einige Teams oder Personen lernen was Neues und nehmen sich Zeit für das Ausprobieren neuer Tools. Andere Teams haben diese Freiheit nicht. Da werden Tickets so schnell wie möglich abgearbeitet und es ist trotzdem keiner mit der Leistung zufrieden. Dieses Ungleichgewicht hat mich sehr gestört.