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d-fine 
GmbH
Bewertung

Wo Beratung draufsteht, ist zu oft leider nur IT-Dienstleister oder sogar Leiharbeitsfirma drin

3,2
Nicht empfohlen
Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung bei d-fine GmbH in Frankfurt am Main gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Unkomplizierter Bewerbungsprozess, angenehme Atmosphäre, effizientes Backoffice

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Aufgaben und Projekte, Mitarbeitermitsprache/Feedbackkultur und Kommunikation

Verbesserungsvorschläge

Außendarstellung stärker der Realität anpassen: nachhaltige Mitarbeiterbindung funktioniert nicht dadurch, dass man durch geschicktes Marketing ein Bild von der Firma vermittelt, welches sich für viele bereits in den ersten Wochen als Luftschloss herausstellt. Was einerseits Bewerber von d-fine erwarten und was andererseits die späteren Mitarbeiter dann in der Projektarbeit erwartet, könnte unterschiedlicher nicht sein. Das propagierte Bild einer quantitativen, analytischen (Management-)Beratung deckt sich nicht mit dem Alltag als gewöhnlicher IT-Dienstleister.

Arbeitsatmosphäre

Allgemein produktive, entspannte Atmosphäre. Je nach Projekt kann diese aber auch durch zu wenig oder zu viel Arbeit getrübt werden.

Image

Außerhalb seiner Nische ist d-fine größtenteils unbekannt.

Die Kunden selbst haben in der Regel ein positives Bild von d-fine. Dieses Bild beschränkt sich aber leider zu häufig auf den reinen Implementierungsaspekt, und auch dort nur in angestammten Bereichen. So finden die Projekte in der Regel in der IT-Abteilung des Kunden oder bestenfalls als Schnittstelle zum Fachbereich statt. Für fachliche oder strategische Fragestellungen sieht man d-fine selten als den geeigneten Ansprechpartner.

Auch in neuen Geschäftsfeldern fällt es der Firma schwer, Fuß zu fassen. Beispiel: Während alle Welt seit Jahren über AI und Machine Learning spricht und etliche Kollegen mit Erfahrung sowie Interesse in diesen Bereichen jeden Monat neu einsteigen, braucht man wohl keine zwei Hände, um die Berater auf solchen Projekten zu zählen. All das während andere Beratungen großes Wachstum in diesem Bereich verzeichnen.

Work-Life-Balance

Vor Corona waren die 5 Tage beim Kunden/im Hotel eine starke Belastung, die auch nicht voll durch die im Vergleich zu anderen Beratungen geringere Arbeitszeit ausgeglichen wurde. Im Homeoffice ist natürlich vieles enstpannter.

Trotzdem dehnt sich der Arbeitstag zum Teil stark aus: Meetings vor eigentlichem Arbeitsbeginn oder nach eigentlichem Feierabend sind der Alltag. Planbare Zeit für Familie, Freunde und Hobbies ist dadurch wenig gegeben.

Karriere/Weiterbildung

Das Weiterbildungsprogramm mit Mastern, MBAs und Zertifizierungen hätte eigentlich 4-5 Sterne verdient.

Letztlich ist aber die tatsächliche Berufserfahrung, erworben durch die tägliche Projektarbeit, entscheidend für die zukünftige Karriere. Wer jahrelang nur Vendor Software einbaut, dem hilft auch kein MBA in eine Führungsposition. Wer jahrelang nur Datenbanken konfiguriert, dem hilft auch kein Quant Finance Master um später bei der Risikomodellierung in einer Großbank zu landen.

In diesem Sinne sind die Fortbildungen nice to have, aber sie ändern wenig am Gesamtbild. Und dieses ist, dass d-fine als Beratung nur selten eine Abkürzung für die Karriere bietet, aber stattdessen viel zu oft einen Umweg darstellt.

Gehalt/Sozialleistungen

Das Einstiegsgehalt liegt im Vergleich unter anderen Beratungen. In Relation zur Arbeitsbelastung und durch die überdurchschnittlichen Steigerungen bietet d-fine jedoch ein attraktives Gesamtpaket.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Als Beratung naturgemäß weniger nachhaltig als es andere Unternehmen sein können, dennoch ist man durch Corona-Homeoffice inzwischen CO2-neutral. Allgemein hat man das Gefühl, dass das Thema im Bewusstsein angekommen ist.

Kollegenzusammenhalt

Auf die reine Arbeit bezogen sind Zusammenhalt und Hilfsbereitschaft zwischen den (Senior) Consultants stark ausgeprägt. Kontakt zu mittlerem und höherem Management ist seltener, aber allgemein positiv.

Aufgrund der Zielgruppe MINT-Absolventen trifft man aber auch häufiger auf verschlossene Kollegen. Manchmal verbringt man Monate auf dem gleichen Projekt und kennt die Kollegen doch nicht. Vor Corona noch mehrfach erlebt, dass nach Feierabend jeder in seinem Hotelzimmer verschwindet, ohne Interesse an gemeinsamem Teambuilding. Hier werden leider auch durch die Projektmanager häufig keine den Zusammenhalt steigernden Maßnahmen angestoßen.

Umgang mit älteren Kollegen

Mir ist kein negatives Verhalten in welcher Form auch immer aufgefallen.

Vorgesetztenverhalten

Bisher allgemein positive Erfahrungen. Ein Problem bleibt jedoch: wer lange genug bei d-fine ist, wird praktisch automatisch irgendwann in eine Managementposition befördert. Nicht jeder ist aber zur Mitarbeiterführung geeignet. Zu viel Mikromanagement, manchmal Planlosigkeit, ausweichendes Verhalten oder Untertauchen musste ich auch schon erleben.

Arbeitsbedingungen

Die Büros von d-fine selbst sind gut gelegen und top ausgestattet. Auch das gestellte Material (Smartphone, Laptop) sind auf hohem Niveau. Der Projektalltag wird jedoch häufig von den Bedingungen beim Kunden bestimmt, welche sehr unterschiedlich ausfallen können.

Kommunikation

Formal durch Monatsberichte, Jahresgespräche und Projektfeedback vorhanden. Man realisiert aber schnell, dass dahinter doch mehr Einbahnstraße steckt: Verbesserungsvorschläge und Wünsche der Mitarbeiter werden entweder gleich wegargumentiert oder später dann ignoriert. Aus welchen Gründen die Geschäftsführung oder der Vorgesetzte zu welchen Entscheidungen kam, ist häufig völlig unklar.

Paradebeispiel ist das Staffing. Welche Themen der Berater bearbeiten will und welche Entwicklung er sich wünscht wird zwar formal erfragt, spielt jedoch bei der späteren Entscheidung praktisch keine Rolle.

Gleichberechtigung

Habe in meiner Zeit bisher keine negative Diskriminierung erlebt. Neuerdings hat man sich aber selbst eine extra Diversitätskampagne verordnet. Ob das letztlich positive oder negative Auswirkungen hat, wird die Zukunft zeigen.

Interessante Aufgaben

Das wohl größte Problem von d-fine. Die Außendarstellung gegenüber Kandidaten stimmt mit dem Arbeitsalltag nicht überein.

Dass d-fine in den viel beworbenen Themen rund um Quant Finance, Machine Learning, FinTech, Mobility usw. wenig zu bieten hat und stattdessen größtenteils als IT-Dienstleister auftritt, wird den meisten Mitarbeitern sehr schnell bewusst, sobald sie noch während ihrer anfänglichen Schulungen die New-Project-Emails aufmerksam lesen oder erfahren, wo sie und ihre Kollegen auf den ersten Projekten eingesetzt werden. Einige sind dann bereits desillusioniert, andere haben noch Hoffnung, dass einige der thematischen Gruppen doch etwas in den Wunschthemen bieten könnte. Aber auch dort ist fachliche Arbeit nur Mangelware.

Die Projektarbeit wird durch IT-Dienstleistungen wie Releasewechsel, Datenbankkonfiguration, Einbau von Vendor Software und ähnliches dominiert. Teilweise werden Kollegen auch als Leiharbeiter jahrelang bei Kunden in Linienpositionen geparkt.