Ein Schloss aus Wörtern – ein Keller aus Taten
Gut am Arbeitgeber finde ich
Besonders positiv am Arbeitgeber ist die Zusammenarbeit und der Zusammenhalt zwischen den Nachwuchskräften und den Kolleginnen und Kollegen, die ein unterstützendes und kollegiales Arbeitsumfeld schaffen. Auch die Work-Life-Balance ist ausgewogen und ermöglicht eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Zudem wird die Ausbildung durch den Zuschuss für Lehrmittel gefördert, wodurch notwendige Materialien finanziell unterstützt werden.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die Ausbildungsabteilung wirkt überfordert und unstrukturiert. Dies zeigt sich insbesondere daran, dass Anfragen oder Problemstellungen nur verzögert oder teilweise gar nicht beantwortet werden. Dieses wiederkehrende Problem führt dazu, dass viele Nachwuchskräfte zunächst andere Nachwuchskräfte oder Kolleginnen und Kollegen um Rat fragen, bevor sie sich an die Ausbildungsabteilung wenden.
Darüber hinaus wirkt die Ausbildungsabteilung häufig überfordert oder überrascht bei Standard- und wiederkehrenden Prozessen und Ereignissen. Dies erweckt den Eindruck, dass für solche Abläufe keine klar definierten internen Prozesse oder Strukturen existieren.
Das Unternehmen bietet Schülerpraktika an, die formal zur Zuständigkeit der Ausbildungsabteilung gehören. In der Praxis werden die Praktikantinnen und Praktikanten jedoch häufig den Auszubildenden zugeteilt, die dann eigenständig herausfinden müssen, wie sie die Betreuung übernehmen können – eine Aufgabe, die eigentlich nicht zu den regulären Tätigkeiten der Auszubildenden gehört. Dies wirft die Frage auf, ob dies auf Desinteresse der Ausbildungsabteilung oder auf fehlende, klar geregelte Abläufe zurückzuführen ist. Nach meiner Einschätzung ist es jedoch wahrscheinlicher, dass die Abteilung mit ihren bestehenden Aufgaben schlicht überfordert ist.
Die Überforderung und fehlende Struktur der Ausbildungsabteilung zeigt sich auch deutlich im Prozess der Übernahme. Dieser ist weitgehend mangelhaft bzw. praktisch nicht existent. Die Nachwuchskräfte müssen eigenständig herausfinden, wo freie Stellen existieren und welche Abteilungen bereit sind, Nachwuchskräfte zu übernehmen. Zwar wurden mein Jahrgang nach Lebensläufen und Interessen gefragt, jedoch hatten diese Informationen offenbar keinen erkennbaren Einfluss auf den Prozess. Es wurden Sprechstunden zur Übernahme angeboten, in denen meist dieselben Informationen wiederholt wurden. Nach meinen Beobachtungen ist dieser Prozess offenbar seit Jahren unzureichend strukturiert.
Ein bemerkenswertes Phänomen ist, dass erfahrene Nachwuchskräfte den neuen oder jüngeren Kolleginnen und Kollegen häufig empfehlen, den Kontakt zur Ausbildungsabteilung so gering wie möglich zu halten. Diese Empfehlung beruht auf den schlechten Erfahrungen, die die Nachwuchskräfte selbst erlebt haben. Meinen persönlichen Einschätzung nach hat mir dieser Rat geholfen, sodass ich eine entspanntere Ausbildungszeit hatte als einige meiner direkten Mitazubis.
Es ist nicht verwunderlich, dass viele Nachwuchskräfte den Eindruck haben, dass nur zwei bis drei Personen in der Abteilung tatsächlich arbeiten bzw. deutlich mehr leisten als der Rest der Abteilung.
Die oben beschriebenen Probleme liegen meiner Meinung nach in der Verantwortung der Führungskraft der Ausbildungsabteilung, und dass sie nicht angegangen werden, ist meiner Einschätzung nach inakzeptable.
Das größte Problem der Ausbildungsabteilung ist die Führungskraft. Unter den Nachwuchskräften genießt sie nur zurückhaltende Beliebtheit, und immer wieder hörte ich von Nachwuchskräften, die Schwierigkeiten im Umgang mit ihr hatten. Zudem nehme ich die Kommunikationsfähigkeit der Führungskraft als mangelhaft wahr, was sich in verspäteten, unvollständigen oder fehlerhaften Antworten sowie in falschen Anweisungen zeigt. Nach meiner Einschätzung kommt es auch vor, dass die Führungskraft fehlerhafte oder fragwürdige Anweisungen gibt und sich über bestehende Prozesse und Regelungen hinwegzusetzen.
Viele Nachwuchskräfte berichten von Stress im Umgang mit der Führungskraft – dies weiß ich aus persönlichen Gesprächen mit anderen Nachwuchskräften. Nach meiner Einschätzung wäre einen Austausch der Führungskraft im sinne vieler Nachwuchskräfte. Für die Betroffenen gibt es jedoch derzeit keine effektive Möglichkeit, dieses Empfinden oder das Fehlverhalten offiziell zu melden.
Die Abteilung sollte neu strukturiert werden, und im Rahmen dieser Neuorganisation wäre es empfehlenswert, die derzeitige Führungskraft auszutauschen.
Verbesserungsvorschläge
Ich würde empfehlen, Kununu-Bewertungen ernst zu nehmen und Beschwerden sowie Verbesserungsvorschläge konsequent umzusetzen.
Die Ausbildungsabteilung bedarf einer grundlegenden Überarbeitung. Eine umfassende Restrukturierung erscheint erforderlich, da sich ohne sie keine nachhaltigen Verbesserungen erzielen lassen. Die meisten Probleme und Herausforderungen, wie sie von den Nachwuchskräften wahrgenommen werden, lassen sich unmittelbar auf die Abteilung zurückführen – insbesondere auf die Führungsebene der Abteilung.
Nach meiner Einschätzung sollte das Unternehmen seine Aktivitäten im Bereich Ausbildung deutlich stärker unterstützen – sowohl finanziell als auch organisatorisch.
Es sollte eine Möglichkeit geschaffen werden, Fehlverhalten von Führungskräften anonym und unkompliziert zu melden.
Darüber hinaus wäre es wünschenswert, dass Führungskräfte die Abläufe und Verfahren sicher beherrschen, mit den geltenden Bestimmungen vertraut sind und wissen, wie diese in der Praxis sinnvoll angewendet werden.
Meines Erachtens sollte in einem Unternehmen, das für Gruppengrößen von maximal 30 Personen ausgelegt ist, keine Abteilung existieren, der etwa 200 Nachwuchskräfte zugeordnet sind – zumindest nicht in der Form, wie sie derzeit aufgebaut ist
Die Ausbilder
Die Qualität der Ausbilder zeigt kein einheitliches Bild. Während einige mit spürbarem Engagement, fachlicher Kompetenz und menschlicher Aufmerksamkeit die Ausbildung begleiten und die Entwicklung der Auszubildenden fördern, bleibt diese Haltung bei anderen deutlich zurück. In solchen Fällen werden Verantwortlichkeiten weitergereicht, Aufgaben an andere Mitarbeitende oder Auszubildende abgegeben, und eine verlässliche Betreuung verliert sich. Vereinzelt gibt es zudem Ausbilder, deren Verhalten von Auszubildenden unterschiedlicher Jahrgänge als so belastend empfunden wird, dass der Kontakt – sofern möglich – gemieden wird oder bereits von den Ausbildern selbst eingestellt wurde.
Spaßfaktor
Der positive Aspekt der Ausbildung lag vor allem im Austausch und in der Zusammenarbeit mit meinen Auszubildenden- und dualen Studierendenkollegen
Aufgaben/Tätigkeiten
Die Qualität der Aufgaben und Tätigkeiten während der Ausbildung erwies sich insgesamt als unzureichend. Die gemachten Erfahrungen zeigen, dass oft nur wenige oder gar keine sinnvollen Aufgaben zur Verfügung standen. Dafür lassen sich mehrere Ursachen ausmachen: die kurzen Einsatzzeiten von lediglich zwei bis drei Wochen pro Abteilung, fehlende oder unzureichende Ausbildungskonzepte sowie Abteilungen, die ihrer Ausbildungsaufgabe lediglich aus formaler Verpflichtung nachkommen oder diese kaum aktiv wahrnehmen. In solchen Fällen werden Auszubildende eher wie Praktikanten behandelt, anstatt gezielt gefördert zu werden.
Tatsächlich umfassten die Tätigkeiten während der Ausbildung unter anderem das Planen und Einrichten von Netzwerken, das Automatisieren von Abläufen, Virtualisierungsaufgaben, das Arbeiten mit Containern, das Schreiben von Programmierskripten, das Organisieren und Betreuen von Praktikanten, das Beobachten von Arbeitsabläufen oder Tätigkeiten von Kollegen – sei es im Stehen oder Sitzen –, das Mitfahren im Auto sowie Aufgaben im Projektmanagement.
Variation
Die Variation der Tätigkeiten während der Ausbildung war, wie bereits dargelegt, grundsätzlich angemessen. Wie förderlich diese Vielfalt jedoch für die fachliche Entwicklung der Auszubildenden war, bleibt offen.
Respekt
Auch wenn Respekt und Respektlosigkeit stets subjektive Wahrnehmungen sind, kann ich festhalten, dass ich während der Ausbildung grundsätzlich respektvoll behandelt wurde. Gleichzeitig sei erwähnt, dass ich den Personen, die von den Nachwuchskräften als problematisch wahrgenommen wurden, bewusst aus dem Weg ging und versuchte, möglichst unauffällig zu bleiben
Karrierechancen
Die Möglichkeit, innerhalb des Unternehmens Karriere zu machen, wird klar gefördert. Dies schließt sowohl den Aufstieg vom Auszubildenden in eine Führungsposition, etwa zum Gruppenleiter, als auch den Wechsel zwischen unterschiedlichen Karrierewegen ein.
Arbeitsatmosphäre
Die Atmosphäre im Unternehmen wird stark von den Personen geprägt, mit denen man interagiert. In meinem Fall war sie überwiegend frei, freundlich, humorvoll und unterstützend. Dies trifft auf den Großteil der Mitarbeitenden zu. Es gibt jedoch auch Situationen, in denen die Interaktion mit bestimmten Personen oder Gruppen zu einer angespannten, unangenehmen oder einschüchternden Atmosphäre führen kann. Da ich generell versuchte, möglichst unauffällig zu bleiben, hatte ich nur wenig Interaktion mit diesen Personen oder Gruppen, erhielt aber dennoch aus Gesprächen und Beobachtungen Informationen über solche Situationen.
Ausbildungsvergütung
ich bin zufrieden mit der Ausbildungsvergütung; es gibt keinen Grund zur Beschwerde.
Arbeitszeiten
Die Work-Life-Balance im Unternehmen ist ausgewogen und erlaubt eine harmonische Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben.


