Werkstudenten auf Abstand
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Titel: Mehr Schein als Sein – als Werkstudent kaum Perspektiven
Ich war als Werkstudent im Bereich Außendienst tätig und habe die Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen größtenteils als angenehm empfunden. Leider überwiegt im Rückblick aber die Enttäuschung über die fehlenden Entwicklungsmöglichkeiten.
Mein größter Kritikpunkt ist, dass Werkstudierende, unabhängig davon, wie lange sie bereits im Unternehmen sind oder welche Leistungen sie erbracht haben, aus meiner Sicht kaum wahrgenommen werden. Aktuell gibt es praktisch keine realistische Chance auf eine Übernahme.
Besonders frustrierend war für mich der interne Bewerbungsprozess. Innerhalb von ein bis zwei Monaten habe ich mich auf über 30 interne Stellen beworben und ausschließlich Absagen erhalten. Teilweise wurde mir mitgeteilt, dass die Stelle bereits besetzt sei oder man sich bereits für jemanden entschieden habe, obwohl die Ausschreibung erst kurz zuvor veröffentlicht worden war. Dadurch entstand bei mir der Eindruck, dass interne Stellen häufig schon vorab vergeben sind und der Bewerbungsprozess eher pro forma stattfindet. Das hat mein Vertrauen in faire Entwicklungschancen deutlich beeinträchtigt.
Auch die allgemeine Stimmung im Unternehmen habe ich zuletzt als zunehmend unsicher wahrgenommen. Die Veränderungen auf Führungsebene und die zahlreichen personellen Wechsel haben bei mir nicht den Eindruck von Stabilität vermittelt. Gleichzeitig wirkt es so, als ziehe sich DATEV aus bestimmten Märkten zurück und konzentriere sich weiterhin fast ausschließlich auf den deutschen Markt. Während viele andere große Unternehmen international wachsen, sehe ich darin persönlich eher begrenzte Zukunfts- und Karriereperspektiven.
Für Studierende, die lediglich ein Pflichtpraktikum absolvieren oder erste Berufserfahrung sammeln möchten, kann DATEV durchaus interessant sein. Wer jedoch auf eine langfristige Perspektive oder eine Übernahme hofft, sollte sich meiner Erfahrung nach nicht zu viele Erwartungen machen. Zumindest aktuell würde ich mich nicht noch einmal für das Unternehmen entscheiden.
Nach außen wirkt vieles modern und attraktiv, intern habe ich jedoch eine andere Realität erlebt. Für mich gilt daher: mehr Schein als Sein.


