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Bewertung

Werkstudenten auf Abstand

2,3
Nicht empfohlen
Ex-Werkstudent/inHat bis 2025 im Bereich Vertrieb / Verkauf bei DATEV IT Dienstleistungs- und Service GmbH in Nürnberg gearbeitet.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Titel: Mehr Schein als Sein – als Werkstudent kaum Perspektiven

Ich war als Werkstudent im Bereich Außendienst tätig und habe die Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen größtenteils als angenehm empfunden. Leider überwiegt im Rückblick aber die Enttäuschung über die fehlenden Entwicklungsmöglichkeiten.

Mein größter Kritikpunkt ist, dass Werkstudierende, unabhängig davon, wie lange sie bereits im Unternehmen sind oder welche Leistungen sie erbracht haben, aus meiner Sicht kaum wahrgenommen werden. Aktuell gibt es praktisch keine realistische Chance auf eine Übernahme.

Besonders frustrierend war für mich der interne Bewerbungsprozess. Innerhalb von ein bis zwei Monaten habe ich mich auf über 30 interne Stellen beworben und ausschließlich Absagen erhalten. Teilweise wurde mir mitgeteilt, dass die Stelle bereits besetzt sei oder man sich bereits für jemanden entschieden habe, obwohl die Ausschreibung erst kurz zuvor veröffentlicht worden war. Dadurch entstand bei mir der Eindruck, dass interne Stellen häufig schon vorab vergeben sind und der Bewerbungsprozess eher pro forma stattfindet. Das hat mein Vertrauen in faire Entwicklungschancen deutlich beeinträchtigt.

Auch die allgemeine Stimmung im Unternehmen habe ich zuletzt als zunehmend unsicher wahrgenommen. Die Veränderungen auf Führungsebene und die zahlreichen personellen Wechsel haben bei mir nicht den Eindruck von Stabilität vermittelt. Gleichzeitig wirkt es so, als ziehe sich DATEV aus bestimmten Märkten zurück und konzentriere sich weiterhin fast ausschließlich auf den deutschen Markt. Während viele andere große Unternehmen international wachsen, sehe ich darin persönlich eher begrenzte Zukunfts- und Karriereperspektiven.

Für Studierende, die lediglich ein Pflichtpraktikum absolvieren oder erste Berufserfahrung sammeln möchten, kann DATEV durchaus interessant sein. Wer jedoch auf eine langfristige Perspektive oder eine Übernahme hofft, sollte sich meiner Erfahrung nach nicht zu viele Erwartungen machen. Zumindest aktuell würde ich mich nicht noch einmal für das Unternehmen entscheiden.

Nach außen wirkt vieles modern und attraktiv, intern habe ich jedoch eine andere Realität erlebt. Für mich gilt daher: mehr Schein als Sein.


Arbeitsatmosphäre

Image

Work-Life-Balance

Karriere/Weiterbildung

Gehalt/Benefits

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Kollegenzusammenhalt

Umgang mit älteren Kollegen

Vorgesetztenverhalten

Arbeitsbedingungen

Kommunikation

Gleichberechtigung

Interessante Aufgaben

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Arbeitgeber-Kommentar

Stefan Scheller, Arbeitgeberkommunikation
Stefan SchellerArbeitgeberkommunikation

Liebe Kollegin,
lieber Kollege,

erst einmal danke für Deine Bewertung. Dein Eindruck von unserem Unternehmen ist zweigeteilt – und das verstehe ich gut. Auf der einen Seite war das Arbeiten im Außendienst toll, auf der anderen Seite konnten Deine Erwartungen bzw. Hoffnungen auf eine Übernahme nicht erfüllt werden.

Tatsächlich konsolidieren sich die Mitarbeitendenzahlen gerade rund um 9.000. Das teilweise deutliche Wachstum bei der Anzahl der Kolleginnen und Kollegen der letzten Jahre, gibt es aktuell nicht mehr. Stellen werden nachbesetzt, ansonsten ist vieles -wie übrigens bei den meisten Unternehmen derzeit- „in Wartestellung“.

Die Transformation der Organisation ist eine große Herausforderung, auch und gerade für die Mitarbeitenden, zu denen ich Dich zähle. Veränderungsdynamiken übersteigen bisweilen die Veränderungsfähigkeit von Teilen der Organisation. Das erzeugt mancherorts Spannungen, die viele so nicht gewohnt waren. Im Grunde ist das für eine derart stabile Organisation wie DATEV, die seit über 60 Jahren für sichere Arbeitsplätze und zukunftsfähige Lösungen steht, auch notwendig.

Mit Blick auf die Situation auf dem Arbeitsmarkt allgemein, bin ich auch sehr froh, dass das Unternehmen eher vorsichtig agiert, was Neueinstellungen angeht, trotzdem aber keinen „hiring freeze“ hat, also gar nicht mehr einstellt, wie zahlreiche andere Unternehmen.

Dass die Aussichten für Werkstudierende schon einmal besser waren, stimmt. Aber ich sehe hier einen normalen Zyklus in der Wirtschaft, der auch wieder einmal vorüber geht. Das mag der einzelnen Person nicht wirklich helfen, klar. Aber oft lernt man erst zu schätzen, was man hatte, wenn man auch anderes gesehen und erlebt, bzw. in diesem Fall woanders gearbeitet hat.

Und wer weiß, vielleicht sehen wir uns ja trotzdem irgendwann als Kolleg:innen wieder. Ich wünsche Dir weiterhin viel Zuversicht und drücke (ganz ernst gemeint) alle Daumen für Deinen weiteren beruflichen Weg.

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Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.