DCON als Durchlauferhitzer: Schnell heiß, schnell verbrannt
Gut am Arbeitgeber finde ich
DCON ist als Sprungbrett zu sehen um in einen interessanten Markt zu starten, Kontakte zu knüpfen, Mitbewerber kennenzulernen und erste Erfahrungen zu sammeln.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Nach meinem Eindruck wirkt die Führung stark kontrollorientierend und wenig vertrauensvoll. Entscheidungen werden oft zentralisiert getroffen, und Mitarbeitende haben nur begrenzten Einfluss auf Prozesse. Besonders belastend empfinde ich die unausgesprochene Überstundenkultur, die private Zeit zur Nebensache macht. Privateleben und echte Wertschätzung für Mitarbeitende findet man hier vergebens.
Verbesserungsvorschläge
Das Unternehmen sollte in erster Linie an seiner Führungskultur und Kommunikation arbeiten. Entscheidungen wirken oft unklar oder widersprüchlich, was Unsicherheit im Team erzeugt. Weniger Mikromanagement und mehr Vertrauen in die Mitarbeitenden würden nicht nur die Motivation, sondern auch die Effizienz steigern. Gleichzeitig wäre es wichtig, eine moderne Arbeitskultur zu etablieren, die Work-Life-Balance nicht nur als Schlagwort versteht.
Arbeitsatmosphäre
Meines Erachtens, lässt sich die Arbeitsatmosphäre als neutral bezeichnen. Allerdings wird vieles stark von oben vorgegeben, begleitet von ausgeprägtem Mikromanagement. Wichtige Themen bleiben oft liegen oder werden nicht konsequent entschieden. Die Geschäftsführung wirkt in zentralen Fragen uneinig, vereint zugleich mehrere leitende Rollen auf sich und zeigt ein deutliches Bedürfnis nach Kontrolle – oder zumindest nach Nähe zu allen Entscheidungsprozessen. Das führt zu Unsicherheit im Alltag und hemmt eigenständiges Arbeiten und Kreativität.
Image
Soweit ich das beurteilen kann präsentiert sich das Unternehmen nach außen modern, professionell und mit einem klaren Fokus auf Technologie und Teamgeist. Intern zeigt sich jedoch ein anderes Bild: Viele Mitarbeitende empfinden die gelebte Realität als deutlich weniger dynamisch und offen, als es die Außendarstellung vermuten lässt.
Das Selbstbild als innovativer Arbeitgeber mit starkem Zusammenhalt wirkt daher oft überzeichnet. Während Marketing und Recruiting ein attraktives Gesamtpaket vermitteln, bröckelt dieses Image im Arbeitsalltag schnell – vor allem durch mangelnde Transparenz, starre Strukturen und eine teils angespannte Unternehmenskultur.
Work-Life-Balance
Meines Erachtens ist die Work-Life-Balance in der Praxis kaum vorhanden. Vorgeschriebene Anwesenheitstage schränken die Flexibilität spürbar ein und lassen wenig Raum für individuelle Lebenssituationen. Besonders problematisch ist die unausgesprochene Erwartung, dass Überstunden in der Projektarbeit selbstverständlich sind – teils fast wie eine Form der Indoktrinierung, der sich vor allem Junior-Mitarbeitende nur schwer entziehen können. Wenn Ausschreibungen kurzfristig fertiggestellt werden müssen, wird die Balance ganz schnell zur Nebensache.
Als vermeintlicher Ausgleich gibt es gelegentlich Pizza-Partys oder „Teamabende“ – gut gemeint, aber letztlich ein Symbol dafür, dass Freizeit mehr und mehr ins Büro verlagert wird.
Karriere/Weiterbildung
Nach meinem Eindruck, wirkt es so als wären Karrierechancen vorhanden, aber stark begrenzt. Durch die flachen Hierarchien gibt es nur wenige echte Aufstiegsmöglichkeiten. Juniors werden sehr schnell befördert, was zum einen natürlich förderlich für die Leistung und Motivation ist, zum anderen natürlich zu einer höheren Abrechenbarkeit gegenüber Kunden führt.
Wissenstransfer findet vor allem im Projektalltag statt, selten in einem geplanten Rahmen.
Gehalt/Benefits
Nach meinem Empfinden liegt das Gehalt im Vergleich zur Branche im Mittelfeld. Leistungsbereitschaft und Engagement spiegeln sich nur begrenzt in der Vergütung wider, wie ich finde.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Ich habe den Eindruck, dass das Unternehmen sich nach außen umweltbewusst gibt, intern wirkt vieles jedoch eher nach Symbolik als nach echter Überzeugung. Es gibt zwar einzelne Initiativen und Kommunikationsmaßnahmen, die Nachhaltigkeit betonen und auf Präsentationen gut aussehen, doch im Alltag spielt das Thema kaum eine Rolle.
Kollegenzusammenhalt
Bei aller Kritik sollte erwähnt werden, dass das Miteinander im Kollegenkreis offen und hilfsbereit ist – auch über Abteilungen hinweg. Das spricht für ein Recruiting, das zumindest auf soziale Passung achtet.
Vorgesetztenverhalten
Für mich wirkt es so, als ob die Geschäftsführung in zentralen Fragen häufig uneinig wirkt, vereint zugleich mehrere leitende Rollen auf sich und zeigt ein ausgeprägtes Bedürfnis nach Kontrolle.
Man hat den Eindruck, dass die Führung kaum außerhalb der Arbeit stattfindet – das Unternehmen steht klar im Mittelpunkt ihres Lebens. Diese Haltung überträgt sich auf das Team, wo Überengagement oft als Maßstab gilt. Eigene Ideen oder andere Wege werden selten zugelassen; meist zählt nur der eigene Ansatz der Führung. Insgesamt entsteht das Bild einer Leitung, die alles am liebsten selbst machen würde – und der es schwerfällt, Kontrolle abzugeben oder Verantwortung wirklich zu teilen.
Arbeitsbedingungen
Ich persönlich finde, dass die technische Ausstattung grundsätzlich solide ist, aber nicht immer auf dem neuesten Stand. Gerade wer Wert auf Individualisierung legt, wird im eng bemessenen IT-Equipment an seine Grenzen stoßen. Egal ob es der zweite Monitor fürs Home-Office oder eine breitere Auswahl an Bluetooth Headset und -phones ist. Besonders die verpflichtenden Vor-Ort-Tage schmälern den Komfort, da Flexibilität und Homeoffice-Regelungen nur begrenzt möglich sind.
Insgesamt sind die Bedingungen in Ordnung, aber weit entfernt von dem, was man in der IT-Branche heute als modernen Arbeitsplatz bezeichnen würde.
Kommunikation
Nach meinem Empfinden werden Informationen häufig gefiltert, Entscheidungen sind für Mitarbeitende selten transparent und Austausch findet vor allem reaktiv statt – meist dann, wenn bereits Probleme entstanden sind. Konstruktives Feedback wird zwar gelegentlich eingefordert, hat aber spürbar wenig Einfluss auf tatsächliche Veränderungen. Insgesamt entsteht der Eindruck, dass Kommunikation eher als Mittel zur Steuerung verstanden wird, nicht als Grundlage für Vertrauen oder Zusammenarbeit. Offenheit und Feedbackkultur wird zwar immer wieder in Gesamtmeetings propagiert, aber mehr als ein weiteres Feature in der Liste der Benefits ist es nicht.
Gleichberechtigung
In puncto Gleichberechtigung gibt es wenig zu beanstanden. Frauen und Männer werden gleichermaßen respektvoll behandelt, und Unterschiede im Umgang oder bei der Aufgabenverteilung sind kaum wahrnehmbar. Auch in gemischten Teams herrscht ein offener, sachlicher Ton, der auf Leistung und Zusammenarbeit ausgerichtet ist. Ebenso gibt es viele Frauen in Führungspositionen. Insgesamt ein Bereich, in dem DCON vieles richtig macht.
Interessante Aufgaben
Mein Eindruck ist, dass die übertragenen Aufgaben grundsätzlich der Stellenbeschreibung entsprechen – zumindest zu Beginn. Langfristig bleibt das jedoch selten konstant: Prioritäten und Paradigmen wechseln gefühlt im Quartalstakt. Projekte, die anfangs als besonders wichtig gelten, verlieren plötzlich an Bedeutung oder werden komplett gestoppt – vor allem, wenn es sich um interne Themen handelt, die keinen direkten Kundennutzen haben.
Effizienz spielt dabei oft nur eine untergeordnete Rolle. Hauptsache, das Budget wird geschont – auch wenn das in der Praxis zu fragwürdigen Entscheidungen führt. So kommt es schon einmal vor, dass zwei Mitarbeitende nach einer Messe noch eine Stunde lang einen Leihwagen zurückbringen müssen, statt einfach eine Abholung am Folgetag zu organisieren.

