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Debtist 
GmbH
Bewertung

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Start-up-Spirit mit Nebenwirkungen

2,4
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung nicht mehr im Bereich Produktion in Bad Dürkheim gearbeitet.

Verbesserungsvorschläge

Das beeindruckende "Storytelling" sollte einem Realitätscheck unterzogen werden

Arbeitsatmosphäre

Die Atmosphäre profitierte ungemein von der Remote-Möglichkeit, die eine konzentrierte Arbeitsweise ohne die üblichen Büroeinflüsse erlaubte. Digital wurde die Kultur jedoch von einer beeindruckenden "Transparenz" geprägt: Alle Leistungswerte waren für jeden einsehbar. Dieser Ansatz sorgte für einen stetigen Ansporn, sich mit den Kollegen zu messen. Die Kriterien für die Bewertungen waren dabei nicht immer auf den ersten Blick ersichtlich, was die Bewertung bis zum Erscheinen der neuen Bewertung spannend hielt.

Image

Das Narrativ vom "Modernisierer" der Inkassobranche ist stärker als die tatsächliche technische Innovation im Marktvergleich. Der wahre Störfaktor war für mich aber die anvisierte Kundenstruktur. Diese ist so fragwürdig, dass sie für mich zum Kündigungsgrund wurde.

Work-Life-Balance

Die Balance zwischen Arbeit und Freizeit liegt hier quasi in der Hand jedes Einzelnen. Solange die Performance-Ziele erfüllt wurden, war die Einhaltung der Arbeitszeiten kein Thema. Ein sehr leistungsorientierter Ansatz zur Work-Life-Balance.

Karriere/Weiterbildung

Weiterbildung ist Privatsache. Wer sich entwickeln will, muss das selbst in die Hand nehmen, was mir persönlich entgegenkam. Karriereschritte sind möglich, allerdings vor allem auf dem Papier. Man hat den Eindruck, dass neue Jobtitel ein probates Mittel sind, um Engagement und Betriebszugehörigkeit zu honorieren, ohne die bestehenden Strukturen oder Aufgabenbereiche wesentlich anzupassen.

Gehalt/Benefits

Das Gehalt ist durchschnittlich. Das ist insofern eine interessante Tatsache, als das Unternehmen selbst von einer überdurchschnittlichen Bezahlung spricht. Man muss jedoch anerkennen, dass das Gehalt eine faire Entlohnung für eine 40-Stunden-Woche bei normalem Stresslevel wäre – die gefühlte und geforderte Intensität geht jedoch oft darüber hinaus. Die Sozialleistungen sind vorhanden und entsprechen dem, was man heute als Minimum erwarten kann.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Sozial- und Umweltbewusstsein sind Themen, die in der Außendarstellung vieler Firmen eine Rolle spielen. Im Arbeitsalltag hier waren sie jedoch kaum spürbar. Angesichts der täglichen Interaktion mit der spezifischen Kundenstruktur wirkte der Gedanke an "Sozialbewusstsein" oft deplatziert. Auch ökologische Aspekte fanden im operativen Geschäft keine nennenswerte Beachtung.

Kollegenzusammenhalt

Der Zusammenhalt war stark von den individuellen Beziehungen abhängig. Grundsätzlich wirken die meisten Kollegen nicht unprofessionell, jedoch schwebte die allgegenwärtige Leistungsbewertung spürbar über der Zusammenarbeit. Man hatte den Eindruck, dass dies zu einer gewissen Zurückhaltung führte und ein wirklich tiefes, vertrauensvolles Miteinander erschwerte. Jeder war letztlich auf die eigene Performance fokussiert, was eine offene Teamdynamik naturgemäß einschränkt.

Umgang mit älteren Kollegen

Langjährige Berufserfahrung schien bei der Zusammensetzung der Teams eine untergeordnete Rolle zu spielen, der Fokus lag klar auf frischen Impulsen. Wie der Umgang mit Kollegen jenseits der 50 aussehen würde, kann ich daher nicht beurteilen – die Situation kam schlicht nicht vor.

Vorgesetztenverhalten

Menschlich absolut in Ordnung. Der Führungsstil ist sehr "hands-on" und von jugendlichem Elan geprägt. Fachliche Tiefe und strategische Führung im klassischen Sinne waren weniger präsent. Ein Führungsstil, der direkt von der Uni kommt – mit all seinen Vor- und Nachteilen.

Arbeitsbedingungen

Hoher Leistungsdruck ist hier an der Tagesordnung. Die Flexibilität des Remote-Modus macht vieles davon erträglich. Auf Dauer stellt sich jedoch die Frage nach dem Selbstrespekt, wenn man in einem Umfeld arbeitet, dessen Bedingungen man mehr "aushält" als "gestaltet". Meine Antwort darauf war zumindest die Kündigung.

Kommunikation

Die Kommunikationswege sind beeindruckend kurz und direkt. Besonders die schriftliche Kommunikation aus der Personalabteilung zeichnet sich durch einen sehr modernen, beinahe KI-generiert wirkenden Stil aus, was für eine ganz eigene sprachliche Note sorgt. Zudem wird eine interessante Form der asymmetrischen Transparenz gelebt: Kritik von der Führungsebene wird effizient und für jeden nachvollziehbar nach unten kaskadiert, während bei eigenen Anliegen um höchste Diskretion und den direkten Weg gebeten wird.

Gleichberechtigung

Das Unternehmen legt nach außen hin erkennbar großen Wert auf Diversität und eine ausgeglichene Repräsentation. Im Arbeitsalltag lernt man jedoch, eine wichtige Unterscheidung zu treffen, die der Firma am Herzen zu liegen scheint: dass Gleichstellung, also die rein quantitative Verteilung, nicht zwangsläufig mit gelebter Gleichberechtigung im Sinne von tatsächlicher Chancengleichheit und fairer Behandlung in jeder Situation gleichzusetzen ist. Für mich zumindest eine lehrreiche Erfahrung.

Interessante Aufgaben

Die Aufgaben boten zwar wenig fachliche Varianz, dafür aber ein intensives Training im Bereich der Deeskalation und des Konfliktmanagements. Die Interaktionen mit den Schuldnern sorgten für unvergessliche Einblicke in menschliche Schicksale und stellten sicher, dass kein Tag emotional wie der andere war. Ein Job, der einen definitiv charakterlich fordert und formt.

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Puls

Bewertungen zeigen das große Ganze. Puls zeigt den Moment.

Wie läuft deine Arbeitswoche?

Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.