Toxische Führung, fehlende Kommunikation - menschlich und fachlich einfach nur enttäuschend
Gut am Arbeitgeber finde ich
1. Kollegenzusammenhalt: Guter Teamgeist und Unterstützung in stressigen Zeiten.
2. Karriere und Weiterbildung: Chancen zur Weiterbildung, wenn man sich einbringt.
3. Flexible Arbeitszeiten und Homeoffice: Gute Work-Life-Balance, vor allem für den Bürobereich.
4. Moderne Arbeitsbedingungen: Top Arbeitsumfeld im SSC mit guter Ausstattung.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
1. Toxische Führung: Wenig Unterstützung, viel Druck und mangelnde Transparenz.
2. Schlechte Kommunikation: Wichtige Infos kommen zu spät oder gar nicht.
3. Unrealistische Arbeitszeiten: Lange Arbeitstage und ständige Erreichbarkeit sind die Norm.
4. Fehlende Wertschätzung: Kaum Anerkennung weder für die getane Arbeit noch für Einsatz etc.
5. Schlechtes Image und hohe Fluktuation: Geringes Ansehen in den Praxen und hohe Mitarbeiterfluktuation.
Verbesserungsvorschläge
1. Führung verbessern: Klare Kommunikation und Verantwortung durch Führungskräfte. Keine Bloßstellungen mehr.
2. Mitarbeiter wertschätzen: Mehr Anerkennung und Wertschätzung im Alltag und bei Verabschiedungen.
3. Kommunikation optimieren: Offene und regelmäßige Kommunikation auf allen Ebenen.
4. Nachhaltigkeit fördern: Unnötige Inlandsflüge vermeiden und mehr auf Effizienz und Umweltbewusstsein achten.
5. Gehaltserhöhungen transparent gestalten: Individuelle Leistungen bei Gehaltserhöhungen berücksichtigen, nicht pauschale Erhöhungen.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre ist geprägt von Druck, Kontrolle und fehlender Wertschätzung. Statt Unterstützung herrscht Misstrauen, Feedback gibt es nur, wenn etwas schiefläuft – meist in Form öffentlicher Bloßstellung. Führungskräfte tragen aktiv zu einem toxischen Klima bei, persönliche Befindlichkeiten beeinflussen den Umgang mit Mitarbeitenden stark.
Wer kündigt, wird sofort ausgegrenzt – aus Systemen entfernt, aus Organigrammen gestrichen, Verabschiedungen finden nicht statt. Offenheit, Ehrlichkeit und Vertrauen fehlen. Man fühlt sich allein gelassen, ständig unter Rechtfertigungsdruck – ein belastendes Umfeld ohne Raum für echte Entwicklung.
Image
Nach außen gibt man sich modern und innovativ – in den Praxen ist das Bild ein ganz anderes. Dein Dental hat dort teils einen erschreckend schlechten Ruf, und das kommt nicht von ungefähr. Der Unterschied zwischen Außendarstellung und tatsächlicher Kultur ist groß – hier müsste dringend mehr Substanz hinter die Marke gebracht werden.
Work-Life-Balance
Grundsätzlich gab es flexible Arbeitszeiten und die Möglichkeit für Homeoffice, was die Work-Life-Balance auf dem Papier gut aussehen lässt. Allerdings wurde in der Realität häufig erwartet, auch spätabends erreichbar zu sein. Überstunden waren die Regel, und eine klare Trennung zwischen Arbeit und Freizeit war nicht möglich.
Wer sich seine Zeit gut selbst einteilen konnte und keine Reisetätigkeit hatte, konnte sich immerhin Freiräume schaffen – das war ein kleiner, aber wichtiger Pluspunkt im sonst sehr belastenden Arbeitsumfeld.
Karriere/Weiterbildung
Wer Eigeninitiative zeigt, bekommt Chancen. Weiterbildungen wurden grundsätzlich ermöglicht und auch unterstützt – das war ein positiver Aspekt. Es gab die Möglichkeit, sich fachlich weiterzuentwickeln, wenn man sich selbst dafür stark gemacht hat. Hier war mehr drin als in vielen anderen Bereichen.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt ist nicht überdurchschnittlich, aber okay. Problematisch ist, dass vertraglich vereinbarte oder individuell zugesagte Erhöhungen nicht transparent umgesetzt werden. Stattdessen bekommt am Ende jeder pauschal 2 % – was aber niemand offiziell weiß. Individuelle Vereinbarungen wirken im Nachhinein intransparent und unehrlich. Sozialleistungen sind durchschnittlich, aber nichts Besonderes.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein spielen kaum eine Rolle. Es wird häufig und völlig unnötig geflogen – selbst innerhalb Deutschlands. Ein besonders absurdes Beispiel: Zwei Mitarbeitende mussten für ein Meeting einfliegen, bei dem die beiden Geschäftsführer dann per Teams aus dem Homeoffice zugeschaltet waren. Solche Aktionen zeigen, dass Effizienz und Umweltbewusstsein keine echte Priorität haben. Auch im sozialen Bereich bleibt vieles Fassade – sichtbar engagiert man sich nur dort, wo es nach außen gut aussieht.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt im direkten Team war einer der wenigen positiven Aspekte. Man unterstützt sich gegenseitig, hilft sich auch in stressigen Phasen und versucht, gemeinsam durch schwierige Situationen zu kommen. Gerade unter dem hohen Druck und der oft chaotischen Führung war das Team ein stabiler Anker.
Auch beim Abschied haben sich die Kolleg*innen selbst organisiert und Wertschätzung gezeigt – unabhängig davon, wie die Führung damit umgegangen ist. Der gute Teamgeist war oft das, was den Alltag überhaupt erträglich gemacht hat.
Umgang mit älteren Kollegen
Der Umgang mit älteren Kollegen lässt sich schwer beurteilen, da es kaum welche gibt. Drei Jahre Betriebszugehörigkeit gelten intern schon als „lang“, was viel über die Fluktuation aussagt. Die Belegschaft ist insgesamt sehr jung, ältere Mitarbeitende finden sich fast ausschließlich auf C-Level-Ebene. Altersdiversität ist in den operativen Teams kaum vorhanden – entsprechend fehlt auch eine echte Kultur des generationenübergreifenden Arbeitens.
Vorgesetztenverhalten
Führung basiert stark auf Kontrolle, Druck und persönlichen Befindlichkeiten. Probleme werden nicht offen angesprochen, stattdessen wird hinter dem Rücken schlecht geredet oder in Meetings bloßgestellt. In 1:1-Gesprächen herrscht hingegen oft künstliche Freundlichkeit, was ein ungutes, manipulatives Gefühl hinterlässt. Unterstützung oder Rückhalt durch die Teamleitung gab es nicht – im Gegenteil: man wurde häufig allein gelassen. Kritikfähigkeit und echte Führungskompetenz waren nicht erkennbar. Du kannst dich darauf einstellen wenn du nach Hilfe bei manchen Vorgesetzen (insbesondere dem C-Level) fragst, kriegst du die Frage zurück gespiegelt, hast du noch eine Idee was wir hier machen könnten? Erarbeitung einer Lösung oder Hilfe ist hier überhaupt nicht vorhanden.
Arbeitsbedingungen
m Shared Service Center (SSC) sind die Arbeitsbedingungen größtenteils sehr gut – moderne Ausstattung, ergonomische Arbeitsplätze und gute technische Infrastruktur. Anders sieht es in vielen Praxen aus: Dort sind die Bedingungen häufig veraltet, unorganisiert und nicht vergleichbar mit dem Standard im SSC. Auch die Unterstützung durch zentrale Stellen ist dort oft unzureichend, was den Arbeitsalltag für Praxispersonal deutlich erschwert.
Kommunikation
Kommunikation findet selten offen oder klar statt. Wichtige Infos erfährt man oft zu spät oder gar nicht – Umstrukturierungen oder Zuständigkeitswechsel werden nicht transparent kommuniziert. Statt direktem Austausch gibt es Flurfunk und Gespräche hinter deinem Rücken. Führungskräfte vermeiden offene Konfliktgespräche und gehen lieber zu deinen Kollegen und lästern vor diesen über dich.
Entscheidungen wirken willkürlich und nicht nachvollziehbar. Rückfragen darauf werden als Schwäche gewertet oder mit Gegenfragen abgetan. Insgesamt ist die Kommunikation intransparent, unauthentisch und trägt massiv zur Unsicherheit im Arbeitsalltag bei.
Gleichberechtigung
Gleichberechtigung wird grundsätzlich gelebt. Frauen sind in vielen Bereichen vertreten, auch in verantwortungsvollen Rollen. Unterschiede im Umgang zwischen Geschlechtern sind mir nicht negativ aufgefallen. Persönliche Beziehungen zur Führung oder Standortnähe (z. B. Hamburg) hatten jedoch teilweise spürbar mehr Einfluss auf Entwicklungschancen als fachliche Leistung – was nicht direkt mit Gleichberechtigung, aber mit Fairness zu tun hat.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben waren grundsätzlich vielfältig und inhaltlich interessant. Es gab viele Möglichkeiten, sich fachlich einzubringen und an Projekten mitzuwirken. Wer Eigeninitiative zeigte, kann sich durchaus einbringen – auch wenn durch das hohe Arbeitspensum oft zu wenig Zeit blieb, Aufgaben wirklich strukturiert und nachhaltig anzugehen. Das Potenzial der Rolle war da, wurde aber durch das Umfeld ausgebremst.