Achtung: Red Flag
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre leidet stark unter den wiederkehrenden betriebsbedingten Kündigungen. Besonders problematisch ist dabei für mich die Art der Kommunikation. Kündigungsgespräche wurden teilweise unter einem anderen Vorwand eingestellt, und auch Mitarbeitenden mit besonderem Kündigungsschutz wurde eine Kündigung ausgesprochen. Unabhängig von deren rechtlicher Wirksamkeit sorgt ein solches Vorgehen für enorme Unsicherheit und belastet die Atmosphäre im gesamten Unternehmen.
Image
Nach außen werden Mitarbeiterbindung, Wertschätzung und eine positive Unternehmenskultur großgeschrieben. In der Realität ist das Unternehmen stark investoren- und zahlengetrieben. Wirtschaftliche Interessen stehen im Vordergrund und werden regelmäßig über die Bedürfnisse der Mitarbeitenden und zahnmedizinische Belange gestellt.
Gleichzeitig werden weitreichende Entscheidungen von Personen getroffen, denen die notwendige zahnmedizinische Fachkenntnis fehlt. Dadurch werden Entscheidungen getroffen, die fachlich nicht nachvollziehbar sind und bereits zu erheblichen Fehlern geführt haben. In einem zahnmedizinischen Unternehmen ist es besonders problematisch, wenn wirtschaftliche Ziele Vorrang vor fachlicher Expertise und zahnmedizinischer Qualität haben.
Karriere/Weiterbildung
Gute Mitarbeitende, die selbstständig mitdenken, Dinge hinterfragen und wirklich etwas verändern möchten, werden aus meiner Sicht eher klein gehalten als gefördert. Wer hingegen den Führungskräften nach dem Mund redet, scheint deutlich bessere Chancen zu haben. Wirkliche Entwicklungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es kaum.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Nach außen wird viel Wert auf Nachhaltigkeit und soziales Bewusstsein gelegt, im Arbeitsalltag habe ich das jedoch anders erlebt. Teilweise werden Mitarbeitende für einzelne Meetings eingeflogen, obwohl ihre persönliche Anwesenheit weder notwendig noch wirklich nachvollziehbar erscheint. Dadurch entsteht der Eindruck, dass Präsenz und Selbstdarstellung teilweise wichtiger sind als ein tatsächlich nachhaltiger Umgang mit Ressourcen.
Besonders fragwürdig fand ich die Prioritätensetzung bei den Ausgaben: Während zahlreiche Mitarbeitende betriebsbedingt gekündigt wurden und beispielsweise ein Sommerfest mit Verweis auf die Kosten abgesagt wurde, reiste die Geschäftsführung für ein Meeting nach Barcelona. Auch die externen Teilnehmenden kamen nicht aus Barcelona. Gerade vor dem Hintergrund der immer wieder betonten notwendigen Einsparungen war diese Entscheidung für mich schwer nachvollziehbar.
Vorgesetztenverhalten
Einige Führungskräfte wirken auf mich für ihre Position nicht ausreichend qualifiziert. Gerade in einer wirtschaftlich schwierigen Unternehmenssituation wären aus meiner Sicht klare Führung, Verantwortung und eine nachvollziehbare Strategie besonders wichtig.
Kommunikation
Die Kommunikation ist leider sehr schlecht. Wichtige arbeitsbezogene oder unternehmensinterne Informationen erfährt man teilweise eher über den Flurfunk als auf offiziellen Wegen. Gleichzeitig werden sensible persönliche Informationen, beispielsweise zu Schwangerschaften oder Krankheiten, aus meiner Sicht teilweise sehr unbedacht durch die Personalleitung kommuniziert. Hier fehlt es deutlich an Professionalität und Fingerspitzengefühl.
Gleichberechtigung
Beim Thema Gleichberechtigung habe ich leider sehr negative Erfahrungen gemacht. Aussagen wie „Frauen sind zu sensibel“ fielen auch von Führungskräften bzw. aus der Geschäftsführung, wenn Frauen im Arbeitskontext sachlich diskutierten. Zudem habe ich erlebt, dass Frauen in Gesprächen wiederholt unterbrochen werden und teilweise nicht ernstgenommen werden. Besonders irritierend fand ich die Aussage eines männlichen Teamleads, ausschließlich Frauen in seinem Team haben zu wollen.